Adjuvante Chemotherapie bei Harnwegskrebs im oberen Harntrakt

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Eine Chemotherapie nach der Operation verbessert bei lokal fortgeschrittenen Tumoren die Überlebensaussichten.

Harnwegskarzinome (Urothelkarzinome) im oberen Harntrakt sind seltene Tumoren. Wenn sie bei der Diagnose bereits lokal fortgeschritten sind, lohnt es sich, nach der Operation eine unterstützende, sogenannte adjuvante Chemotherapie durchzuführen. Das berichteten Wissenschaftler aus Großbritannien in der Fachzeitschrift Lancet.

An der Studie nahmen 261 Patienten teil, bei denen ein lokal fortgeschrittenes Urothelkarzinom des oberen Harntrakts diagnostiziert worden war. Sie wurden operiert, anschließend wurden sie entweder aktiv überwacht oder erhielten innerhalb von 90 Tagen eine adjuvante platinbasierte Chemotherapie.

Nach einer Beobachtungszeit von rund zweieinhalb Jahren war das krankheitsfreie Überleben unter den Patienten, die die adjuvante Chemotherapie erhalten hatten, signifikant besser als in der Beobachtungsgruppe. 71 Prozent der Patienten der Chemotherapiegruppe hatten nach drei Jahren kein weiteres Krankheitsereignis erlebt, in der Beobachtungsgruppe war dies nur bei 46% der Fall. Die Chemotherapie führte wie zu erwarten in vielen Fällen zu Nebenwirkungen wie einem Rückgang weißer Blutzellen mit erhöhter Infektionsneigung, Übelkeit und Erbrechen. Dies wirkte sich allerdings nicht negativ auf die Lebensqualität aus.

Nach Ansicht der Studienautoren solle die adjuvante platinbasierte Chemotherapie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Harnwegskarzinom im oberen Harntrakt Standard werden, weil sie deutliche Überlebensvorteile bringe.

 

Quelle:

Birtle A et al. Adjuvant chemotherapy in upper tract urothelial carcinoma (the POUT trial): a phase 3, open-label, randomised controlled trial. Lancet, Onlinevorabveröffentlichung am 5. März 2020, https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30415-3

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 30.05.2020 20:51