Adjuvante Chemotherapie bei Harnblasenkrebs

Nachricht vom 31.03.2022

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Ist die Erkrankung lokal fortgeschritten, kann eine Chemotherapie nach der Operation die Überlebensaussichten verbessern.

Patienten mit lokal fortgeschrittenem Harnblasenkrebs profitieren womöglich davon, wenn sie sich nach der Operation einer unterstützenden, adjuvanten Chemotherapie unterziehen. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Urologic Oncology.

In der Studie wurden die Daten von 2.416 Patienten im Alter von 35 bis 75 Jahren berücksichtigt, die an lokal fortgeschrittenem Blasenkrebs erkrankt waren. Lokal fortgeschritten bedeutete einen Befall von Lymphknoten, andere Organe jedoch waren noch nicht betroffen. Bei der Operation wurden die Harnblase mitsamt dem Tumor und Lymphknoten entfernt.

39 Prozent der Patienten erhielten im Anschluss an die Operation noch eine adjuvante Chemotherapie. Diese zusätzliche Therapie zahlte sich offenbar aus: Nach fünf Jahren und auch nach zehn Jahren war das Gesamtüberleben in der Gruppe mit adjuvanter Chemotherapie jeweils signifikant höher als bei den Patienten, die keine adjuvante Chemotherapie erhalten hatten. Andere potenzielle Einflussfaktoren auf die Prognose wie zum Beispiel das Lebensalter, der allgemeine Gesundheitszustand und das Tumorstadium waren zwischen den Behandlungsgruppen ausgeglichen und wurden deshalb von den Studienautoren als Grund für die beobachteten Lebenszeitunterschiede ausgeschlossen.

Die Ergebnisse dieser Studie sprechen nach Ansicht der Studienautoren für die Annahme, dass eine adjuvante Chemotherapie nach der operativen Blasenentfernung bei lokal fortgeschrittenem Blasenkrebs die Überlebensaussichten verbessern kann. 

 

Quelle:

Bharadwaj M et al. Adjuvant chemotherapy versus observation following radical cystectomy for locally advanced urothelial carcinoma of the bladder. Urologic Oncology 2022;S1078-1439(22)00036-9

 

(KvK)

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