Adenokarzinome des Dünndarms

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Verbesserungen der Überlebenschancen nur bei lokoregional begrenzten Tumoren. Die Häufigkeit der Tumoren vor allem im Zwölffingerdarm hat laut einer niederländischen Studie zugenommen.

Bösartige Adenokarzinome des Dünndarms sind selten, aber ihre Häufigkeit nimmt laut einer neuen Studie in der Fachzeitschrift Acta Oncologica in den Niederlanden seit Beginn des neuen Jahrtausends zu. 

Zunahme im Zwölffingerdarm

Die Forscher bezogen in ihre Untersuchung alle Fälle von Adenokarzinomen des Dünndarms ein, die in den Niederlanden zwischen 1999 und 2013 diagnostiziert worden waren – es handelte sich um 1.775 Patienten mit dieser Erkrankung. Demnach ließ sich eine Zunahme der Erkrankungshäufigkeit feststellen, die im Wesentlichen darauf zurückging, dass sich die Häufigkeit von Adenokarzinomen des Duodenums nahezu verdoppelte.

Chemotherapie häufiger angewandt

Untersucht wurde in der Studie auch, welche Therapien die Patienten erhalten hatten. Patienten mit lokoregional begrenzten Adenokarzinomen des Zwölffingerdarms unterzogen sich mit 58 Prozent deutlich seltener einer Operation als Patienten mit lokoregional begrenzten Tumoren in anderen Dünndarmabschnitten (Jejunum und Ileum, also „Leerdarm“ und „Krummdarm“, mit 95 Prozent). Der Einsatz von Chemotherapie unterstützend zur Operation und auch in der palliativen Situation, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, aber Beschwerden gelindert werden und die Überlebenszeit verlängert werden soll, nahm zu. 

Überlebenszeiten teilweise verbessert

Bei Patienten mit lokal begrenzter Erkrankung stieg die mediane Gesamtüberlebenszeit (der späteste Zeitpunkt, an dem die Hälfte der Patienten noch am Leben ist) von 19 auf 34 Monate. Das mediane Gesamtüberleben bei Patienten, die bereits an Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in anderen Organen litten, blieb dagegen über die Zeit unverändert bei vier bis fünf Monaten. 

Prognosefaktoren

Bei lokal begrenzten Tumoren war die Prognose günstiger, wenn die Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 60 Jahre waren, wenn sie einen Tumor im Stadium I oder II hatten, wenn sie ihre Diagnose in den Jahren 2009 bis 2013 erhalten hatten, wenn sie operiert worden waren und wenn sie eine Chemotherapie erhalten hatten. Bei metastasierten Tumoren ergab sich eine günstigere Prognose für Patienten unter 50 Jahren, für Patienten mit Tumoren des Jejunums sowie nach Operation und Chemotherapie.

Schlussfolgerungen

Bei lokoregional begrenzten Adenokarzinomen des Dünndarms konnten Verbesserungen der Überlebensaussichten registriert werden, nicht jedoch bei fortgeschrittenen Tumoren, die bereits in andere Organe metastasiert haben, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Angesichts der Seltenheit der Tumoren seien dringend neue internationale Studien erforderlich, um bessere Therapien für die betroffenen Patienten entwickeln zu können.

 

Quelle:

Leguéab, L. M. et al.: Trends in incidence, treatment and survival of small bowel adenocarcinomas between 1999 and 2013: a population-based study in The Netherlands. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 12. Mai 2016, DOI:10.1080/0284186X.2016.1182211

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 28.07.2017 14:17