Acrylamid als Risikofaktor für Bauchspeicheldrüsenkrebs

In einer zusammenfassenden Studie war kein Zusammenhang zwischen dem Acrylamidgehalt in der Ernährung und dem Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs festzustellen.

Werden Speisen bei hohen Temperaturen zubereitet, bildet sich aus Zucker- und Eiweißbausteinen Acrylamid. Es steht im Verdacht, die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu begünstigen. In einer zusammenfassenden Auswertung von sechs wissenschaftlichen Studien durch das Pancreatic Cancer Case-Control Consortium (PanC4) konnte ein solcher Zusammenhang jedoch nicht nachgewiesen werden. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Annals of Oncology veröffentlicht.

Der berufliche Umgang mit Acrylamiden gilt seit längerem als Risikofaktor für eine erhöhte Sterblichkeit an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Unklar war bislang, wie es sich mit Acrylamid aus der Nahrung verhält. Es entsteht vor allem beim Frittieren, Backen, Braten, Rösten und Grillen von Kartoffel- und Getreideprodukten.

In der aktuellen Untersuchung wurden die Daten von insgesamt 1.975 Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und 4.239 nicht daran erkrankten Kontrollpersonen berücksichtigt. Verglichen mit den niedrigsten Aufnahmewerten von Acrylamid durch die Ernährung ergab sich für die höchsten Aufnahmewerte keine Erhöhung des Risikos, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Dies galt auch, wenn verschiedene Untergruppen von Patienten berücksichtigt wurden.

Nach Ansicht der Studienautoren konnte die zusammenfassende Analyse des PanC4 einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Acrylamid in der Nahrung und der Häufigkeit von Bauchspeicheldrüsenkrebs somit nicht bestätigen. 

 

Quelle:

Pelucchi, C. et al.: Dietary Acrylamide and the Risk of Pancreatic Cancer in the International Pancreatic Cancer Case-Control Consortium (PanC4). Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 10. November 2016, doi: 10.1093/annonc/mdw618

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.08.2017 15:05