Angaben zu Autoren und Sponsoren finden Sie am Ende des Beitrags.

HR+/HER2- metastasiertes Mammakarzinom: Palbociclib mit festem Stellenwert

Ein wichtiges Ziel der endokrin-basierten Therapie bei Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem (HR+), HER2-negativem (HER2-) metastasierten Mammakarzinom (mBC) besteht darin, ein Fortschreiten der Erkrankung und damit die Notwendigkeit für eine nebenwirkungsreiche Chemotherapie möglichst lange hinauszuzögern [1,2,3]. Die endokrin-basierte Kombinationstherapie mit Palbociclib (Ibrance®)* kann hierzu entscheidend beitragen. Die Kommission Mamma der AGO hat den CDK4/6-Inhibitor daher erneut mit dem höchsten Empfehlungsgrad (++) bewertet [4]. Deren Sprecher, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Janni (Universitätsfrauenklinik Ulm, Direktor der Frauenklinik), betont im Interview: „Die endokrin-basierte Kombinationstherapie ist Standard of Care sowohl in der Erstlinie als auch in der weiterführenden Therapie“.

Palbociclib hemmt die Cyclin-abhängigen Kinasen 4 und 6, die im Tumorgewebe von HR+ Brustkrebspatientinnen eine erhöhte Aktivität aufweisen und ein unkontrolliertes Tumorwachstum begünstigen [5,6].

Klinisch relevante Verlängerung des mPFS

In der Zulassungsstudie PALOMA-2 verlängerte die Erstlinientherapie mit Palbociclib + Letrozol das mediane progressionsfreie Überleben (mPFS) der postmenopausalen Patientinnen signifikant gegenüber der endokrinen Monotherapie mit Letrozol + Placebo (24,8 vs. 14,5 Monate; HR 0,58; p<0,001). Dabei profitierten alle Subgruppen, einschließlich Patientinnen mit viszeralen oder ausschließlich ossären Metastasen [7].

In der PALOMA-3-Studie zeigte sich auch bei endokrin vortherapierten Patientinnen ein signifikanter mPFS-Vorteil für Palbociclib, hier in Kombination mit dem Antiöstrogen Fulvestrant vs. Fulvestrant als Monotherapie (9,5 vs. 4,6 Monate; HR=0,46; p<0,0001) [8].

Prof. Wolfgang Janni zum Stellenwert von CDK4/6-Inhibitoren

Verzögerung der Zeit bis zur ersten nachfolgenden Chemotherapie

Eine 37,6 Monate umfassende Follow-up-Analyse der PALOMA-2-Studie bestätigt den mPFS-Vorteil einer Erstlinientherapie mit Palbociclib + Letrozol (27,6 vs. 14,5 Monate; HR=0,56; p<0,000001). Zudem blieb dieser Vorteil in späteren Therapielinien erhalten: Die Zeit bis zur zweiten nachfolgenden systemischen Tumortherapie** verzögerte sich unter der zusätzlichen Gabe von Palbociclib im Median um 10,0 Monate (38,8 vs. 28,8 Monate; HR=0,72; einseitiger p<0,005). Die erste nachfolgende Chemotherapie wurde im Median sogar um 10,5 Monate hinausgezögert (40,4 vs. 29,9 Monate; HR 0,74; einseitiger p < 0,005) [9].

Lebensqualität bleibt erhalten

Eine weitere Auswertung von Daten der PALOMA-2-Studie unterstreicht die Bedeutung der Verzögerung der Krankheitsprogression für die Lebensqualität. Nach einem medianen Follow-up von 23 Monaten erfuhren – unabhängig vom Studienarm – Patientinnen ohne Krankheitsprogression signifikant länger keine einschneidende Verschlechterung der Lebensqualität als Patientinnen, bei denen die Krankheit fortschritt (Kombination der Studienarme; median 28,6 Monate vs. 19,4 Monate, HR:0,53; 95%-KI:0,41-0,69; 1-seitiger p-Wert <0,001) [10].
 

* Ibrance® (Palbociclib) ist zur Behandlung von Patientinnen mit HR-positivem/HER2-negativem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs zugelassen. Die Zulassung gilt für den Einsatz von Palbociclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder in Kombination mit Fulvestrant bei Frauen, die zuvor eine endokrine Therapie erhalten haben. In der Prä- oder Perimenopause sollte die endokrine Therapie mit einem GnRH-Analogon kombiniert werden [11].

** Die Zeit bis zur zweiten nachfolgenden systemischen Tumortherapie wurde definiert als Zeit von der Randomisierung bis zum Start der ersten nachfolgenden systemischen Tumortherapie oder Tod jedweder Ursache, je nachdem was als erstes auftrat [9].

(as)

Literatur
[1] Cardoso F et al. Ann Oncol 2017;28(1):16-33
[2] Finn RS et al. Lancet Oncol 2015;16:25-35
[3] Rugo HS et al. J Clin Oncol 2016;34(25):3069–3103
[4] Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) Kommission Mamma: aktuelle Empfehlungen, Stand: März 2018. www.ago-online.de
[5] Asghar U et al. Nat Rev Drug Discov 2015;14(2):130–46
[6] Lange CA et al. Endocr Relat Cancer 2011;18(4):C19–C24
[7] Finn RS et al. N Engl J Med 2016 ;375:1925–1936
[8] Cristofanilli M et al. Lancet Oncol 2016;17:425–439
[9] Rugo HS et al. SABCS 2017; Poster P5–21–03
[10] Harbeck N et al. ESO-ESMO 2017; Abstract #OR65
[11] Fachinformation Ibrance®, Stand: Juli 2018

 
Mit freundlicher Unterstützung der Pfizer Pharma GmbH

Logo Pfizer Oncology 
www.pfizermed.de

Letzte inhaltliche Aktualisierung am: 01.08.2018

Aktualisiert am: 20.11.2018 13:14