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Welt-CML-Tag: Gute Überlebensaussichten für Patienten mit Chronischer Myeloischer Leukämie

Chronische Myeloische Leukämie (CML) war noch vor 20 Jahren eine schwere Erkrankung mit einer eher kurzen Überlebenszeit. Mittlerweile haben die meisten Patienten die gleiche Lebenserwartung wie gesunde Menschen. Wir nehmen den Welt-CML Tag am 22. September 2017 zum Anlass um über die Erkrankung und neue Therapiemöglichkeiten zu informieren.

Chronische Myeloische Leukämie, kurz CML, ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, bei der zu viele weiße Blutkörperchen gebildet werden. Grund dafür ist eine genetische Veränderung der blutbildenden Zellen im Knochenmark.

Vorreiterstellung in der Krebstherapie

In der Krebstherapie hat die CML eine besondere Vorreiterstellung, da wissenschaftliche Erkenntnisse auf molekularer Ebene erstmals in die praktische  Anwendung überführt werden konnten. „Der rapide Erkenntnisgewinn im Bereich der Molekulargenetik hat die Grundlage für die Entwicklung von zielgerichteten Therapien geschaffen“, erklärt Professor Andreas Hochhaus, Direktor der Abteilung Hämatologie und Internistische Onkologie am Universitätsklinikum Jena. „Die modernen Arzneimittel greifen dezidiert in die molekulargenetisch determinierten Prozesse ein, die beispielsweise den hämatologischen Neoplasien und damit auch der Chronischen Myeloischen Leukämie zugrunde liegen.“

Unter anderem ist das der Entwicklung der Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) zu verdanken, Medikamente, die genau  auf die Ursache der Erkrankung zugeschnitten sind und oft ein Leben lang eingenommen werden müssen.  Dank der Behandlungsfortschritte mit TKIs und Nachfolgesubstanzen hat sich die CML für die meisten Patienten von einer lebensbedrohenden in eine chronische Erkrankung gewandelt.

Leben mit CML – aber ohne Medikamente?

Wegweisende Studien untersuchen momentan ob es möglich ist, die Einnahme der Tyrosinkinase-Inhibitoren zu verkürzen beziehungsweise sie kontrolliert ganz abzusetzen. Für einen Teil der Patienten wären damit längere therapiefreie Phasen wenn nicht in manchen Fällen sogar ein Leben ohne Medikation ein realistisches Behandlungsziel. „Die EURO-SKI-Studie zeigt uns, dass ein kontrolliertes Absetzen des TKI nach mindestens drei Jahren Therapie und einem Jahr nachgewiesener tiefer molekularer Remission bei engmaschigem Monitoring grundsätzlich möglich ist“, so Professor Bernhard Wörmann, Medizinischer Leiter der Deutschen Gesellschaft für Hämatologische Onkologie (DGHO).

Renommierte Experten wie Prof. Diana Lüftner, Prof. Andreas Hochhaus und viele mehr widmeten sich auf einer Pressekonferenz anlässlich des CML-Tages dem aktuellen Stand der CML-Therapie und der Zulassung und Nutzungsbewertung neuer Medikamente.
Aber auch Themen wie die Krankheitswahrnehmung aus der Sicht eines Teenangers oder der Blick der Selbsthilfeorganisationen auf die Chronische Myeloische Leukämien standen im Fokus:

„Durch die enormen Fortschritte in der Behandlung der CML hat sich nicht nur die Prognose für Patientinnen und Patienten dramatisch verbessert. Es ändern sich auch die Schwerpunkte der Selbsthilfearbeit. Bis vor wenigen Jahren war die größte Sorge unserer Patientinnen und Patienten noch: ,Werde ich überleben und wenn ja, wie lange?‘. Mittlerweile lautet die Frage eher: ,Wie werde ich das überleben?‘ Dabei rücken Nebenwirkungen, Langzeitfolgen und Lebensqualität – unter gegebenenfalls lebenslanger Medikation – in den Vordergrund“, berichtet Peter Gomolzig, Vorsitzender der Deutschen Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V..

(red)

Veranstaltungshinweis:

Informationsstand am 22.9.2017 am Berliner Alexanderplatz:
Am Freitag, 22. September 2017 informieren die Deutsche CML-Allianz und Leukämie-Online.de / LeukaNET e. V. von 9:00 bis 14:00 Uhr mit einem Informationsstand in der Gontardstraße (zwischen S/U-Bahnhof Alexanderplatz und Fernsehturm) über ihre Arbeit. U. a. werden ehrenamtlich tätige Betroffene anwesend sein.

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Aktualisiert am: 15.12.2017 21:20