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Therapie der progredienten pNET: Phase-IV-Studie bestätigt Wirksamkeit von Sunitinib im Alltag

Neuroendokrine Tumore des Pankreas (pNET) werden aufgrund fehlender Frühwarnzeichen häufig erst im metastasierten Stadium diagnostiziert [1]. Bei progredienten pNET gibt es nur wenige wirksame Therapieoptionen [2-3]. Dazu gehört u.a. Sunitinib. Phase-IV-Daten zu Sunitinib bestätigen erneut die Bedeutung dieser zielgerichteten Behandlung bei Patienten in der fortgeschrittenen Situation [4].

Im Gespräch: Dr. Harald Lahner (Essen)

Patienten mit fortgeschrittenen und/oder metastasierten, nicht resezierbaren, gut differenzierten pNET, deren Erkrankung progredient ist, können seit 2010 von einer zielgerichteten Behandlung mit dem oralen Multikinase-Inhibitor Sunitinib (Sutent®) profitieren [5]. Die Zulassung erfolgte auf der Grundlage einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie. Eingeschlossen waren Patienten mit nicht-resezierbaren pNET, die innerhalb der letzten 12 Monate progredient geworden waren [6].

In dieser Studie verbesserte Sunitinib das progressionsfreie Überleben (PFS) im Vergleich zu Placebo signifikant von 5.5 Monaten auf 11,4 Monate [Hazard Ratio (HR)= 0,42; 95% KI: 0,26 – 0,66; p<0.001]. Knapp 10% der Patienten im Verum-Arm sprachen auf die Therapie an, gegenüber 0% im Placebo-Arm [6]. In einer weiteren Analyse verlängerte Sunitinib die Zeit bis zur Verschlechterung der Lebensqualität sowie der emotionalen und der physischen Funktion gegenüber Placebo [7,9].

Die guten Daten hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit aus der Zulassungsstudie zu Sunitinib konnten nun durch die auf der Jahrestagung der North American NeuroEndocrine Tumor Society (NANETS) 2016 präsentierten Daten einer Phase-IV-Studie bestätigt werden [4]. Zum Zeitpunkt des Cut-offs hatten 82 der insgesamt eingeschlossenen 106 Patienten (77%) die Behandlung abgebrochen, meist aufgrund eines Progresses (46%), 24 waren noch unter Sunitinib-Therapie [4]. Das mediane PFS, bestimmt durch die Prüfärzte, betrug 13,2 Monate [95% KI: 10,9 - 16,7]. Die objektive Ansprechrate gemäß RECIST (Response Evaluation Criteria in Solid Tumors) lag bei 24,5%, das mediane Gesamtüberleben bei 37,8 Monaten.

Zielgerichtete Therapien haben die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenen pNET erheblich verbessert [1]. Mit Sunitinib und dem mTOR-Inhibitor Everolimus (Zulassung 2011) stehen Patienten derzeit zwei zielgerichtete Therapien zur Verfügung, die in Phase-III-Studien bei progressiven metastasierten pNET einen signifikanten Wirksamkeitsvorteil bei weitgehendem Erhalt der Lebensqualität gezeigt haben [6,8]. Sunitinib war die erste verfügbare Substanz.

Wie Dr. Lahner, Essen, in einem Interview betonte, stellten die Phase-IV-Daten zu Sunitinib nach sechs Jahren klinischer Erfahrung erneut den Nutzen dieser Therapie unter Beweis. „Die Daten ermöglichen eine Therapieentscheidung auf breiterer Datenbasis“, so der Experte.

(cu)

 

Quellen:
[1] Vinik AI et al. Ther Adv Gastroenterol. 2013; 6(5):396-411
[2] Kunz PL et al. Pancreas 2013;42:557-577
[3] Pavel M. et al. Neuroendocrinology 2012;95:157-176
[4] Raymond E et al. The Efficacy and Safety of Sunitinib in Patients with Advanced Well-differentiated Pancreatic Neuroendocrine Tumors; Presented at NANETS 2016, #151
[5] Assessment Report for Sutent (Sunitinib), October 2010, EMA/CHMP/669554/2010.
[6] Raymond E et al. N Engl J Med. 2011;364(6):501-513.
[7] Vinik AI et al. ASCO 2010, Abstract No. 4003.
[8] Yao JC et al. N Engl J Med. 2011;364(6):514-523.
[9] Vinik A et al. Target Oncol. 2016;11(6):815-824.

 
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Letzte inhaltliche Aktualisierung: 16.01.2017

Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18