Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Lungenkrebsmonat November: Risikofaktoren meiden

Der November ist traditionell der Lungenkrebs-Monat! Deshalb möchten wir in diesem Monat darauf aufmerksam machen, dass sich viele Lungenkrebserkrankungen eigentlich verhindern ließen. Denn in Deutschland gehen jährlich 17.000 aller Krebsneuerkrankungen bei Frauen und 55.000 aller Krebsneuerkrankungen bei Männern auf das Rauchen zurück – ein vermeidbares Risiko. Auch andere Zahlen sprechen Bände: Das Lungenkrebsrisiko ist bei Rauchern etwa 20 bis 25 Mal so hoch wie bei Nichtrauchern. [1]

Die Risikofaktoren

Quelle: © Leonid Nyshko - fotolia.com

Neben Rauchen als wichtigstem Risikofaktor spielen auch andere Ursachen eine Rolle für die Entstehung von Lungenkrebs. Sollte im  Beruf Kontakt zu Asbest, Arsen, Chrom, Nickel, Beryllium, Cadmium oder aromatischen Kohlenwasserstoffen bestehen, kann das ein Katalysator für Lungenkrebs sein. Bei Chemiearbeitern und Winzern wird Lungenkrebs – nach entsprechendem Nachweis - zurecht als Berufskrankheit anerkannt. Hier gilt es, sich die Risiken bewusst zu machen und die entsprechenden Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Auch Infektionen können an der Entstehung von Lungenkrebs beteiligt sein. Durch langwierige Infektionen hervorgerufene Lungenerkrankungen wie beispielsweise Tuberkulose erhöhen das Lungenkrebsrisiko. Noch nicht gänzlich geklärt ist, ob auch Virusinfektionen wie z. B. mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) die Krankheitsentstehung ebenfalls begünstigen können.

Auf genetischer Ebene können Mutationen das Krebswachstum auslösen und fördern. Solche Mutationen sind häufig der Krebsauslöser bei Nichtrauchern. Wenn Pathologen eine bestimmte Mutation im Genom (Erbgut) der Krebszelle feststellen, kann diese ausschlaggebend für die Wahl der Therapie sein.

Späte Diagnose aufgrund mangelnder Früherkennungsuntersuchungen

Bis dato gibt es noch keine verlässlichen Vorsorgeuntersuchungen für das frühzeitige Erkennen von Lungenkrebs - anders als beispielsweise das Mammografiescreening beim Brustkrebs. Im frühen Stadium verursacht Lungenkrebs keine Beschwerden und Symptome, sodass bei der Krankheitsdiagnose meist schon ein fortgeschrittenes und somit schwerer therapierbares Krankheitsstadium vorliegt.

Vor diesem Hintergrund haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung einen Atemtest entwickelt haben, der Lungenkrebs nach Angaben der Forscher in neun von zehn Fällen erkennen kann. [2] Dazu untersuchten sie Atemproben auf Spuren von RNA-Molekülen, die durch Krebswachstum verändert sind. Diese werden vom Lungengewebe abgegeben und unterscheiden sich bei Gesunden und Lungenkrebspatienten. Derzeit befindet sich der Test noch in der Entwicklung und ist für Patienten noch nicht erhältlich.

Wie ist der aktuelle Stand in der Therapie?

Bei der Lungenkrebstherapie ist aufgrund der Komplexität die Therapie ganz individuell auf den Patienten zugeschnitten, will heißen: individualisiert. Berücksichtigt werden bei der Therapieplanung viele verschiedene Faktoren, u. a. der allgemeine Gesundheitszustand, Begleiterkrankungen oder genetische Spezifika des Tumors. Grundsätzlich wird in die Therapie des kleinzelligen und des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses unterteilt. Dann wiederum kann noch nach Krankheitsstadium, lokaler oder im gesamten Körper wirksamer Therapie unterschieden werden. Zur Auswahl stehen Therapieverfahren wie die Operation, die Chemotherapie, die zielgerichtete medikamentöse Therapie und die Immuntherapie.

Nachsorge

Ist der Krebs besiegt, sollten alle Nachsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden. In den ersten beiden Jahren finden diese in der Regel alle drei Monate statt. Dabei werden Blutuntersuchungen und eine umfassende körperliche Untersuchung durchgeführt sowie Röntgenaufnahmen des Brustraums erstellt. Somit kann im Falle eines Rezidivs zügig reagiert werden.

(jk)

Literatur

[1] Jochem, Carmen; Leitzmann, Michael: Krebspräventionsmaßnahmen. Valide Empfehlungen zur Verminderung des Krebsrisikos. FORUM, Ausgabe August/2017. Springer Medizin Verlag.

[2] https://www.max-wissen.de/263686/news_publication_11236350?c=65105

[3] http://www.mpi-hlr.de/infos-services/presseinformationen/inhalt-presseninformationen/article/krebsdiagnose-mit-atemluft.html

 

Mehr zum Thema Lungenkrebs:

Zurück

Aktualisiert am: 22.11.2017 17:14