Stellungnahme zum Re­ferentenentwurf zur Verwaltung des Transfor­mationsfonds im Krankenhausbereich

Die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG) begrüßt das Ziel des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) und der assoziierten Rechtsakte, die Versorgung im stationären Sektor stärker zu spezialisieren. Der Transformationsfonds ist dabei ein wichtiger Bestandteil des Reformpakets. Aus Sicht der DKG sollten jedoch nicht nur Hochschulkliniken, sondern auch Nicht-Hochschulkliniken aus dem Tranformationsfonds gefördert werden.

1. Zentrenbildung zur Versorgung Krebsbetroffener fördern

Die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG) begrüßt das formulierte Ziel des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) und der assoziierten Rechtsakte, die Versorgung im stationären Sektor stärker zu konzentrieren und zu spezialisieren. Die Errichtung des Transformationsfonds, um die durch den Umbau der Krankenhauslandschaft entstehenden Kosten zu tragen, ist dabei ein wichtiger Bestandteil des Reformpakets. Die DKG setzt sich seit langer Zeit für die Bildung onkologischer Zentren ein, in denen Krebserkrankte sektoren- wie disziplinübergreifend behandelt werden. Die unabhängige WIZEN-Studie zeigte, dass sich ein Überlebensvorteil für Krebspatient*innen ergab, die in DKG-zertifizierten, qualitätsgesicherten Zentren erstbehandelt wurden. [1] Dies zeigt eindrucksvoll den Erfolg des Zentrenmodells und stützt unsere Ansicht, dass möglichst alle Krebsbetroffenen in zertifizierten Zentren erstbehandelt werden sollten.

1.1.  Zum Fördertatbestand der Zentrenbildung lt. §3 Abs. 4 KHTFV

Vor dem oben dargestellten Hintergrund begrüßen wir prinzipiell, dass die Bildung von Zentren zur Behandlung von seltenen, komplexen oder schwerwiegenden Erkrankungen an Hochschulkliniken gefördert werden soll, wenn auch Nicht-Hochschulkliniken an den Zentren beteiligt sind.

Dass die Bildung von Zentren nur an Hochschulkliniken förderfähig sein soll, ist aus unserer Sicht nicht schlüssig und entspricht nicht den Realitäten. So werden nach unserer Erfahrung Zentren häufig auch von Nicht-Hochschulkliniken angestoßen. Auch in der bereits abgeschlossenen Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen hat sich herausgestellt, dass in vielen onkologischen Leistungsgruppen bei der Verteilung von Fallzahlen Nicht-Hochschulkliniken ebenso stark bzw. sogar stärker berücksichtigt wurden wie Hochschulkliniken. [2] Aus unserer Sicht zeigt dies, dass auch Nicht-Hochschulkliniken in der Lage sind, leistungsfähige Zentren zu bilden.

Vor diesem Hintergrund regen wir an, die Beschränkung der Förderfähigkeit auf Hochschulkliniken aufzuheben und auch Nicht-Hochschulkliniken bei der Bildung von Zentren zu fördern.

Für Rückfragen und Austausch stehen wir jederzeit zur Verfügung.

[1] Schmitt, Jochen; Klinkhammer-Schalke, Monika; Bierbaum, Veronika et al. 2023: Krebserstbehandlung in zertifizierten versus nichtzertifizierten Krankenhäusern. Ergebnisse der vergleichenden Kohortenstudie WiZen. Dtsch Arztebl Int: 647-54.
[2] Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen 2024: Planungsergebnisse: Alle Leistungsgruppen und Fallzahlen. Stand 16.12.2024, zuletzt abgerufen 22.01.2025.

Ansprechpartner*innen

Mirjam Einecke-Renz

Mirjam Einecke-Renz

Abteilungsleiterin

Richard Hartlaub

Richard Hartlaub

Referent für Gesundheits- und Forschungspolitik

Sofie Lange

Sofie Lange

Juniorreferentin Gesundheitspolitik