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Nachgefragt

…bei den Ländern

Präventionsangebote im Sinne der Verhältnisprävention schaffen gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen. Beim UV- und Hitzeschutz heißt das, Strukturen, Prozesse und Umgebungen so zu gestalten, dass sie gesundheitsschonend wirken – etwa durch bauliche und räumliche Maßnahmen, organisatorische Anpassungen sowie die Bereitstellung von Schutzkleidung und -ausrüstung. Die Landeskrebsgesellschaften (LKG) beraten Politik, Träger und Einrichtungen bei der Umsetzung solcher Maßnahmen. Sie bringen ihre Expertise insbesondere bei der Entwicklung von Leitlinien und Standards zur Krebsprävention ein. Darüber hinaus unterstützen sie Einrichtungen bei der Ressourcenbeschaffung – etwa durch die Suche nach Sponsoren für Sonnenschutzmittel oder Schutzkleidung – und setzen sich für länderübergreifende Standards und Sammelbestellungen ein, um Mengenrabatte zu ermöglichen. Der Schwerpunkt der LKG liegt jedoch in der Verhaltensprävention. Das Ziel: Menschen befähigen, sich gesundheitsgerecht zu verhalten - durch Wissensvermittlung, Förderung von Fähigkeiten, Motivation sowie Eltern- und Multiplikatorenarbeit.

Franziska Holz
Foto: Hamburger Krebsgesellschaft

Franziska Holz
Geschäftsführerin Hamburger Krebsgesellschaft e. V.
f.holz@krebshamburg.de

…in der Bundespolitik

Damit Menschen gesund leben und altern können, bedarf es gesunder Lebensweisen und einer wirksamen Risikoreduktion. Aus der Forschung wissen wir, dass das effektivste politische Mittel hierfür die Verhaltensprävention ist. Hier muss Gesundheitspolitik ansetzen! Bewährt hat sich z.B. die Erhöhung der Tabaksteuer. Obwohl die Gefahren des Rauchens seit vielen Jahren bekannt sind, raucht in Deutschland dennoch fast jede*r vierte Erwachsene. Viele Raucher*innen haben bereits vor dem 18. Lebensjahr zu rauchen begonnen. Eine kontinuierliche Erhöhung der Tabaksteuer würde den Konsum senken, insbesondere junge Menschen abschrecken und durch Rauchen bedingte Erkrankungen zurückdrängen. Eine weitere Stellschraube ist, Werbung und Sponsoring für Zigaretten und E-Zigaretten nicht zuzulassen. Insbesondere in den sozialen Medien werden diese immer noch trotz des geltenden Werbeverbotes als cool dargestellt. Ebenso gilt es, die Einhaltung des Jugendschutzes an Verkaufsstellen streng zu kontrollieren.

Linda Heitmann
Foto: Grüne Bundestagsfraktion, Stefan Kaminski

Linda Heitmann, MdB
Grüne Bundestagsfraktion
linda.heitmann@bundestag.de

…im Vereinigten Königreich

Effective regulation to reduce non-communicable diseases, including cancer, requires population-level prevention measures to reduce aggregate consumptions of products such as tobacco, alcohol, ultra-processed foods, sugar and salt. Experience across policy contexts make clear that that industry actors oppose such regulations and propose ineffective alternatives, particularly voluntary and self-regulatory regimes and approaches which emphasise consumer choice versus industry practices. The greatest progress towards effective population level prevention in the United Kingdom has been made in tobacco control, fuelled by the ideas that cigarettes are uniquely harmful and the tobacco companies uniquely mendacious political actors. Yet, other industries have proven big tobacco is far from the exception. Public health needs a bold new approach where we apply widely accepted policies from tobacco control to other health-harming products and exclude industry actors from policymaking.

Andrew Hawkins

Benjamin Hawkins
University of Cambridge School of Clinical Medicine
Ben.hawkins@mrc-epid.cam.ac.uk

Ein Beitrag aus 360° Onkologie #19. Redaktionsschluss: 12/2025.