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Neue S3-Leitlinie hilft Ärzten bei der Wahl unterstützender Maßnahmen begleitend zur Krebstherapie

Berlin, 01.12.2016. Das Leitlinienprogramm Onkologie hat im November 2016 erstmals eine S3-Leitlinie zur supportiven Therapie bei onkologischen PatientInnen vorgelegt. Die Leitlinie entstand unter der Federführung der Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin (ASORS) in der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) und der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). Mit der Erarbeitung der Leitlinienempfehlungen legen die Autoren die Basis für eine deutschlandweite Standardisierung wichtiger Themen bei der interdisziplinären Behandlung der Komplikationen der Krebstherapie und der Krebserkrankung. Die S3-Leitlinie behandelt zehn Themenbereiche aus dem Bereich der supportiven Krebstherapie:

  • Anämie (Blutarmut) aufgrund der Tumortherapie
  • Neutropenie (Mangel an weißen Blutkörperchen) aufgrund der Tumortherapie
  • Übelkeit und Erbrechen aufgrund der Tumortherapie
  • Therapieinduzierte Durchfälle
  • Entzündung der Mundschleimhaut aufgrund der Tumortherapie
  • Therapieinduzierte Hauttoxizität
  • Periphere Nervenschädigungen aufgrund der Tumortherapie
  • skelettbezogene Komplikationen
  • Gewebeschädigungen als Komplikation bei einer intravenösenInfusion
  • Supportive Maßnahmen in der Radioonkologie

„Unterstützende Maßnahmen machen die Krebsbehandlung verträglicher, verbessern die Lebensqualität der Patienten und stellen sicher, dass eine wirksame Tumortherapie fortgeführt werden kann. Supportive Therapien sind selbstverständliche Bausteine jeglicher Behandlung onkologischer Erkrankungen und ihr sachgerechter Einsatz ist ein Qualitätsmerkmal für eine gute Behandlung – das gilt für Patienten aller Altersgruppen von der Diagnosestellung und der Erstbehandlung bis hin zur palliativen Versorgung“, kommentiert Prof. Dr. Karin Jordan, Onkologin an der Universität Halle und Koordinatorin der neuen Leitlinie. „Die Leitlinie unterstützt Ärzte und andere Berufsgruppen bei der Entscheidung über die optimale Unterstützung mit formal konsentierten, klar verständlichen und nachvollziehbaren Empfehlungen.“ Auf der Grundlage der vorliegenden Leitlinie wird derzeit eine Patientenleitlinie erarbeitet.

Das Leitlinienprogramm Onkologie (OL)
Leitlinien sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für Leistungserbringer und Patienten zur angemessenen Vorgehensweise bei speziellen Gesundheitsproblemen. Sie stellen ein wesentliches Instrument zur Förderung von Qualität und Transparenz medizinischer Versorgung dar. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem im Februar 2008 gestarteten Leitlinienprogramm Onkologie das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung und Fortschreibung sowie den Einsatz wissenschaftlich begründeter und praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen. Mittlerweile umfasst das Leitlinienprogramm mehr als 15 S3-Leitlinien, die zu einem großen Teil auch als laienverständliche Patientenleitlinien vorliegen. Mehr unter www.leitlinienprogramm-onkologie.de. Für den direkten Zugang zur neuen S3-Leitlinie nutzen Sie bitte folgenden Link: http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Supportive-Therapie.95.0.html

Die Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin (ASORS) in der Deutschen Krebsgesellschaft
Die ASORS der Deutschen Krebsgesellschaft setzt sich für eine frühzeitige Integration supportiver und rehabilitativer Maßnahmen in das kurative und palliative Therapiekonzept ein. Systematische Forschung und Verbreitung der Ergebnisse auf den Gebieten der Rehabilitation und Supportivtherapie im interdisziplinären Kontext sieht die ASORS ebenso als ihre Aufgabe an wie die Entwicklung von wissenschaftlich fundierten Therapieempfehlungen und Leitlinien sowie deren Umsetzung in die Praxis. www.onkosupport.de

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)
Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. ist eine Vereinigung von mehr als 3.000 Wissenschaftlern und Ärzten, die auf die Erforschung, Diagnose und Behandlung von Blutkrankheiten und bösartigen soliden Tumoren spezialisiert sind. Die DGHO fördert den wissenschaftlichen Austausch auf diesem Gebiet durch nationale und internationale Kongresse und regt Forschungskooperationen an. www.dgho.de

Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO)
Die DEGRO ist der Zusammenschluss aller in der Radioonkologie arbeitenden Ärzte, Medizinphysiker und Strahlenbiologen. Die Radioonkologen setzen die Strahlentherapie in der Krebsbehandlung und bei zahlreich anderen Erkrankungen ein. Die Behandlung mit ionisierenden Strahlen ist in den letzten 10 Jahren erheblich verbessert und verfeinert worden. Sie ist eine der tragenden Säulen in der Krebsbehandlung. www.degro.org

Pressekontakt

Pressestelle der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
Dr. Katrin Mugele
Tel.: 030 322932960
mugele@krebsgesellschaft.de

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V.
Michael Oldenburg
Tel.: 030 278760890
oldenburg@dgho.de

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie e.V.
Dagmar Arnold
Tel.: 0711 8931380
arnold@medizinkommunikation.org

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