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Pilotphase für die Module Analkarzinom und Hodenkrebs: Qualität der Behandlung seltener Krebserkrankungen sichern

Ab sofort gibt es zwei neue Module im Zertifizierungssystem der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG): Zentren können sich im Rahmen einer Pilotphase als Analkarzinom- oder Hodenkrebszentrum zertifizieren lassen. Damit werden weitere seltene Krebsentitäten im Gesamtsystem der DKG berücksichtigt.
Das Zertifizierungssystem der Deutschen Krebsgesellschaft trägt dazu bei, die Betreuung onkologischer Patient*innen zu verbessern und ihnen eine an hohen Qualitätsmaßstäben ausgerichtete Behandlung zu ermöglichen.

Berlin, 21.09.2022. Mit einem Anteil von 1,6 Prozent aller Krebsneuerkrankungen und einer Inzidenz von 10,3 pro 100.000 Personen gehören Keimzelltumoren des Hodens zu den selteneren Krebserkrankungen. Noch seltener ist das Analkarzinom mit einer Inzidenz von 1-2 Neuerkrankungen im Jahr pro 100.000 Personen. Seltene Tumorerkrankungen stellen eine besondere Herausforderung dar, weil aufgrund der geringen Inzidenz in der Fläche weniger Erfahrung bezüglich Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patient*innen existiert. Die Zertifizierung als Analkarzinom- oder Hodenkrebszentrum soll die Versorgungssituation an dieser Stelle verbessern und Patient*innen eine Orientierung bieten.

„Wir haben im Rahmen der WiZen-Studie gesehen, dass zertifizierte Zentren eine bessere Behandlung für Patient*innen ermöglichen. Für viele, vor allem häufiger auftretende Krebsentitäten haben wir bereits etablierte Zertifizierungsprozesse – und es ist gut, dass wir nun auch die selteneren Tumorerkrankungen in den Blick nehmen können, weil die zugrundeliegenden evidenzbasierten Leitlinien fertiggestellt wurden“, so PD Dr. Simone Wesselmann, DKG-Bereichsleiterin Zertifizierung. „Erfahrung mit der Behandlung einer bestimmten Tumorentität verbessert die Behandlungsqualität. Genau das wollen wir mit den neuen Modulen erreichen. Bisher kann es für Patient*innen mit seltenen Tumoren schwierig sein, Expert*innen für ihre Erkrankung zu finden. Bald können sie sich direkt an die entsprechenden zertifizierten Zentren wenden und werden dort von einem erfahrenen und interdisziplinären Team behandelt.“

Teilnahme an der Pilotphase für Darmkrebs-, Prostatakrebs- und Uroonkologische Zentren

Eine Zertifizierung als Analkarzinomzentrum ist nur bei gleichzeitig bestehendem Darmkrebszentrum möglich. An der Pilotphase für Hodenkrebszentren können interessierte Prostata- bzw. Uroonkologische Zentren teilnehmen.

Die nun gestartete Pilotphase läuft bis Anfang 2024 und dient der Erprobung der neuen Zertifizierungssysteme. Teilnehmende Zentren haben die Möglichkeit, in den Audits Anpassungs- und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren. Diese werden im Anschluss ausgewertet. Die neuen Module starten ab sofort. Patient*innen, die an den genannten Tumoren erkrankt sind, können sich voraussichtlich im Verlauf 2023  an die neu zertifizierten Zentren wenden.

Informationen zur Teilnahme an der Pilotphase für interessierte Zentren

Der Antrag auf Zertifizierung ist bei OnkoZert zu stellen.

Erhebungsbögen und Datenblätter finden Sie auf der Seite der Deutschen Krebsgesellschaft bei den Zertifizierungsdokumenten

  • Analkazinom: Menüpunkt „Darmkrebszentren“ oder „Viszeralonkologische Zentren“
  • Hodenkrebs: Menüpunkt „Uroonkologische Zentren“

 

Die Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft
Zentren mit einer Zertifizierung durch die DKG müssen jährlich nachweisen, dass sie die fachlichen Anforderungen für die Behandlung einer Tumorerkrankung erfüllen und zudem über ein etabliertes Qualitätsmanagementsystem verfügen. Die Anforderungen sind in Erhebungsbögen und Datenblättern in Form von Qualitätsindikatoren zusammengefasst. Sie werden in interdisziplinären Kommissionen erarbeitet und regelmäßig aktualisiert. Onkologische Leitlinien spielen eine wichtige Rolle bei der Festlegung der Qualitätsindikatoren. Insgesamt sind 1.809 Zentren (Stand: 30.06.2022) von der DKG zertifiziert, darunter 152 im Ausland. Seit 2016 ist es für DKG-zertifizierte Zentren außerhalb des deutschsprachigen Raums möglich, sich als European Cancer Centre zertifizieren zu lassen.

Pressekontakt Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
Ralf Mader
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