Abgeschlossene Projekte der Versorgungsforschung

N-Male

Die häufigste Krebserkrankung der Frau ist Brustkrebs. Brustkrebs bei Männern ist hingegen sehr selten.  Etwa 700 Männer erkranken jährlich in Deutschland an Brustkrebs. Bislang gibt nur wenige Studien zur medizinischen Versorgung sowie zu den psychosozialen Bedürfnissen männlicher Brustkrebspatienten im Behandlungsverlauf.

Das Ziel von N-MALE (Male breast cancer: Patients‘ needs in prevention, diagnosis, treatment, rehabilitation and follow-up care) ist die Erfassung von medizinischen und psychosozialen Bedürfnissen männlicher Brustkrebspatienten. Des Weiteren soll die Sicht der Gesundheitsprofessionen (z. B. SenologInnen, HausärztInnen, Pflegekräfte, Rehabilitationsmediziner, PhysiotherapeutInnen, SozialarbeiterInnen und PsychoonkologInnen) auf die Versorgung von Männern  mit Brustkrebs dargestellt werden.

Die Studie folgt einem qualitativen Forschungsansatz. Die Patientenperspektive wird anhand von teilstandardisierten Leitfadeninterviews erfasst. Die Perspektive der beteiligten Gesundheitsprofessionen wird über Fokusgruppendiskussionen erfasst. Die Rekrutierung der Patienten erfolgt über die DKG-zertifizierten Brustkrebszentren. Federführend im Projekt ist die Forschungsstelle für Gesundheitskommunikation und Versorgungsforschung der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn (Univ.-Prof. Dr. Nicole Ernstmann).

Studienergebnisse werden den teilnehmenden Brustkrebszentren und der organisierten Selbsthilfe in Form von Fact und Prompt Sheets zur Verfügung gestellt. Außerdem sind ein nationaler Transfer-Workshop für Brustkrebszentren sowie ein Ergebnisworkshop für Patienten geplant.

Beteiligte Einrichtungen
Universitätsklinikum Bonn (UKB)
Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG)
Netzwerk Männer mit Brustkrebs e.V.
Ludwig-Maximilian-Universität München (LMU)
Uniklinik Köln (UKK)

Förderer
Deutsche Krebshilfe

Laufzeit
April 2016 – April 2018

Ansprechpartner
Dr. Christoph Kowalski

Evaluation der StudyBox

Die StudyBox ist eine internetbasierte Plattform für Patienten und Ärzte. Sie gibt einen Überblick über Studien, die in zertifizierten Zentren durchgeführt werden. In der StudyBox registrierte Studien durchlaufen einen Begutachtungsprozess; sie werden akkreditiert und in der StudyBox gelistet, wenn sie von hoher inhaltlicher Qualität und besonderer Bedeutung für zertifizierte Zentren sind. Die Begutachtung sowie Akkreditierung der Studien erfolgt durch Mitglieder des Studienboards. Benannt werden diese von der Zertifizierungskommission Viszeralonkologische Zentren für die Bereiche Gastroenterologie und Viszeralchirugie, von Vertretern der ADDZ (Arbeitsgemeinschaft deutscher Darmkrebszentren) sowie der Geschäftsstelle der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

In der momentanen Pilotphase erfasst die StudyBox Studien an DKG-zertifizierten Darmkrebszentren. Über die Suchfunktion in der StudyBox können erkrankungs- und stadienspezifische Studien identifiziert werden. Die StudyBox zeigt zudem, welche Studien aktuell Patienten rekrutieren und welche bereits geschlossen sind. Hier geht es zur StudyBox.

Beteiligte Einrichtungen
Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG)
OnkoZert
Arbeitsgemeinschaft deutscher Darmkrebszentren (ADDZ)

Förderer
Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Laufzeit
18 Monate

Publikationen
Kowalski C, Wesselmann S, Ferencz J, Post S, Seufferlein T. (2016) Die StudyBox für Darmkrebsstudien. DKG Forum 31: DOI 10.1007/s12312-016-0128-3.

Kowalski C, Jena S, Kliemann D, Antes G. (2015) Zur Diskussion: Studienregister fur die Onkologie nutzen - StudyBox und Deutsches Register Klinischer Studien. Z Evid Fortbild Qual Gesundhwes 109(6): 431-436.

Kowalski C, Ferencz J, Benz S, Post S, Seufferlein T, Stinner B, Penzes O, Wesselmann S. (2016) Hemmende und fördernde Faktoren bei der Durchführung von Studien – Die Sicht von Darmkrebszentrumskoordinatorinnen und –koordinatoren. Zeitschrift für Gastroenterologie 54: 409–415.

Abschlussbericht
Hier geht’s zum Abschlussbericht auf den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit:

Kurzbericht:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/publikationen/ministerium/details.html?bmg%5Bpubid%5D=3215

Abschlussbericht:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/publikationen/ministerium/details.html?bmg%5Bpubid%5D=3216

Webseite
www.studybox.de

Ansprechpartner
Dr. Christoph Kowalski (kowalski@krebsgesellschaft.de)

NWOB

NWOB

Organisationen der Gesundheitsversorgung (z. B. Arztpraxen, Krankenhäuser) stehen vor der Herausforderung, eine bestmögliche Versorgung zu leisten und zugleich wirtschaftlich tragfähig zu sein. Hierbei müssen die Interessen ganz verschiedener Akteursgruppen innerhalb und außerhalb der Organisation berücksichtigen (z. B. Patienten, Mitarbeiter, Kostenträger, Kooperationspartner), die alle dem Erfolg zu- oder abträglich sein können. Kontextfaktoren (z. B. länderspezifische Gesetzgebungen) beeinflussen die Organisationen zusätzlich. Nicht alle diese Herausforderungen sind dabei spezifisch für Organisationen der Gesundheitsversorgung, sondern vielfach so oder ähnlich auch bei anderen Organisationstypen zu finden. Klar ist allerdings, dass große Unterschiede zwischen Organisationen der Gesundheitsversorgung bestehen. Diese Unterschiede betreffen beispielsweise die personelle und apparative Ausstattung, das Arbeitsklima und letztlich auch die erbrachte Versorgungsqualität.

Das Ziel des Netzwerks NWOB (Network on Organizational Behaviour in Healthcare - Organisationales Verhalten in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung in Deutschland: Theoretische Ansätze, Methoden und Ergebnisse) ist es, organisationale Spezifika von Einrichtungen der Gesundheitsversorgung in den Blick zu nehmen, d. h. die formalen Organisationen, deren Zweck, Kontext und Umwelt sowie das Verhalten von Personen innerhalb dieser Organisationen und deren Auswirkung auf den Erfolg der Organisationen zu untersuchen.

Das Netzwerk besteht aus 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus verschiedenen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Verbänden in Deutschland und ist interdisziplinär zusammengesetzt. Sie ist aus der AG Versorgungsforschung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) entstanden.

Beteiligte Einrichtungen
Universität Freiburg (PD Dr. Mirjam Körner, Sprecher des Netzwerks)
Deutsche Krebsgesellschaft (Dr. Christoph Kowalski, Sprecher des Netzwerks)
Universität Hamburg
Universität Bremen
Universität Lübeck
Universität Bonn
Universität zu Köln
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Medizinische Hochschule Hannover
Universität Oldenburg

Förderer
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Laufzeit
Juli 2014 – Dezember 2018

Publikationen
Körner M, Ansmann L, Schwarz B, Kowalski C. (2018). Organizational Behaviour in Healthcare – Theoretical Approaches, Methods and Empirical Results. Wien, Niederlassung Zürich: LIT Verlag.

Ansprechpartner
Dr. Christoph Kowalski

SoBoP

Die Soziale Arbeit ist ein wichtiges Element in der Versorgung von Krebspatienten und Angehörigen. In der SoBoP-Studie (Sozialdienstliche Betreuung onkologischer Patienten in Deutschland) wurden ambulant und stationär tätige Sozialarbeiter/innen und Sozialpädagog/innen befragt, um die spezifischen Tätigkeitsinhalte sowie den Zeitumfang bei der Betreuung onkologischer Patienten zu ermitteln. Des Weiteren wurden die Arbeitsbedingungen und die arbeitsspezifischen Ressourcen und Belastungen gemessen. 

Die Befragung wurde unter den Mitgliedern der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG), die in der praktischen Versorgungsarbeit tätig sind, durchgeführt. Es wurde ein von jedem Befragten einmalig auszufüllender Onlinefragebogen genutzt.

Die Studienergebnisse liefern einen Überblick über das Tätigkeitsfeld sowie berufsbezogenen Ressourcen und Belastungen der Befragten. Erste Ergebnisse sind in Form von Beiträgen im Forum Sozialarbeit + Gesundheit veröffentlicht und können in der Rubrik "Fachartikel der DKG" kostenlos heruntergeladen werden.

Beteiligte Einrichtungen
Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG)
Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG)
Institut für Medizinische Soziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Universität zu Köln

Förderer
Die Studie wurde aus Eigenmitteln finanziert.

Laufzeit
September 2014 bis September 2016

Publikationen
Kowalski C, Nitzsche A, Adolph H, Walther J, Rösler M. (2016) Sozialarbeiterische Beratungsinhalte bei onkologischen Patienten – Ergebnisse der DVSG-Mitglieder-Befragung 2016 Teil III. Forum Sozialarbeit + Gesundheit 3/2016: 34-39.

Nitzsche A, Adolph H, Kowalski C. (2016) Ressourcen und Belastungen in der Sozialen Arbeit im Gesundheitswesen – Ergebnisse der DVSG-Mitglieder-Befragung. Forum Sozialarbeit + Gesundheit 2/2016: 28-32.

Adolph H, Kowalski C, Nitzsche A, Weis I. (2016) DVSG-Mitgliederbefragung 2015. Teil I – Fallbezogene und nicht-fallbezogene Tätigkeiten in Beratung. Forum Sozialarbeit + Gesundheit 1/2016: 41-43.

Ansprechpartner
Dr. Christoph Kowalski (kowalski@krebsgesellschaft.de)


PIAT

Die PIAT-Studie

Ziel der PIAT-Studie (Breast cancer patients´ information and training needs), die unter Federführung des Instituts für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Universität zu Köln durchgeführt wurde (Univ.-Prof. Dr. Holger Pfaff), war die Erfassung des Bedarfs an Informations- und Schulungsmaßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz von Patientinnen und Patienten mit einem Mammakarzinom.

Um diesen Bedarf ermitteln zu können, wurden im Anschluss an Fokusgruppendiskussionen und teilstandardisierte Einzelinterviews in einer prospektiven multizentrischen Kohortenbefragung Patientinnen zu drei Messzeitpunkten schriftlich befragt. Des Weiteren wurden einmalig Brustkrebszentren befragt, um die Prozess- und Strukturdaten sowie die Organisationsmerkmale zu ermitteln. Die Studienergebnisse sollten Möglichkeiten aufzeigen, die Gesundheitskompetenz der Patientinnen zu verbessern sowie die Entwicklung  von bedarfsgerechten Informations- und Schulungsmaßnahmen für Betroffene zu fördern.

Bundesweit nahmen 48 Brustkrebszentren mit insgesamt 60 Standorten teil. Die PIAT-Studie ermittelte, dass Patient/Innen vielfältige Informationsbedürfnisse haben und über eine „gute bis mittlere“ Gesundheitskompetenz verfügen. Schulungsangebote für Patient/Innen wurde fast gar nicht wahrgenommen. 

Beteiligte Einrichtungen
Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Universität zu Köln
Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG)
Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.
Pädagogische Hochschule Freiburg

Förderer
Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im Rahmen der Ressortforschung „Forschung im Nationalen Krebsplan“

Laufzeit
März 2012 bis März 2015

Publikationen
Halbach SM, Ernstmann N, Kowalski C, Pfaff H, Pförtner TK, Wesselmann S, Enders A. Unmet information needs and limited health literacy in newly diagnosed breast cancer patients over the course of cancer treatment. Patient Educ Couns, DOI: 10.1016/j.pec.2016.06.028.

Halbach SM, Schmidt A, Kowalski C, Pfaff H, Wesselmann S, Pförtner TK, Wirtz M, Ernstmann N. (2016). Health literacy and fear of cancer progression in elderly women newly diagnosed with breast cancer-A longitudinal analysis. Patient Educ Couns 99(5): 855-862.

Schmidt A, Ernstmann N, Wesselmann S, Pfaff H, Witz M, Kowalski C. (2016). After initial treatment for primary breast cancer: information needs, health literacy, and the role of health care workers. Support Care Cancer 24(2): 563-571.

Schmidt A, Kowalski C, Pfaff H, Wesselmann S, Wirtz M, Ernstmann N. (2015). The Influence of Health Literacy on Information Needs Among Women Newly Diagnosed With Breast Cancer, With Special Reference to Employment Status. J Health Commun 20(10): 1177-1184.'

Schmidt A, Wesselmann S, Kowalski C. (2015). Informationsbedürfnisse und Informationsprozesse in zertifizierten Zentren am Beispiel der Brustkrebszentren – Ergebnisse der PIAT-Studie. DKG Forum 30: 218-223.

Kowalski C, Lee, S-YL, Schmidt A, Wesselmann S, Wirtz MA, Pfaff H, Ernstmann N. (2015). The health-literate health care organization 10 item questionnaire (HLHO-10): Development and validation. BMC Health Services Research 15: 47.

Ansprechpartner:
Dr. Christoph Kowalski (kowalski@krebsgesellschaft.de)