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Wann Krebs weh tut
Nicht alle Krebspatienten haben mit Schmerzen zu kämpfen.
Rund 60 Prozent der Schmerzen, die bei Krebs auftreten, werden durch die Erkrankung selbst ausgelöst. Die Schmerzen können direkt an der Stelle entstehen, wo der Tumor wächst, oder aber an den Orten, in denen der Krebs schon Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet hat.
Dabei ist es genau genommen nicht der Tumor, der weh tut, sondern die benachbarten Strukturen und Organe. Denn Krebszellen verdrängen oder zerstören durch ihr Wachstum gesunde Organe und Nerven. Wird beispielsweise ein Tumor in der Leber zu groß, kann dies zu Druck- und Spannungsschmerzen im rechten Oberbauch führen. Oder bei Knochenmetastasen kommt es an den Stellen, wo der Tumor wächst, zu dumpfen oder pochenden Schmerzen im Knochen. Die Schmerzrezeptoren nehmen den Eingriff in das gesunde Gefüge wahr und leiten die Information an das Gehirn weiter.
Attackiert der Krebs kein gesundes Gewebe oder haben die Organe und Nerven genug Raum zum Ausweichen, um ihren Funktionen ungestört nachkommen zu können, treten dagegen keine Schmerzen auf. Denn Krebswachstum allein ist nicht schmerzhaft, weshalb Krebserkrankungen auch häufig erst spät erkannt werden.
Treten bei einer bereits bekannten Krebserkrankung auf einmal Schmerzen auf, bedeutet dies nicht gleich, dass der Krebs weiter fortschreitet, denn andere Ursachen wie Kopfschmerzen bei Wetterumschwung, Knochenschmerzen bei Osteoporose oder Knieschmerzen wegen Arthrose kommen bei Krebskranken genauso häufig vor wie bei anderen Menschen.
(red)
Quellen:
R. Hartenstein, U. R. Kleeberg: Schmerztherapie, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 2162-2179
Aktualisiert am: 31.05.11 - 13:47