Angaben zu Autoren und Sponsoren finden Sie am Ende des Beitrags.
Aus der Geschichte lernen
Wissenschaftler haben mittlerweile eine ganze Reihe krebsauslösender Substanzen identifiziert. Den Anfang machten englische Ärzte im 18. Jahrhundert Bereits 1762 wies John Hill auf die krebserzeugende Wirkung von Schnupftabak hin. Bekannter ist der Chirurg Sir Percival Pott (1713-1788). 1775 beschrieb der Londoner Arzt die
auffallende Häufung von Skrotalkrebs (Hodensackkrebs) bei Schornsteinfegern und erkannte, dass an dieser Krankheit Umweltfaktoren beteiligt waren: Auf Grund ihres Berufs waren die Schornsteinfeger großen Mengen von Ruß ausgesetzt und besonders bei denjenigen, die nicht regelmäßig badeten, sammelte sich dieser auf dem Skrotum an.
Der Ruß, von dem man heute weiß, dass er sogenannte polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe enthält, sowie mangelnde Hygiene führten also zum gehäuften Auftreten von Tumoren an der Hodenhaut.
Damit war Sir Percival Pott der erste Nachweis eines beruflich bedingten Krebsleidens gelungen. Heute gilt Hautkrebs durch Ruß als anerkannte Berufskrankheit.

(red)
Quellen:
K. Norpoth, H.-J. Woitowitz: Beruflich verursachte Tumoren, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 248-278
K.S. Zänker, N. Becker: Primäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 279-306
Aktualisiert am: 06.06.11 - 20:33