Mit der Industrialisierung vervielfachten sich die möglichen Krebsursachen. Die meisten der bekannten oder mutmaßlichen Kanzerogene sind Chemikalien, die erst in den letzten 150 Jahren entwickelt worden sind. Da die Stoffe oft nicht isoliert, sondern in Gemischen verwendet oder freigesetzt werden, ist die Abschätzung des Krebsrisikos im jeweiligen Fall entsprechend schwierig. Eindeutig gefährlichVon einigen Stoffen weiß man jedoch, dass sie Krebs auslösen oder fördern können, etwa Asbest und manche Schwermetalle (z. B. Nickel oder Zinkchromat), das Dioxin TCDD, Benzol und polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) wie Benzo(a)pyren. Auch einige Gemische gelten als kanzerogen: Dieselabgase, Kohlenteer, Kokereiabgase, Ruße, un- oder wenig behandelte Mineralöle und nicht zu vergessen Tabakrauch, der sich aus Tausenden von Substanzen zusammensetzt. (Auch Passivrauchen ist als beim Menschen krebserzeugend anerkannt.)
Im Alltag seltenAbgesehen vom Tabakrauch sind die meisten Menschen jedoch nach Ansicht von Experten im Alltag krebsauslösenden Substanzen kaum in
gefährlichem Umfang ausgesetzt. Ausnahmen sind z. B. verunreinigte Böden an Industriestandorten oder Sondermülldeponien, die nicht saniert wurden, sowie, in geringerem Umfang, die Luft in Großstädten. Autoabgase, die sich vor allem in stark befahrenen Straßenschluchten ansammeln, enthalten u. a. Benzol und PAKs. Insgesamt ist die Luftverschmutzung jedoch in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen.
Gesetze und VorschriftenManche Stoffe (z. B. Dioxine) sind in der Umwelt insgesamt durch technische und rechtliche
Maßnahmen stark reduziert worden. Andere wurden verboten wie der chlorierte Kohlenwasserstoff PCP (Pentachlorphenol, Vorkommen z. B. in Holzschutzmitteln), der als krebserzeugend gilt. Ebenfalls verboten sind die polychlorierten Biphenyle (PCB, als Weichmacher in Kunststoffen, als Zusatzstoff für Farben und Dichtungsmassen und vieles mehr verwendet), die im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen.
Andererseits sind mit Sicherheit noch nicht alle möglichen Risiken identifiziert. Wenn Experten beispielsweise erklären, dass Eichen- und Buchenholzstaub Tumoren der Nasenhaupt- und –nebenhöhlen verursachen können, so bedeutet das nicht, dass der Staub anderer Holzarten ungefährlich ist, sondern nur, dass man noch keine ausreichenden Beweise besitzt. Natürlich sind, wie bei vielen anderen Stoffen, vor allem diejenigen Menschen gefährdet, die durch ihren Beruf Tag für Tag mit den entsprechenden Gefahrstoffen umgehen.
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Mülldeponien bergen viele Schadstoffe.