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Gefährliche Fasern / Asbest
Asbestfasern sind für einen großen Teil der berufsbedingten Krebserkrankungen verantwortlich und können eine ansonsten eher seltene Krebsform verursachen: das Mesotheliom.
Asbest ist ein Sammelbegriff für verschiedene faserförmige Mineralien. Sie sind feuerfest und eignen sich gut für Dämm- und Isoliermaterial. Entsprechend vielseitig wurde Asbest eingesetzt: in Brems- und Kupplungsbelägen, als Asbestzement in Gebäuden, in Dämmplatten und Fußbodenbelägen, zur Isolierung von Rohren, Heizungen, Elektrogeräten, in feuerfesten Geweben und vielem mehr.
Asbest ist beim Menschen eindeutig krebserzeugend. Durch Verschleiß und bei der Bearbeitung spalten sich staubfeine Fasern ab, die v. a. Tumoren (Mesotheliome) des Brust- oder Rippenfells sowie Lungenkrebs verursachen können.
Da Import und Verwendung von Asbest inzwischen verboten sind, geht heute eine Gefährdung besonders von Abbruch- und Sanierungsarbeiten aus. Wichtig sind dabei folglich besondere Schutzmaßnahmen sowie eine fachgerechte Entsorgung der Asbestprodukte. Entsprechende Arbeiten im eigenen Haushalt sollte man Spezialfirmen überlassen.
Künstliche Mineralfasern
Laut MAK-Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (MAK = Maximale Arbeitsplatz Konzentration) lässt sich aus den bisher vorliegenden Studien eine krebserzeugende Wirkung von künstlichen Mineralfasern beim Menschen weder bestätigen noch widerlegen. Dazu gehören z. B. Fasern aus Glas, Keramik oder Steinwolle. Vorsorglich werden zunächst alle diese Fasern als krebsverdächtig angesehen. Eine genauere Bewertung der einzelnen Faserstaubarten findet sich in der MAK-Werte-Liste 2001. Die Einstufung beruht auf Untersuchungen an Tieren und auf Laborversuchen.
(red)
Quellen:
K. Norpoth, H.-J. Woitowitz: Beruflich verursachte Tumoren, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 248-278
K.S. Zänker, N. Becker: Primäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 279-306
Aktualisiert am: 06.06.11 - 20:42