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Dioxin/Verbrennungsprodukte
Dioxin - das "Sevesogift"
Bekannt geworden sind Dioxine, als diese hochgiftigen Stoffe 1976 durch einen Unfall aus einer Pestizidfabrik im italienischen Seveso entwichen.
Dioxine sind eine Gruppe von Verbindungen, die schwere Leber- und Hautschäden verursachen können. Eine von ihnen ist das „Seveso-Dioxin“ Tetrachlordibenzodioxin (TCDD).
Dioxine werden hauptsächlich durch Verbrennungsprozesse sowie bei der Produktion und Verwendung chlororganischer Verbindungen freigesetzt. Sie werden nur langsam abgebaut und reichern sich deshalb in Lebewesen, z. B. auch im Fettgewebe und in der Leber des Menschen, an. Die Belastung der deutschen Bevölkerung mit Dioxinen hat jedoch seit Ende der 80er Jahre deutlich abgenommen.
Spezieller Mechanismus
TCDD ist als krebserzeugend eingestuft. Auf Grund seines speziellen Wirkmechanismus lässt sich aber, so die zuständige Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft, ein MAK-Wert angeben, unterhalb dessen kein nennenswerter Beitrag zum Krebsrisiko für den Menschen zu erwarten ist.
TCDD verursacht allein keine Tumorerkrankung. Es verändert nämlich nicht - wie die meisten anderen krebsauslösenden Faktoren - das Erbgut von Zellen, sondern bewirkt, dass bereits vorhandene Tumoren schneller wachsen. So ergaben Studien mit Arbeitern in Fabriken zur Herstellung von Herbiziden ein leicht erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen insgesamt, jedoch nicht für eine bestimmte Krebsart.
Die damalige Belastung mit TCDD in Seveso hat bisher noch nicht zu einem Anstieg der Krebshäufigkeit geführt. Eine abschließende Aussage ist allerdings noch nicht möglich.
Verbrennungsprodukte
Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe
Bei der unvollständigen Verbrennung von organischem Material entstehen sogenannte polycyclische aromatischen Kohlenwasserstoffe. Die Industrialisierung hat dazu geführt, dass diese Substanzen in größerem Umfang freigesetzt werden.
Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (abgekürzt PAK oder nach dem englischen Begriff: PAH) entstehen bei den unterschiedlichsten Prozessen, z. B. beim Betrieb von Heizkraftwerken, der Abfallverbrennung, der Kohleverkokung, in der petrochemischen Industrie und auch bei der Kohleverfeuerung in Haushaltsöfen. Man findet sie in Autoabgasen, in Ruß und Teer und außerdem in Tabakrauch.
Gefährliche Gemische
PAK sind äußerst komplexe Gemische und enthalten in unterschiedlicher Zusammensetzung Stoffe, die bei Tieren Krebs verursachen. Ein wichtiger Bestandteil ist das Benzo(a)pyren, das auf Grund von Tierversuchen als beim Menschen krebserzeugend anzusehen ist. Der Anteil solcher Substanzen ist in verschiedenen Teeren und in Kokereirohgasen besonders hoch und diese Stoffgemische werden deshalb in der MAK-Werte-Liste der Deutschen Forschungsgemeinschaft (MAK = Maximale Arbeitsplatz-Konzentration) als krebserzeugend beim Menschen eingestuft.
PAK verursachen vorwiegend Lungenkrebs (beim Einatmen) sowie Hautkrebs (bei Hautkontakt).
(red)
Quellen:
K. Norpoth, H.-J. Woitowitz: Beruflich verursachte Tumoren, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 248-278
K.S. Zänker, N. Becker: Primäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 279-306
Aktualisiert am: 06.06.11 - 20:46