Es gibt eine Reihe von wirkungsvollen Behandlungen bei Knochenmetastasen. Bei manchen wird die Krebsart direkt behandelt und damit auch die Knochenmetastasen, andere zielen nur auf die befallenen Stellen im Knochen ab. Für welche der Therapie man sich entscheidet, hängt unter anderem davon ab, wie ausgedehnt der Knochenbefall ist und welche Beschwerden er verursacht.
- Bestrahlung
- Hormontherapie
- Chemotherapie
- Operation
- Bisphosphonat-Therapie
BestrahlungDie Strahlentherapie wird bei Knochenmetastasen eingesetzt, wenn diese Schmerzen verursachen, die Gefahr eines Bruches besteht oder wenn ein solcher schon eingetreten ist, aber keine Operation durchgeführt werden kann. Die Bestrahlung kommt vor allem für die Behandlung einzelner Knochenmetastasen in Frage. Die Schmerzen werden meist schon innerhalb einiger Tage gelindert. Nach einer Bestrahlung bildet sich das Knochengewebe in der Regel wieder neu, wodurch sich die Gefahr eines (erneuten) Knochenbruches verringert.
Findet man viele Metastasen an unterschiedlichen Stellen, wird man die Behandlung mit Medikamenten einer Bestrahlung meist vorziehen.
HormontherapieManche Krebsarten brauchen Geschlechtshormone, um wachsen zu können. Mit einer Antihormontherapie, die die Produktion dieser Geschlechtshormone hemmt, kann der Tumor „ausgehungert“ werden. Dies gilt nicht nur für den Primärtumor, sondern auch für die Metastasen im Knochen und anderen Organen. Eine Hormontherapie setzt somit nicht allein am Knochen an, sondern beeinflusst alle Krebszellen im Körper.
ChemotherapieUnter dem Begriff Chemotherapie verstecken sich unterschiedliche Substanzen, die Zellen in ihrem Wachstum hemmen, also auch das Zellwachstum der (Knochen-)Metastasen. Da diese Fähigkeit sich nicht auf Krebszellen allein auswirkt, sondern alle teilungsfähigen Zellen im Körper betrifft, muss man in Kauf nehmen, dass neben den Tumorzellen immer auch gesunde Zellen angegriffen werden. Dies ist auch der Grund für Nebenwirkungen wie Haarausfall. Ob und welche Chemotherapie eingesetzt wird, hängt unter anderem von der Art und der Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors ab, aber auch von den Beschwerden und dem Allgemeinzustand der Patientin. Eine Kombination aus Chemotherapie und Hormonbehandlung kann in bestimmten Fällen die Wirkung jeder einzelnen Behandlungsform verbessern.
OperationEine operative Therapie von Knochenmetastasen kommt aus zwei Erwägungen in Betracht: Entweder droht ein Knochen durch die Veränderungen an einer Stelle zu brechen, oder er ist bereits gebrochen. Im Gegensatz zu einem Knochenbruch durch einen Unfall spricht man dann von einer „pathologischen Fraktur“, was bedeutet, dass keine äußere Gewalt den gesunden Knochen beschädigt hat, sondern ein kranker Knochen ohne äußere Gewaltanwendung bricht. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn ein Beinknochen durch einen Tumor so anfällig geworden ist, dass er bei normalen Alltagsbelastungen wie Spazierengehen zu brechen droht oder bricht.
Bisphosphonat-TherapieDie sogenannten Bisphosphonate behandeln die Folgen der Knochenmetastasen gezielt und sehr wirkungsvoll. Ursprünglich stammen die Bisphosphonate aus der Osteoporosebehandlung, wurden also gezielt zur Stabilisierung brüchiger Knochen entwickelt. Bisphosphonate verbinden sich besonders stark mit dem Knochen, so dass der Knochenabbau durch die Osteoklasten erschwert wird.
Bisphosphonate lassen sich gut mit anderen krebswirksamen Medikamenten kombinieren. Sie können daher eine laufende Hormon- oder Chemotherapie problemlos ergänzen. Die Behandlung erfolgt ambulant in einer Fachpraxis oder einer Klinik.
In den letzten Jahren ist die Entwicklung der Bisphosphonate weiter fortgeschritten. Moderne Bisphosphonate, zu denen z.B. das Zoledronat (Zoledronsäure) gehört, zeichnen sich durch eine schnelle, bessere und lang anhaltende Wirksamkeit aus. Zoledronat hat gegenüber anderen Bisphosphonaten weitere Vorteile: Während die Standard-Infusionen bisher zwei Stunden dauern, nimmt eine Infusion mit Zoledronat mindestens 15 Minuten in Anspruch.
Auch in Tablettenform stehen Bisphosphonate jetzt zur Verfügung (Clodronat, Ibandronat). Die Bisphosphonat-Tabletten eignen sich gut für eine Langzeittherapie. Patienten müssen keine zusätzlichen Arztbesuche und Infusionszeiten auf sich nehmen, sondern können die Tablette zu Hause oder unterwegs einnehmen. Auch Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion profitieren von der oralen Therapie, da die Nierenverträglichkeit von oralen Bisphosphonaten in klinischen Studien nachgewiesen werden konnte.
Zusätzlich zu ihrer Wirksamkeit bei Knochenmetastasen wird diskutiert, ob frühzeitige Gaben von Bisphosphonaten – also bereits vor dem Auftreten von Knochenmetastasen – günstig sein könnten. Möglicherweise besitzen die Wirkstoffe auch eine direkte Anti-Tumor-Wirkung und könnten somit – adjuvant in Kombination mit anderen Therapien eingesetzt – die Streuung von Krebszellen hemmen. Allerdings waren die Studienergebnisse dazu bisher nicht einheitlich.
Bisphosphonate sind sehr gut verträglich. Am Anfang der Therapie kommt es bei manchen Patientinnen zu grippeähnlichen Beschwerden, wie Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber. Führt man die Behandlung fort, verschwinden diese Symptome meist wieder. Bei einer Langzeittherapie sollte jedoch auf die Nierenfunktion geachtet werden. Ungeeignet sind Bisphosphonate für schwangere oder stillende Frauen.