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Schmerzen durch Krebstherapien
Operation, Bestrahlung und Medikamente sind moderne Waffen gegen den Krebs. Auch wenn diese immer ausgereifter werden, lassen sich Nebenwirkungen nicht immer vermeiden – manchmal auch Schmerzen nicht.
Wird ein Krebs festgestellt, versucht man diesen meist durch eine Operation komplett zu entfernen. Um dies zu erreichen, wird häufig auch gesundes Gewebe um den Tumor herum weggenommen, denn sicher ist sicher. Die Verletzung gesunden Gewebes verursacht Wundheilungsschmerzen. Und werden größere Nerven geschädigt, können sich chronische Schmerzen entwickeln. Es geht aber auch umgekehrt: Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs durchtrennt man häufig sogar ganz bewusst ein Nervengeflecht, dass für die Schmerzleitung in diesem Bereich zuständig ist. Damit beugt man Schmerzen vor, die in fortgeschrittenem Stadium bei diesem Krebs sonst häufig auftreten.
Aber nicht nur direkt nach der Operation klagen manche Krebspatienten über Schmerzen, sondern auch Monate später, wenn schon alles von außen verheilt aussieht. Von solchen Phänomenen berichten vor allem Patienten, die einen Eingriff am Hals oder Brustkorb hatten. Der Schmerz wird dann häufig als brennend und plötzlich einschießend empfunden. Ursache sind Irritationen der schmerzleitenden Nerven durch Vernarbungen in der Operationsgegend.
Rückt man der Krebserkrankung mit einer Chemotherapie zu Leibe, wird diese häufig über eine Infusion direkt ins Blut geleitet. Damit ist gewährleistet, dass die Medikamente rasch über das Blut den Tumor erreichen. Die verwendeten Substanzen können aber die Gefäße angreifen, so dass es im Bereich der Infusionsnadel zu Entzündungen kommen kann. Eine solche Reizung wird als Schmerz wahrgenommen. Um dies zu vermeiden, sucht man sich meist große Blutgefäße an den Armbeugen oder legt sogar einen Plastikschlauch in die noch größere Arterie unter dem Schlüsselbein. Ein solcher Zugang kann dann mehrmals genutzt werden, und man entfernt ihn erst wieder, wenn alle Chemotherapiezyklen vorüber sind - häufig handelt es sich um vier bis sechs Infusionen im Abstand von ein bis zwei Monaten. Aber nicht nur durch Gefäßreizungen können die Medikamente Schmerzen hervorrufen. Manche Inhaltsstoffe greifen Nerven an und verursachen dadurch Missempfindungen wie Taubheitsgefühl oder brennende Nervenschmerzen, die vor allem in den Händen und Füßen auftreten.
Bestrahlungen werden eingesetzt, um Tumoren zu verkleinern. Wird der Krebs von außen bestrahlt, muss die Strahlung durch die Haut hindurch und kann dort zu schmerzhaften Rötungen und Verbrennungen führen. Selbst wenn man versucht, die Strahlung ganz gezielt auf das Tumorgewebe zu richten, bekommt auch das umgebende gesunde Gewebe etwas davon ab. Befinden sich in diesem Bereich zum Beispiel viele Nerven, können sie geschädigt werden, Schmerzen oder Taubheitsgefühle sind die Folge.
Wird im Halsbereich bestrahlt, klagen manche Betroffene über Halsschmerzen und Heiserkeit.
Fast jede Therapieform, die gegen einen Krebs eingesetzt wird, kann auch zu Nebenwirkungen führen. Ärzte werden daher bei jeder Patientin und jedem Patienten ganz genau abwägen, welche Vorteile eine Behandlung im Einzelfall bringt. Nur wenn diese die in Kauf zu nehmenden Nachteile überwiegen, wird sie auch eingesetzt
(red)
Quellen:
R. Hartenstein, U. R. Kleeberg: Schmerztherapie, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 2162-2179
Aktualisiert am: 31.05.11 - 13:51