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Was kann ich selbst tun?

Eine Erkrankung an Krebs ist für viele Menschen gleichbedeutend mit dem nahen Ende des Lebens. Dies trifft heute nicht mehr zu, denn viele Krebs-erkrankungen sind inzwischen heilbar. Allerdings müssen sie in einem möglichst frühen Stadium erkannt werden. Was Sie selbst tun können, um einen Krebs frühzeitig zu bemerken, erfahren Sie hier.

Regelmäßige Selbstuntersuchung des Körpers

„Mich wird es schon nicht treffen“, ist eine weit verbreitete Ansicht, auch wenn es um Krebs geht. Sie verleitet dazu, die Früherkennung zu vernachlässigen. Das aber wäre angesichts der jährlich fast 350.000 Neuerkrankungen allein in Deutschland leichtsinnig. Deshalb rät die Deutsche Krebsgesellschaft, regelmäßig aktiv zu werden und den eigenen Körper zu untersuchen.

Es gibt vier Anweisungen, die Sie befolgen können:
  • ab und zu den Körper genau ansehen und nach Veränderungen absuchen
  • bestimmte Bereiche gründlich abtasten
  • auf Warnsignale wie Knoten in der Brust, schwachen Urin oder Schmerzen achten und gegebenenfalls umgehend den Arzt konsultieren
  • das Angebot der Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen
Vor allem Selbstuntersuchungen führen mit der Zeit dazu, dass Sie Ihren Körper immer besser kennenlernen. Das ist sehr hilfreich, denn so können Sie ungewöhnliche Symptome leichter ausmachen.

Blicke helfen heilen

Die visuelle Inspektion des Körpers dient vor allem der Früherkennung von Hautkrebs. An dessen bösartigster Form, dem malignen Melanom, erkrankten in Deutschland 1998 nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts mehr als 6.200 Menschen neu. Die Deutsche Krebsgesellschaft empfiehlt: Schauen Sie einmal monatlich Ihre Haut genau an und lassen Sie versteckte Stellen nicht aus, denn auch in Regionen, die der Sonne nicht ausgesetzt werden, kann Hautkrebs entstehen. Bitten Sie Ihren Partner um Hilfe, denn er kann Ihren Rücken besser absuchen als Sie selbst.

Testen durch Tasten

Tastuntersuchungen, die jeder bei sich selbst vornehmen sollte, haben bei der Krebsfrüherkennung eine besondere Bedeutung. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Selbstuntersuchung der Brust bei Frauen. Hierfür gibt es detailliere Schemata, nach denen Frauen jeden Alters einmal im Monat ihre Brüste abtasten sollten. Diese ermöglicht es, selbst kleine Knoten zu ertasten.

Auch Hodenkrebs kann bereits im Frühstadium ertastet werden. Da diese Erkrankung am häufigsten bei Männern zwischen 20 und 40 Jahren auftritt, sollten auch jüngere Männer ihre Hoden einmal im Monat untersuchen: Bösartige Verhärtungen in den Hoden sind schmerzlos.

Bei frühzeitiger Erkennung der Krankheit liegen die Heilungschancen für Hodenkrebs bei etwa 90 Prozent, bei Brusttumoren im Frühstadium gibt es eine 98prozentige Überlebensrate von mehr als fünf Jahren nach der Operation haben. Fragen Sie deshalb beim geringsten Zweifel Ihren Arzt/Ihre Ärztin um Rat.

Es gibt noch weitere Krebsarten, bei denen tastbare Schwellungen auftreten können, beispielsweise in der Halsregion oder im Bauchraum, letzter
es allerdings meist nur bei schlanken Personen. Tumore an Knochen sind, je nachdem wo sie sich befinden, ebenfalls tastbar. Diese Beispiele zeigen, dass es tatsächlich sinnvoll ist, den ganzen Körper zu untersuchen und keine Region auszusparen.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen!

Trotz vieler Aufklärungskampagnen nehmen immer noch viel zu wenig Menschen an den kostenlosen Krebsfrüherkennungsmaßnahmen für Männer und Frauen teil. Die Angst davor, dass „etwas“ gefunden werden könnte, übertrifft oft die Überlegung, dass eine frühzeitige Diagnose die größten Heilungschancen verspricht. Auch wenn eine Erkrankung an Krebs für den Einzelnen ein schwerer Schicksalsschlag ist, so bedeutet sie bei rechtzeitiger Erkennung schon lange nicht mehr das Ende. Deshalb kann die Devise nur lauten: Gehen Sie zu den vorgesehenen Früherkennungsuntersuchungen und wahren Sie damit die Chance auf eine erfolgreiche medizinische Behandlung!


Hier können Sie sich per Mail an Ihre Früherkennungstermine erinnern lassen.

(red)




Quellen:
N. Becker, L. v. Karsa: Sekundäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 307-339


Aktualisiert am: 20.05.11 - 22:06



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