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Pap-Test: Klassifikation nach Papanicolaou

Die sog. Zytodiagnostik dient der Früherkennung von Krankheiten, insbesondere Tumoren und Entzündungen. Dafür wird Probematerial auf verschiedenen Wegen entnommen und anschließend eingefärbt, um die Einzelzellen unter dem Mikroskop sichtbar und damit beurteilbar zu machen.

Gynäkologische Abstriche des weiblichen Genitalstrakts werden anhand einer Skala beurteilt, die sich„ „Pap-Skala“ nennt. Die Bezeichnung geht auf den Arzt und Anatomen G.N. Papanicolaou (1883-1962) zurück, der diese spezielle Methode zur Beurteilung von Zellen in den USA entwickelt hat.

Zellabstrich

Mit einem speziellen Instrument, dem so genannten Spekulum, entfaltet der Arzt zunächst die Scheide. Auf diese Weise lässt sich der äußere Muttermund direkt einsehen. Anschließend entnimmt der Arzt mit einem Wattestäbchen, einem Spatel oder einer Bürste Zellmaterial von Muttermund und Gebärmutterhalskanal (Abstrich). Dieser Vorgang ist völlig schmerzlos.

Die gewonnenen Zellen werden auf eine kleine Glasplatte (Objektträger) aufgetragen und in einem Speziallabor unter dem Mikroskop auf Veränderungen untersucht. Treten Abweichungen vom normalen Zellbild auf, so wird der Arzt – je nach Befund – weitere Untersuchungen veranlassen.

 
Sicht auf den Muttermund
Bild-Copyright: Prof. Beckmann,
Universität-Frauenklinik Erlangen

Klassifikation nach Papanicolaou

PAP-Gruppe   Beurteilung und therapeutische Konsequenz
PAP I Normales Zellbild Der Befund ist normal, es gibt keine Auffälligkeiten; erneute Untersuchung nach einem Jahr im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung
PAP II Entzündliche, regenerative, metaplastische oder degenerative Veränderungen Die Zellveränderungen sind unverdächtig, meist bedingt durch Bakterien oder anderen Keimen; ggf. Untersuchung nach 3 Monaten und eine evtl. Behandlung der Entzündung
PAP III Schwere entzündliche oder degenerative Veränderungen, eine Beurteilung, ob die Veränderungen bösartig sind, ist nicht sicher möglich Der Befund ist unklar; ggf. antibiotische oder hormonelle Behandlung, kurzfristige Kontrolle nach ca. 2 Wochen; bei anhaltendem Pap III ist eine histologische Abklärung wichtig
PAP III D Zellen weisen leichte bis mäßige untypische Zellveränderungen auf Meist hängt diese Veränderung mit dem häufig verbreiteten HPV - Infekt zusammen; Kontrolle nach 3 Monaten ist ausreichend, eine histologische Abklärung erst bei wiederholtem Auftreten erforderlich
PAP IV a Zellen schweren Dysplasie oder eines Carcinoma in situ (Krebsvorstufe) Gezielte Entnahme einer Gewebeprobe unter Lupenkontrolle (Kolposkopie) und mikroskopische Untersuchung des Gewebes (Histologie)
PAP IV b Zellen schweren Dysplasie oder eines Carcinoma in situ (Frühstadium eines Karzinoms), Zellen eines invasiven Karzinoms können nicht ausgeschlossen werden Gezielte Entnahme einer Gewebeprobe unter Lupenkontrolle (Kolposkopie) und mikroskopische Untersuchung des Gewebes (Histologie)
PAP V Zellen eines vermutlich invasiven Karzinoms, Tumor ist eindeutig bösartig Gezielte Entnahme einer Gewebeprobe unter Lupenkontrolle (Kolposkopie) und mikroskopische Untersuchung des Gewebes (Histologie)


Fachliche Beratung
Prof. Beckmann,
Universität-Frauenklinik Erlangen

(red)




Quellen:
N. Becker, L. v. Karsa: Sekundäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 307-339
Kommission Uterus d. AGO e.V. (Hrsg.): Interdisziplinäre S2k-Leitlinie für die Diagnostik und Therapie des Zervixkarzinoms, in: Leitlinien zum Zervixkarzinom, zum Endometriumkarzinom und zu den Trophoblasttumoren, W. Zuckschwerdt Verlag 2008, S. 1-72


Aktualisiert am: 20.05.11 - 22:09



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