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Fünf Fragen für Männer

Im Alter leiden die meisten Männer an Beschwerden beim Wasserlassen. Meist liegen gutartige Prostatavergrößerungen zugrunde. Es können aber auch Warnzeichen für Prostatakrebs sein. Ebenso kann Brennen beim Wasserlassen sowohl Symptom für relativ harmlose Krankheiten wie etwa Blasenentzündung als auch Warnsignal für Blasenkrebs sein. Worauf sollten Männer deshalb bei bestimmten Veränderungen und Beschwerden achten?

Die Deutsche Krebsgesellschaft hat fünf Fragen formuliert, mit denen Sie die Warnsignale des Körpers leichter erkennen können. Die Entstehung von Krebs ist ein schrittweiser Vorgang. Ab einer bestimmten Stufe sendet der Körper Warnzeichen aus. Darauf sollten Sie achten und handeln.

Haben Sie keine Angst vor einer Diagnose: Verdächtige Symptome bedeuten nicht zwingend eine Krebserkrankung – meist ist die Erkrankung gutartig –, zum anderen sind die meisten Krebsarten, im Frühstadium entdeckt, heilbar. Haben Sie etwas Verdächtiges bemerkt, sollten Sie deshalb auf jeden Fall umgehend Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen!

1. Ist es normal, dass meine Hoden sich teilweise hart anfühlen?

Nein, ist es nicht! Was Sie als “teilweise hart“ bezeichnen, sind sehr wahrscheinlich Knoten in den Hoden. Sie können verschiedene Ursachen haben, etwa eine Verletzung oder eine Zyste. Bleibende, schmerzlose Schwellungen können z. B. auf einen Wasserbruch zurückzuführen sein. Bei Knoten, die über einen längeren Zeitraum tastbar sind, kann es sich auch um Hodenkrebs handeln. Ausnahmsweise sind hiervon nicht ältere, sondern junge Männer zwischen 20 und 40 Jahren betroffen. Etwa 3.600 Neuerkrankungen werden jährlich in Deutschland diagnostiziert.

Sie können selbst etwas für eine rechtzeitige Entdeckung dieser Krankheit tun: Tasten Sie Ihre Hoden regelmäßig ab! Achten Sie dabei auf Verdickungen oder Verhärtungen. Wenn Ihnen etwas seltsam vorkommt, berichten Sie dies unverzüglich Ihrem Arzt. Fast jeder zweite Hodenkrebskranke geht aus falscher Scham erst dann, wenn der Primärtumor schon Tochtergeschwülste gebildet hat. Machen Sie den Arzt auch darauf aufmerksam, wenn Sie als Kind an Hodenhochstand gelitten haben. Dies gilt als wichtiger Risikofaktor für Hodenkrebs.

2. Ich habe Blut im Urin entdeckt. Was soll ich tun?

Blutbeimengungen im Urin, Brennen beim Wasserlassen oder häufiger Harndrang mit Entleerung nur kleiner Harnmengen können Symptome für verschiedene, relativ harmlose Krankheiten wie etwa eine Blasenentzündung sein. Es kann sich aber genau so gut um ein Warnzeichen für Blasenkrebs handeln. Jährlich werden in Deutschland etwa 15.000 Neuerkrankungen registriert, davon rund 10.300 bei Männern.

Nehmen sie also die Beschwerden auf jeden Fall ernst. Lassen Sie sich von einem Arzt untersuchen. Machen Sie ihn darauf aufmerksam, wenn Sie als Beschäftigter in der chemischen Industrie krebserregenden Stoffen, vor allem aromatischen Aminen, ausgesetzt sind oder waren. Und lassen Sie die Finger von Zigaretten und anderen Tabakwaren. Das lohnt sich auch nach langjährigem Rauchen.

3. Ich bin immer heiser, und warum tut das Schlucken weh?

Diese Warnzeichen können auch bei Entzündungen und anderen, harmlosen Erkrankungen auftreten. Gewissheit kann Ihnen aber nur ein Besuch beim Arzt geben. Wenn die Symptome trotz Behandlung nach drei Wochen nicht abgeklungen sind, ist eine Klärung durch den Hals-Nasen-Ohrenarzt unbedingt notwendig. Besonders wenn Sie rauchen und regelmäßig Alkohol trinken, können sie Warnsignale für Rachen- oder Kehlkopfkrebs sein. Von den ca. 12.900 jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland sind überwiegend Männer betroffen.

Doch kein Grund zur Panik: Rechtzeitig erkannter Mund-, Rachen- und Kehlkopfkrebs kann heute in über 90 Prozent der Fälle erfolgreich behandelt werden, ohne dass der Kehlkopf entfernt werden muss. Schieben Sie deshalb den Arztbesuch keinesfalls auf, wenn Sie länger als drei Wochen Schwierigkeiten beim Schlucken haben oder heiser sind.

Ein besonders wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Mund-, Rachen- und Kehlkopfkrebs sind Rauchen und Alkohol. Der Genuss, den man beim Konsum von Zigaretten hat, wiegt nicht die Beschwerden auf, die ein ausgewachsener Krebs verursachen kann. Beim Alkohol muss man nicht gänzlich auf einen guten Schluck verzichten. Es genügt, wenn man den Konsum auf ein vernünftiges Maß herabschraubt, also nicht täglich und in großen Mengen trinkt. Wer an seinem Arbeitsplatz mit Asbest, Arsen, Nickel, Chrom und Benzpyrenen zu tun hat, sollte sich wortgetreu an die einschlägigen Schutzvorschriften halten.

4. Mein Husten geht nicht weg. Kann das mit Krebs zu tun haben?

Husten ist ein mechanischer Reflex des Körpers, um die Lunge von Fremdstoffen zu befreien. Deshalb gibt es viele, harmlose Ursache für einen Husten. Aber wenn der Husten oder eine Bronchitis trotz Behandlung längere Zeit anhalten, und wenn Sie rauchen oder durch Ihren Beruf gefährlichen Stoffen wie Asbest, Nickel, Chrom, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen an Hochöfen oder in Gaswerken ausgesetzt sind oder waren, könnte das ein Warnsignal für Lungenkrebs sein. Betroffen davon sind vor allem Männer mit rund 28.200 von insgesamt 37.100 Neuerkrankungen jährlich in Deutschland.

Scheuen Sie bei Vorliegen eines oder mehrerer geschilderter Warnsignale nicht den Weg zum Arzt. Machen Sie ihn unbedingt darauf aufmerksam, ob und welche Risikofaktoren auf Sie zutreffen. Das Lungenkrebsrisiko verringern können Sie dadurch, dass Sie nicht rauchen oder aufhören zu rauchen. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben als wichtigste Ursache für Lungenkrebs den Zigarettenkonsum erwiesen.

5. Ich habe Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Muss ich deswegen unbedingt zum Arzt?

Im Alter leiden die meisten Männer an Beschwerden wie etwa der gutartigen Prostatavergrößerung. Die Folge: Eine Einengung der Harnröhre, demzufolge Harnstau und zunehmende Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Es kann sich jedoch auch um ein Warnzeichen für Prostatakrebs handeln, an dem jährlich in Deutschland rund 27.800 Männer neu erkranken.

Das Tückische am Prostatakrebs ist, dass er anfangs keine Beschwerden verursacht. Eben deshalb ist es für Männer ab 45 wichtig, einmal im Jahr zur Früherkennungsuntersuchung zu gehen. Die Chancen, ein Karzinom frühzeitig zu entdecken, stehen gut: Etwa 60 Prozent aller Prostatakarzinome entstehen in dem Bereich, der bei der Untersuchung abgetastet wird. Nehmen Sie also Beschwerden beim Wasserlassen ernst und suchen Sie einen Arzt auf.

Typische Risikogruppen wie bei vielen anderen Krebsarten gibt es bei Prostatakrebs nicht. Als Risikofaktoren sind grundsätzlich steigendes Alters sowie eine familiäre Häufung anzusehen. Einen gewissen Schutz bietet möglicherweise, den Verzehr von tierischen Fetten, also Fleisch und Wurst, zu reduzieren.

(red)




Quellen:
N. Becker, L. v. Karsa: Sekundäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 307-339


Aktualisiert am: 20.05.11 - 21:48



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