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Fünf Fragen für Frauen
Die Untersuchungen zur Früherkennung empfinden Frauen häufig als peinlich, sind davon doch ihre intimsten Körperstellen betroffen. Auch das Gespräch mit dem Arzt wird manchmal als belastend empfunden. Deswegen auf Früherkennung zu verzichten, wäre allerdings die schlechteste aller Lösungen. Zunächst haben Sie selbst eine Reihe von Möglichkeiten, festzustellen, ob Sie zu einer Risikogruppe gehören oder ob eine Krebserkrankung im Frühstadium vorliegt.
Wir haben deshalb für Sie fünf Fragen und mögliche Antworten formuliert. Sie werden Ihnen helfen, die Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung zu verstehen und ihre Notwendigkeit zu erkennen.
1. Betrifft mich das Thema überhaupt?
Brust Ihr Brustkrebs-Risiko ist erhöht, wenn
- Mutter oder Schwester(n) Brustkrebs hatten
- Sie schon früher an Brustkrebs erkrankt waren
- Sie älter als 50 Jahre sind
- Sie beim Abtasten eine besonders knotige
Brustdrüsenveränderung feststellen
- in der Mammographie zahlreiche Mikroverkalkungen
gefunden wurden
GebärmutterhalsRisiken für den Gebärmutterhalskrebs sind
- Alter über 50 Jahre, Wechseljahre erst nach dem 55.
Lebensjahrein Carcinoma in situ (Krebsvorstufe)
- in sehr jungen Jahren Geschlechtsverkehr und häufig
wechselnde Sexualpartner gehabt zu haben
- Infektionen mit dem sogenannten Papillomavirus
- eine geschwächte Immunabwehr
- Kinderlosigkeit, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck,
Übergewicht, Brust- oder Dickdarmkrebs.
2. Was sollte ich tun?
Brust
Im Frühstadium erkannt, sind Krebserkrankungen im allgemeinen gut behandelbar. Untersuchen Sie einmal im Monat Ihre Brüste auf Knoten und Veränderungen hin, am besten in den ersten zehn Tagen nach der Periode. Sollte Ihnen beim Abtasten etwas ungewöhnlich vorkommen, gehen Sie unverzüglich zum Arzt!
Gebärmutterhals
Durch Abtasten ist in diesem Fall keine Früherkennung möglich. Sie können aber auf ungewöhnliche Veränderungen Ihres Körpers achten oder gleich zu einem routinemäßigen Test zum Arzt gehen.
3. Soll ich wirklich zur Früherkennung gehen?
Brust
In der gesetzlichen Krankenkasse versicherte Frauen können ab dem 30. Lebensjahr jährlich eine Früherkennungsuntersuchung auf Brustkrebs machen lassen. Nutzen Sie diese Chance, besonders, wenn Sie erhöhte Risiken haben! Bei der Untersuchung tastet der Arzt die Brüste und die Achselhöhlen gründlich ab.
Gebärmutterhals
Wird ein Gebärmutterhalskrebs im Vor- oder Frühstadium erkannt, beträgt die Heilungsquote nahezu 100 Prozent. Die jährliche Früherkennungsuntersuchung gilt für gesetzlich versicherte Frauen ab dem 20. Lebensjahr. Sie ist einfach und schmerzlos: Der Arzt nimmt einen Zellabstrich. Unter dem Mikroskop lassen sich Veränderungen erkennen.
4. Welche Alarmsignale sendet mein Körper?
Brust
- Unterscheiden sich Ihre Brüste ungewöhnlich
voneinander? Hat sich die Größe einer Brust merklich
verändert?Heben Sie die Arme: Folgen die Brüste der Bewegung?
Ist die Höhe der Brustwarzen gleichmäßig?
- Wenn Sie auf dem Rücken liegen: Können Sie knotige
Strukturen ertasten? Auch das Gewebe zwischen Brust
und Achselhöhle erfühlen!
- Sitzend/stehend: Lässt sich aus den Brustwarzen eine
Absonderung herausdrücken? Ist eine Brustwarze
auffallend eingezogen?
Gebärmutterhals
- Blutungen, blutiger oder fleischfarbener Ausfluss
außerhalb der MonatsregelKontaktblutungen nach dem Geschlechtsverkehr
- Schleimhautabsonderungen und unangenehme Gerüche
aus der Scheide (Fluor)
- Zwischenblutungen, vor und nach der Regelblutung
auftretende Schmierblutungen (bei Frauen über dem 35.
Lebensjahr)
- Blutungen nach den Wechseljahren
- Schmerzen im Unterbauch
- Unerklärliche Gewichtsabnahme
5. Mit wem kann ich reden?
Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich am besten an den Arzt oder die Ärztin Ihres Vertrauens. Veränderungen können auch eine harmlose Ursache haben. Schieben Sie den Arztbesuch keinesfalls hinaus, weil Sie Ihre Beobachtungen für nicht wichtig halten oder weil Sie Angst vor der möglichen Diagnose haben: Eine Krebserkrankung hat um so bessere Heilungsaussichten, je früher sie erkannt und behandelt wird.
(red)
Quellen:
N. Becker, L. v. Karsa: Sekundäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 307-339
Aktualisiert am: 20.05.11 - 21:42