Angaben zu Autoren und Sponsoren finden Sie am Ende des Beitrags.
Krebsfrüherkennung
Ein rechtzeitig entdeckter Krebs ist in den meisten Fällen heilbar. Niemals zuvor war das medizinische Wissen über Krebserkrankungen so groß wie heute. Längst bedeutet die Diagnose „Krebs“ nicht mehr ein Todesurteil; Heilung ist in vielen Fällen möglich. Dabei gilt: Je früher die Krankheit erkannt wird, desto größer ist die Chance, sie dauerhaft zu besiegen.
Warum wird die Krebsfrüherkennung vernachlässigt?
Rechtzeitig entdeckt können mittlerweile durchschnittlich 50 Prozent der Krebserkrankungen geheilt werden. Bei bestimmten Krebsarten liegt diese Quote sogar bei 90 Prozent. Dennoch nutzen nur jede zweite Frau über 20 und nur jeder fünfte Mann über 45 Jahren die kostenlosen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung. Woran liegt das?
Die Gründe dafür sind teilweise gut nachzuvollziehen: Manche Untersuchungen betreffen die Intimbereiche. Und: Wer sich gesund fühlt, sieht oft keine Notwendigkeit für eine Untersuchung. Gestiegene Anforderungen im Berufsleben und sozialen Umfeld lassen die Sorge um die Gesundheit in den Hintergrund treten. Viele stellen sich auch die Frage: „Warum sollte ausgerechnet ich ....?“
Auch die kontroverse Diskussion in den Medien über Sinn und Nutzen der Krebsfrüherkennung sorgt für Verunsicherung.
Im frühen Stadium ist eine Heilung oft möglich
Die Möglichkeiten zur Krebsfrüherkennung werden nicht ausreichend genutzt, obgleich die Folgen verhängnisvoll sein können. Denn wie groß die Chance ist, das ungehemmte Zellwachstum wieder zu zügeln, hängt wesentlich davon ab, in welchem Stadium es entdeckt wird. Bei einigen Krebsarten wie Darm- und Gebärmutterhalskrebs können schon Vorformen einer bösartigen Geschwulst entdeckt werden. Bei anderen gibt es hervorragende Methoden zur Früherkennung. Sogar durch regelmäßige Selbstuntersuchung wie das sanfte Abtasten bestimmter Körperteile lassen sich bestimmte Karzinome wie Brust- oder Hodenkrebs frühzeitiger erkennen.
Für einige Krebsarten, wie z. B. den Blasenkrebs, gibt es allerdings keine speziellen Früherkennungsmaßnahmen. Jedoch kann der Arzt auch hier durch Urinuntersuchungen Auffälligkeiten feststellen und bei positiven Befunden gezielte Diagnoseuntersuchungen vornehmen.
„Den Krebs“ gibt es nicht. Bekannt sind über 100 verschiedene bösartige Formen. Ebenso variantenreich sind die ärztlichen Fachdisziplinen, die sich mit der Bekämpfung von Krebs befassen. Und sie sind erfolgreich: Erstmals in diesem Jahrhundert ist ein Rückgang der Gesamtsterblichkeit an Krebs zu verzeichnen.
Helfen Sie mit in dem Bemühen, dieser Krankheit noch mehr von ihrem Schrecken zu nehmen. Gehen Sie zur Krebsfrüherkennungs-Untersuchung!
(red)
Quellen:
N. Becker, L. v. Karsa: Sekundäre Prävention, in: H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006, S. 307-339
Aktualisiert am: 20.05.11 - 21:13