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Rauchen in der Schwangerschaft

Rauchen gefährdet die eigene Gesundheit – das weiß jeder Raucher. Aber Schwangere rauchen für zwei: Jede Zigarette ist mit Risiken für das ungeborene Leben verbunden. Darin liegt auch eine große Chance: nie ist der Wille zum Aufhören so groß wie während der Schwangerschaft. Etwa ein Viertel aller schwangeren Raucherinnen stellen des Rauchen freiwillig ein. Danach gilt es, diesen Zustand zu verstetigen: immer noch fangen viele Frauen nach der Geburt wieder mit dem Rauchen an.

Am besten ist es, wenn beide Partner schon vor der Empfängnis für immer mit dem Rauchen aufhören. Zumindest aber sollte das Rauchen so weit wie möglich reduziert werden. Ganz aufhören ist natürlich besser, aber fünf Zigaretten am Tag sind für Mutter und Kind weniger schädlich als 20.

In Schweden, wo schwangere Frauen im Rahmen eines nationalen Projektes aktive Hilfe beim Abgewöhnen des Rauchens bekamen, zeigte sich ein guter Erfolg: 1982 rauchten noch 31 Prozent aller Schwangeren, 1999 nur 15 Prozent. Acht Monate nach der Geburt des Kindes rauchten nur zehn Prozent der Mütter und zwölf Prozent der Väter – viel weniger als im nationalen Durchschnitt.

Medizinische Folgen:

Rauchen hat vor, während und nach der Schwangerschaft messbare medizinische Folgen. Vor der Schwangerschaft verringert es die Fruchtbarkeit von Mann und Frau, sodass Raucherinnen durchschnittlich länger auf ein Baby warten müssen. In der Schwangerschaft schadet es dem Kind und führt zu mehr Fehl- und Frühgeburten. Und nach der Schwangerschaft schließlich erhöht es das Risiko für verschiedene Krankheiten.

Vor der Schwangerschaft: Verminderte Fruchtbarkeit und Spermienqualität

Rauchen vermindert die Durchblutung der Eierstöcke und der Gebärmutter sowie der Hoden. Das hat zur Folge, dass Raucherinnen nicht so leicht schwanger werden. In einer dänischen Studie waren nach sechs Monaten in der Gruppe der Raucherinnen ein Drittel weniger Frauen schwanger als in der Gruppe der Nichtraucherinnen. Rauchende Männer haben insgesamt weniger Samenzellen als Nichtraucher und einen höheren Anteil an missgebildeten Samen. Dies kann zu Unfruchtbarkeit führen (nach einer finnischen Studie waren 27,8 Prozent der Nichtraucher unfruchtbar, aber 41,9 Prozent der Raucher). Möglicherweise kann dies auch zu Missbildungen beim Kind führen.

In der Schwangerschaft: Zu wenig Nährstoffe

Nikotin verengt die Blutgefäße, die das ungeborene Kind mit Nahrung und Sauerstoff versorgen. Wenn werdende Mütter regelmäßig rauchen, lassen die Blutgefäße nicht ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe für die Versorgung des Kindes durch. Die Folge: Das Kind erhält von beidem zu wenig und bleibt im Wachstum zurück. Kinder von Raucherinnen wiegen bei der Geburt im Durchschnitt 200 bis 300 Gramm weniger als die Kinder von Nichtraucherinnen, wobei diese Werte auch von der Zahl der gerauchten Zigaretten abhängen. Wenn ein Baby zu klein ist, obwohl es nicht zu früh geboren wurde, spricht man von „Mangelgeburt". 30 bis 40 Prozent aller Mangelgeburten und bis zu 14 Prozent aller Frühgeburten werden durch Rauchen verursacht. Manchmal schädigt das Rauchen die Durchblutung des Mutterkuchens nämlich so gravierend, dass er sich vorzeitig ablöst und zu einer Fehlgeburt führt.

Nach der Schwangerschaft: Die Gefahr bleibt

Auch nach der Geburt bleiben Kinder von Raucherinnen starken Gefährdungen ausgesetzt: Ihr Risiko am plötzlichen Kindstod zu sterben, ist doppelt so hoch wie das der Kinder von Nichtraucherinnen. Dabei scheint auch das Rauchen von Menschen in der Umgebung des Kindes eine Rolle zu spielen.


Tipps zum Aufhören

Die Verantwortung für das Baby ist die beste Motivation, mit dem Rauchen aufzuhören – aber wer kann dabei helfen? Wenn Sie schon schwanger sind, sprechen Sie bei der ersten Vorsorgeuntersuchung mit Ihrem Frauenarzt. Sie sind nicht die Einzige, die dieses Problem hat. In Deutschland rauchen etwa 30 Prozent aller Frauen zu Beginn der Schwangerschaft. Oft wird Ihr Frauenarzt Ihnen entweder selbst helfen können oder Ihnen eine Adresse nennen. Lassen Sie sich nicht entmutigen: Natürlich ist es besser, schon vor der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören. Aber auch während der Schwangerschaft gilt: Jeder rauchfreie Tag tut Ihnen und Ihrem Kind gut. Jede Zigarette weniger ist ein Gewinn.


Fachliche Beratung:
Prof. Dr. Drings

 


Aktualisiert am: 11.08.09 - 14:05


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