Angaben zu Autoren und Sponsoren finden Sie am Ende des Beitrags.
Was kostet das Rauchen?
Die volkswirtschaftlichen Folgen des Rauchens
Rauchen kostet mehr als wir ahnen
Kosten für die Krankenkassen
Den Krankenkassen und ihren Beitragszahlern kommt das Rauchen teuer zu stehen. Die Behandlung der Raucherkrankheit „chronische Bronchitis" z.B. kostete 1998 rund 1,65 Milliarden Euro; die Behandlung des ebenfalls praktisch nur bei Rauchern und einigen Passivrauchern auftretenden Lungenkrebses 0,7 Milliarden Euro. Für Herzinfarkte zahlten die Kassen 2,9 Milliarden Euro für Schlaganfälle 12,2 Milliarden Euro, beiden ebenfalls häufiger Erkrankungen bei Rauchern
Staatseinnahmen und -ausgaben
Der Staat verdient an jedem Raucher durch die Tabaksteuer. Zusätzlich ist noch die Mehrwertsteuer von 16 Prozent fälligDie Beträge für Zigarren und losen Tabak berechnen sich anders. Jedoch machen Zigaretten 96 Prozent des Tabaksteuer-Aufkommens aus. (Quelle: Bundesfinanzministerium ).
Die Steuereinnahmen aus dem Tabakverkauf bilden die viertgrößte Geldquelle des Finanzministers. Im Jahr 1999 beliefen sie sich insgesamt auf 22,8 Milliarden DM und sind damit im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent gestiegen. Mehr Geld als durch Tabak verdient der Staat lediglich mit der Umsatz- und der Einkommenssteuer sowie durch die Besteuerung von Mineralöl.
Es gibt volkswirtschaftlich jedoch noch einen zweiten - oft nicht beachteten - positiven Effekt: Raucher sterben im Durchschnitt etwa acht Jahre früher als Nichtraucher. Bei einer statistischen Lebenserwartung von 74.4 Jahren (für Männer) bedeutet das eine wahrscheinliche Lebenserwartung von nur 66 Jahren. Nur selten sterben Raucher so früh, dass sie noch im Erwerbsalter stehen. Die Rentenversicherung spart also an jedem Raucher die Zahlungen für acht Jahre Rente. Raucher hätten zwar eine eher geringere Rentenerwartung als der Bevölkerungsdurchschnitt, da sie überdurchschnittlich häufig in den niedrigeren Einkommensgruppen zu finden sind – dennoch übersteigen acht gesparte Jahresrenten die geschätzten 20 bis 25.000 € zusätzlichen Kosten für die Krankenkassen bei weitem.
Zigarettenschmuggel
Schätzungen gehen davon aus, dass ein Drittel aller weltweit hergestellten Zigaretten als Schmuggelware enden. Die Zigarettenindustrie hat oft auf eine Senkung der Tabaksteuer gedrängt. Dann, so ihr Argument, würde das Preisgefälle zwischen legalen und geschmuggelten Zigaretten weniger, die Menschen würden also mehr legale Zigaretten kaufen und der Staat mehr verdienen. Tatsache ist: nur die Zigarettenindustrie würde mehr verdienen. Denn niedrige Zigarettenpreise heizen den Verbrauch an. In Kanada, wo die Tabaksteuern 1994 gesenkt wurden, sank der Preis pro Päckchen um ein Drittel. Der Prozentsatz der rauchenden Jugendlichen stieg um ein Viertel von 16 auf 20 Prozent. Gleichzeitig verlor die kanadische Regierung 1,2 Milliarden kanadische Dollar an Tabaksteuer - mehr als doppelt so viel wie vorher berechnet. Der Schmuggel von unversteuerten Zigaretten (die von der kanadischen Zigarettenindustrie in die USA geliefert und dann wieder über die Grenze gebracht wurden) blieb unverändert. Das Gegenbeispiel: Spanien hat mit die niedrigsten Zigarettenpreise in Europa. Dennoch waren 1995 etwa 15 Prozent der dort gerauchten Zigaretten geschmuggelt. Ohne die Tabaksteuer zu verändern, schaffte Spanien es, den Schmuggel durch polizeiliche Maßnahmen zu unterbinden. Mitte 1999 lag der Anteil der geschmuggelten Zigaretten nur noch bei 5 Prozent; die Tabaksteuereinnahmen hatten sich um ein Viertel erhöht.
Fachliche Beratung:
Prof. Dr. Drings
Aktualisiert am: 11.06.10 - 17:48