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Rauchen - Zahlen und Fakten
Rauchen ist die häufigste vermeidbare Todesursache in den Industrieländern. Diese Tatsache ist seit langem bekannt - trotzdem rauchen viele Menschen. Wie passt das zusammen? Millionen von Menschen haben in den letzten Jahren mit dem Rauchen aufgehört. Wie hat sich der Anteil der Raucher in der Bevölkerung in den letzten Jahren entwickelt?
Rauchen im Wandel der Zeit
In den Industrieländern hat das Rauchen in den letzten Jahrzehnten stetig an Ansehen verloren. In Filmen der vierziger Jahre sind „harte Männer“ oder „elegante Salonlöwen“ immer Raucher, rauchende Frauen gelten als mondän und avantgardistisch. In Etikette-Ratgebern der fünfziger Jahre liest man häufig den Hinweis, ein guter Gastgeber solle vor einer Einladung die bevorzugte Zigarettenmarke seiner Gäste ausfindig machen und diese bereithalten. Heute erwarten Gastgeber selbstverständlich, dass Gäste zum Rauchen auf den Balkon gehen. Wer sich im Haus eines Nichtrauchers eine Zigarette anzündet, gilt als unhöflich, ja unsozial.
Die Zigarettenhersteller haben diesen Trend längst erkannt. Ihre größten Zuwächse erzielen sie heute in den Entwicklungsländern. Der Anteil der Raucher dort (und parallel einige Jahre später der Anteil der durch Rauchen verursachten Todesfälle) steigt ständig. In Korea rauchen inzwischen 68 Prozent aller Männer, in Russland 67 und in Bangladesh 60 Prozent.
Wer raucht wie viel?
In Deutschland rauchen 25 Prozent aller Erwachsenen regelmäßig, weitere 4 Prozent bezeichnen sich als Gelegenheitsraucher. 35 Prozent der Männer rauchen, 22 Prozent der Frauen. Bei den Berufsgruppen stehen Bauarbeiter, Fernfahrer und Busfahrer an der Spitze: 52 Prozent greifen regelmäßig zur Zigarette. Unter Ärzten, Apothekern und Lehrern rauchen 18 Prozent. In den letzten Jahren haben immer mehr Raucher aufgehört. Es gibt jedoch einen „harten Kern“ von Rauchern, die viele Zigaretten pro Tag rauchen und nicht aufhören können bzw. angeben, sie wollten nicht. 20,7 Prozent der männlichen Raucher und 11,8 Prozent der weiblichen rauchen täglich mehr als 20 Zigaretten, 1,7 Prozent der Männer und 0,8 Prozent der Frauen sogar über 40 Zigaretten. Diese Menschen sind durch rauchbedingte Krankheiten noch mehr gefährdet als der durchschnittliche Raucher. Lungenkrebspatienten gehören fast immer zu diesen schwer abhängigen Rauchern. Quelle: Doll, R.; Peto, R. (1976) Mortality in relation to smoking: 20 years observations on male British doctors. BMJ. 1525-36 Tabelle: Gesamtanteil der Raucher
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|
Alte Bundesländer |
Neue Bundesländer |
| Jahr |
männlich |
weiblich |
männlich |
weiblich |
| 1992 |
36% |
22% |
39% |
20% |
| 1995 |
35% |
22% |
37% |
19% |
| 1999 |
34% |
23% |
37% |
21% | Quelle: Mikrozensus von 1992, 1995 und 1999 TrendsJugendliche, besonders Mädchen, greifen in den letzten Jahren zunehmend zur Zigarette. Der Gesamtanteil der Raucher über 15 Jahren hat sich jedoch nicht wesentlich verändert. Für jeden Jugendlichen, der anfängt, hört ein Erwachsener auf oder stirbt an den Folgen. Oder umgekehrt ausgedrückt: für jeden Raucher, der stirbt oder aufhört, muss die Zigarettenindustrie einen neuen jugendlichen Raucher ködern.
Rauchen bei Kindern und Jugendlichen
82 Prozent der erwachsenen Raucher haben vor ihrem 20. Lebensjahr angefangen. Wer also einmal das 20. Lebensjahr erreicht hat, ohne mit dem Rauchen anzufangen, der hat gute Chancen, sein Leben lang Nichtraucher zu bleiben. Für die Zigarettenindustrie heißt das: Wer als Teenager oder früher abhängig wurde, bleibt womöglich bis zu seinem frühen Tod ein Kunde. Entsprechend sind die Werbestrategien auf Kinder und Jugendliche abgestimmt – auch wenn die Zigarettenhersteller beharrlich das Gegenteil behaupten. Und die Strategien scheinen Erfolg zu haben: Jugendliche greifen immer noch viel zu häufig zur Zigarette, in Ländern wie England steigt der Anteil der jugendlichen Raucher gegen den Trend bei den Erwachsenen sogar an. 1988 rauchten dort 8 Prozent der 11-15-Jährigen regelmäßig, 1996 bereits 13 Prozent.
Der Anteil der 12- bis 18-jährigen Raucher ist auch in Deutschland in den letzten Jahren angestiegen, besonders bedenklich bei den Mädchen in den neuen Ländern. Hier hat sich der Anteil in acht Jahren verdoppelt.
Tabelle: Gesamtanteil der jugendlichen Raucher zwischen 12 und 18 Jahren
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Alte Bundesländer |
Neue Bundesländer |
| Jahr |
männlich |
weiblich |
männlich |
weiblich |
| 1993 |
20% |
22% |
24% |
16% |
| 1997 |
27% |
26% |
28% |
41% |
| 2001 |
26% |
27% |
31% |
33% |
Rauchen bei Frauen
Der Anteil von rauchenden Frauen ist in den Industrieländern nach wie vor hoch. Bei den Männern hingegen sinkt er seit Jahren. Weltweiter Spitzenreiter Dänemark: hier rauchen 37 Prozent aller Frauen. In Deutschland ist die Zahl rauchender Frauen in den letzten acht Jahren angestiegen, besonders in den neuen Bundesländern. Immer noch erkranken weitaus mehr Männer als Frauen an Lungenkrebs. Aber: bei Männern nimmt die Zahl der Lungenkrebs-Erkrankungen bereits wieder ab; bei Frauen steigt sie immer noch an. Jährlich erkranken durchschnittlich 3,5 Prozent mehr Frauen an Lungenkrebs; bei den 45 bis 60-jährigen sogar 6,3 Prozent. 1998 starben in Deutschland anderthalbmal so viele Frauen an Krebs der Atmungsorgane wie noch 1980. Immer noch erkranken mehr Frauen an Brustkrebs als an Lungenkrebs – die Heilungsaussichten bei Brustkrebs sind jedoch viel besser. Die Überlebenschancen bei Lungenkrebs sind demgegenüber immer noch gering.
Die Nichtraucher
In Deutschland sind insgesamt 76,5 Prozent der Bevölkerung Nichtraucher, wobei Säuglinge und Kleinkinder mit eingerechnet sind. Nach Altersgruppen aufgeschlüsselt zeigt sich folgendes Muster: Die Älteren rauchen prozentual weit seltener als die Jüngeren. Dies hat drei Gründe:
- In der Generation der Frauen, die jetzt über 70
sind, war Rauchen gesellschaftlich noch nicht so akzeptiert. Es haben weniger Frauen mit dem Rauchen angefangen.
- Des weiteren hören viele Raucher im Laufe ihres Lebens aus Gesundheitsgründen mit dem Rauchen auf. Sie
werden dann in der Statistik als Nichtraucher gezählt. Zu guter letzt leben Nichtraucher länger. In der Gruppe der über 70-Jährigen finden sich nur noch wenige Raucher, da die Starkraucher bereits vor Erreichen dieses Alters sterben. Tabelle: Anzahl der Raucher in Deutschland
| Alter |
Männer |
Frauen |
| Insgesamt |
37,3 |
27,9
|
| 18-19 |
53,7 |
48,4
|
| 20-29 |
47,4 |
42,6 |
| 30-39 |
49,1 |
41,0
|
| 40-49 |
40,1 |
30,9
|
| 50-59 |
31,1 |
19,7 |
| 60-69 |
18,3 |
12,0 |
| 70-79 |
16,3 |
10,0 | Quelle: B. Junge, M. Nagel: Das Rauchverhalten in Deutschland; Gesundheitswesen 61 (1999) Sonderheft 2 S121-S125
Die Ex-Raucher
Viele Raucher hören im Lauf ihres Lebens mit dem Rauchen auf. Dies summiert sich soweit, dass 60,2 Prozent der über 70-jährigen Männer Ex-Raucher sind. Bei den Frauen sieht das Bild anders aus: hier haben in den höheren Altersgruppen viele erst gar nicht angefangen, sodass der Anteil der Ex-Raucherinnen über 70 deutlich niedriger ist. Tabelle: Anteil der Ex-Raucher 1998 in Deutschland
| Alter |
Männer |
Frauen |
| Insgesamt |
28,2 |
15,4 |
| 18-19 |
5,2 |
1,4 |
| 20-29 |
6,6 |
7,3 |
| 30-39 |
18,1 |
20,1 |
| 40-49 |
28,4 |
23,6 |
| 50-59 |
34,5 |
17,3 |
| 60-69 |
48,5 |
11,6 |
| 70-79 |
60,2 |
10,6 | Quelle: B. Junge, M. Nagel: Das Rauchverhalten in Deutschland; Gesundheitswesen 61 (1999) Sonderheft 2 S121-S125
Zigarettenkonsum je Raucher
145 Milliarden Zigaretten gehen pro Jahr in Deutschland in Rauch auf. Aber Raucher ist nicht gleich Raucher. Ein nicht unbedeutender Teil der Raucher konsumiert täglich über 20 oder sogar über 40 Zigaretten. Diese stark abhängigen Viel-Raucher sind besonders gefährdet für tabakbedingte Krankheiten. Die Wahrscheinlichkeit für Krankheiten steigt weiterhin auch mit der Zahl der Jahre, in denen geraucht wurde. 30 Jahre lang 10 Zigaretten am Tag zu rauchen ist also nicht besser als 10 Jahre lang 30 Zigaretten täglich.
Tabelle: Anzahl des Zigarettenkonsums pro Tag
Zigaretten/Tag Unter 5 5-20 20-40 Über40 Männer 5,3% 72,2% 20,7% 1,7% Frauen 9,4% 78,0% 11,8% 0,8%
Fachliche Beratung: Prof. Dr. Drings
Aktualisiert am: 11.08.09 - 14:03
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