Pressemeldung

28.11.2006 - Impfung gegen Krebs: Aktuelle Daten unterstreichen die Wirksamkeit der HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Empfehlung der Impfkommission wird noch im Dezember erwartet
Hannover/Frankfurt/M. „Die Daten sind so überzeugend, dass man in der Tat von einem Meilenstein bei der Krebsvermeidung sprechen muss", resümiert Prof. Dr. Peter Hillemanns, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Frauenheilkunde der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), zum Abschluss des Norddeutsches HPV Impfsymposium am 24. und 25. November in Hannover. Der Sprecher der Deutschen Krebsgesellschaft für die Papillom-Viren-Impfung glaubt deshalb auch fest an die Empfehlung der Ständigen Impfkommission der Bundesregierung (STIKO), die für den 5. Dezember 2006 im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung geplant ist. Die in Hannover präsentierten und zum Teil unveröffentlichten Daten der HPV-Impfstudie sind sehr vielversprechend: Die Wirksamkeit der Impfung liegt bei fast 100 Prozent und es treten nur schwache Nebenwirkungen auf. Die Impfung ist ab einem Alter von neun Jahren vorgesehen, weil dann das Immunsystem am effektivsten auf die Impfung reagiert. Der Impfstoff verhindert sowohl die Entwicklung von Krebsvorstufen, als auch ggf. das Entstehen von Genitalwarzen.

„Das Problem ist nicht die Wirksamkeit der Impfung, hier sprechen die Daten für sich, sondern vielmehr die Menschen von der Notwendigkeit einer solchen Impfung zu überzeugen“, erklärt Hillemanns weiter. Hier seien Gynäkologen, Kinder- und Hausärzte gleichermaßen gefordert, um die Menschen zur Impfung zu motivieren.

Weltweit ist Gebärmutterhalskrebs die zweithäufigste Krebserkrankung bei jungen Frauen. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 6.500 Frauen neu an Gebär-mutterhalskrebs (Zervixkarzinom), etwa 1.800 Frauen sterben an den Folgen der Krebserkrankung. Die Erkrankungshäufigkeit variiert sehr stark mit dem Alter. So wird im Alter zwischen 25 und 35 Jahren bei deutlich mehr Frauen, die an Krebs erkranken, die Diagnose Gebärmutterhalskrebs gestellt als bei Frauen ab 65 Jahren.

Seit einem knappen Monat ist der erste Impfstoff gegen die häufigsten Humanen Papillomvirustypen (HPV) auf dem deutschen Markt, die Erreger des so genannten Zervixkarzinoms. Ein zweiter Impfstoff wird Anfang 2007 verfügbar sein.

Gesundheitsökonomische Studien, die ebenfalls in Hannover präsentiert wurden, untersuchten die HPV-Impfung im Hinblick auf die Kosten-Nutzen-Relation und haben flächendeckende Daten in Deutschland erhoben. „Da die Behandlungskosten für Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen sowie der Genitalwarzen sehr kostenaufwendig sind, ist die HPV-Impfung eine kosteneffektive Alternative, besonders, wenn man die indirekten Kosten wie Arbeitsausfall mit einbezieht“, erklärt Hillemanns.

Hintergrund: Heute besteht kein Zweifel mehr daran, dass einem Gebärmutterhals-krebs regelmäßig eine, oft Jahrzehnte zurückliegende, Infektion mit humanen Papillom-viren (HPV) zugrunde liegt. Die HPV-Infektion, nicht die Krebserkrankung, ist sexuell übertragbar. Der Großteil aller Frauen wird im Laufe des Lebens mit HPV infiziert, jedoch persistiert die Infektion nur bei einem geringen Prozentsatz der Frauen.

Eine frühe Aufnahme des Geschlechtsverkehrs, ungeschützter Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern und eine hohe Geburtenzahl sind assoziierte Faktoren. Andere Erreger sexuell übertragbarer Krankheiten, zum Beispiel Herpes Simplex Viren oder Chlamydien, werden als potenzielle Kofaktoren bei der Krebsentstehung angesehen.

Pressestelle der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
Herr André Franck
c/o AVISO gesundheit;
Tel. (03643) 81 58 - 0
Fax (03643) 81 58 – 999;
EMail: presse@krebsgesellschaft.de;
www.krebsgesellschaft.de  

PM 28.11.06
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