Pressemeldung

25.06.2010 - Krebsgesellschaft fordert Neuorientierung in der Versorgung

Bremer Erklärung: Investition in unabhängige medizinische Wissenschaft und Klinische Krebsregister zwingend geboten
Bremen. „Wenn Krebspatienten in Zukunft nicht nur nach dem medizinischen Stand von gestern behandelt werden sollen, ist eine Neuorientierung durch Investitionen in unabhängige medizinische Wissenschaft und ein systemisches Qualitätsmanagement notwendig“, warnt die Deutsche Krebsgesellschaft in der heute im Rahmen der Delegiertenverssammlung in Bremen vorgestellten „Bremer Erklärung“. In Deutschland seien etwa 90 % der Bevölkerung in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert und der überwiegende Teil sogar pflichtversichert. Aus dieser gesetzlichen Pflicht ergebe sich das begründete Recht der Versicherten auf eine dem Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechende Versorgung im Krankheitsfall, heißt es in der Bremer Erklärung weiter. Deutschlands größtes Netzwerk im Kampf gegen Krebs mit über 6.500 Mitgliedern fordert daher eine Steigerung der Ausgaben für Wissenschaft und Forschung um ca. 20 %, um so dem Fürsorgeanspruch der Erkrankten und endlich den Zielvorgaben der Lissabon-Kriterien der EU gerecht zu werden.

Noch wesentlicher für die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des deutschen Gesundheitswesens in der Onkologie sei jedoch ein angemessenes Qualitätsmanagement. Dieses ließe bereits nach derzeitigem Wissensstand und dessen konsequenter Umsetzung erhebliche Einsparungen in Milliardenhöhe zu. Dabei sei nicht die Organisation eines einzelnen Krankenhauses, einer einzelnen Praxis oder sonstigen Einrichtung der Versorgung gemeint. Die Behandlung von Krebspatienten, die zwingend in interdisziplinären und intersektoralen Konzepten mehrere Berufsgruppen realisiert werden müsse, bedarf entsprechender Instrumente, die heute noch nicht vorhanden seien. Die Deutsche Krebsgesellschaft fordert in der Bremer Erklärung wiederholt die Umsetzung einer aussagekräftigen onkologischen Qualitätsberichterstattung für Leistungserbringer, Entscheidungsträger und Patienten in flächendeckend vorhandenen klinischen Krebsregistern und die Implementierung der hieraus zu ziehenden Folgerungen in die Behandlung von Krebskranken.

Nur durch die Neuorientierung zu Investitionen in unabhängige medizinische Wissenschaft und ein systemisches Qualitätsmanagement ließe sich verhindern, dass Krebspatienten in Zukunft nicht nur nach dem medizinischen Stand von gestern behandelt würden.

Ausführliche Informationen finden Sie in der „Bremer Erklärung“ anbei.

André Franck
Pressesprecher der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
Richard-Wagner-Straße 16a
99423 Weimar
Tel.: (03643) 743749; Fax: (03643) 743536
E-mail: presse@krebsgesellschaft.de  

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