Pressemeldung

02.06.2010 - Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes: GKV-Patienten droht Innovationsausschluss bei der Versorgung

Deutsche Krebsgesellschaft lädt einen Tag vor Gesetzesanhörung zum aktuellen Gesundheitspolitischen Brennpunkt nach Berlin
Berlin. In der kommenden Woche werden die Verbände im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes in der gesetzlichen Krankenversicherung angehört. Der Gesetzgeber möchte mit dem Gesetz auf die gestiegenen Arzneimittelausgaben in den letzten Jahren reagieren. „Der bisherige Gesetzentwurf sieht einen massiven Innovationsausschluss für Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung vor“, warnt Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft. „Uns werden die Instrumente für eine optimale Zukunftssicherung unserer Patienten gestrichen“, mahnt Bruns und be-tont: „Uns geht es nicht um die Medikamente, sondern um die Instrumente für die verantwortungsvolle Weiterentwicklung in der Versorgung“.

Elementarer Bestandteil des neuen Gesetzes ist die bereits seit langem diskutierte Kosten-Nutzenbewertung von Arzneimitteln. Insbesondere bei Erkrankungen, die schicksalhaft die Lebenszeit begrenzen, ist es bisher offensichtlich nicht gelungen, einen verbindlichen Standard für den Patientennutzen zu finden. Die „qualitätsadjustierte Lebenszeit“ ist wohl eher nur ein ökonomisches Vergleichsmaß, das für medizinische Zwecke zur Nutzenbeurteilung in der Onkologie nicht ausreiche und soll nach dem Willen des Gesetzgebers nun ausgerechnet von der Industrie erbracht werden. „Wir benötigen dringend Instrumente, um die Nutzenentwicklung eines Medikaments in der Versorgung unabhängig von der Industrie darstellen zu kön-nen“, fordert Bruns weiter. Hier seien Instrumente wie „Clearinghouse“ und „wissenschaftsinitiierte klinische Studien“ unabdingbar. Ohne diese Instrumente drohe ein massiver Innovationsausschluss bei der Versorgung von Patienten der Gesetzlichen Krankenversicherung. „Denn ohne Nutzendarstellung – keine Erstattung“, weiß Bruns.

Im Rahmen eines aktuellen Gesundheitspolitischen Brennpunktes wird die Deutsche Krebsgesellschaft am 9. Juni 2010 mit Vertretern der Gesundheitspolitik, Kostenträgern und Klinik diskutieren, wie eine intelligente Nutzenevaluation in der Versorgung etabliert werden kann, so dass die Patienten auch in Zukunft optimal versorgt werden.

Um die Öffentlichkeit in diese Diskussionen einbinden zu können, lädt die Deutsche Krebsgesellschaft zum Pressegespräch:



Patientennutzen sichtbar machen: ONKOLOGIE AM SCHEIDEWEG
Klinische Postzulassungsevidenz gefährdet?
Ort: „Kalkscheune“, Berlin-Mitte; Johannisstraße 2, 10117 Berlin

1. Pressegespräch:
Mittwoch 9. Juni 20010, von 11:00 bis 12:00 Uhr

Im Podium:
  • Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der DKG,
  • Prof. Lothar Weißbach, Gutachter im Nationalen Krebsplan
  • PD Dr. Stephan Schmitz, Vorsitzender des BNHO
  • PD Dr. Dirk Arnold, Studienexperte in der AIO
2. Gesundheitspolitischer Brennpunkt:
Mittwoch 9. Juni 2010, 15:00 bis 18:00 Uhr

Hintergrundinformationen erhalten Sie unter:
www.krebsgesellschaft.de/presseworkshop_gesundheitsoekonomie



André Franck
Pressestelle der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
Tel.: (03643) 743749
Fax: (03643) 743536
E-mail: presse@krebsgesellschaft.de  

Einladung + Faxantwort Pressegespräch
Programm Postzulassungsevidenz
zurück

 



 

eMagazin gelb (BMS)
DGHO 2011 Patient
Darmkrebszentrale 2011
Suche
Suchbegriff


Wo wollen Sie suchen?


Suchen ->