Pressemeldung

10.02.2010 - Immer weniger Menschen sterben an Darmkrebs

Krebsgesellschaft: Geringere Sterblichkeit dank verbesserter Vorsorge, Therapien und Behandlungsstrukturen
Berlin. „Im Gegensatz zur Entwicklung der Neuerkrankungen nehmen die Sterberaten bei Darmkrebs für beide Geschlechter stetig ab“, erklärt Kongresspräsident Prof. Wolff Schmiegel im Vorfeld des 29. Deutschen Krebskongresses in Berlin. Inzwischen lägen die 5-Jahres-Überlebensraten für beide Geschlechter bei 60 Prozent. Sogar im metastasierenden Stadium würden nun mittlere Überlebenszeiten von über zwei Jahren erreicht, was noch vor wenigen Jahren undenkbar erschien. Nach wie vor bleibt Darmkrebs aber in Deutschland die zweithäufigste Krebsneuerkrankung und –todesursache bei Männern und bei Frauen. Für beide beide Geschlechter zusammen ist Darmkrebs mit 73.000 Neuerkrankungen sogar die häufigste Krebsneuerkrankung.

„Zum einen trägt die verbesserte Vorsorge dazu bei, dass Darmkrebs zunehmend beherrschbar wird. Denn durch die Vorsorge-Koloskopie, die dank verschiedener öffentlicher Kampagnen an Akzeptanz gewonnen hat, werden mehr Tumoren im Frühstadium diagnostiziert – und bei einer frühen Diagnose stehen die Heilungschancen sehr viel besser als bei Tumoren in fortgeschrittenen Stadien“, weiß der Bochumer gastroenterologische Onkologe und Vorsitzende der Zertifizierungskommission für Darmkrebszentren.

Bei fortgeschrittenen Darmkrebserkrankungen habe sich die Überlebenszeit vor allem dank neuer Therapien verbessert. Die Patienten profitierten zunehmend von neuen zielgerichteten Substanzen, die an wichtigen Schaltstellen im Tumorgewebe angreifen, wie dem Angiogenesehemmer Bevacizumab oder den Tumorwachstumsblockern Cetuximab oder Panitumumab. Ob die letztgenannten Anti-EGFR-Antikörper bei einem Patienten Therapieerfolge sehr viel wahrscheinlicher machen, kann mit Hilfe der Mutationsanalyse des k-ras Onkogens vorhergesagt werden. Wenn dieser Marker im Tumor mutiert vorliegt, profitiert der Patient nicht von der Antikörpertherapie. Ihm können also mögliche Nebenwirkungen und dem Gesundheitssystem Kosten erspart werden.

Zum beschriebenen Therapieerfolg beim metastasierenden Darmkrebs habe darüber hinaus die verbesserte Behandlungsqualität beigetragen, die mittlerweile durch 140 von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Darmkrebszentren sichergestellt ist (www.krebsgesellschaft.de/zertifizierte_zentren). Diese qualitätsgeprüften Therapiezentren arbeiten interdisziplinär und leitliniengerecht. Der Erfolg zeige, dass Fortschritte in der Therapie und Versorgung von Darmkrebspatienten auch durch strukturelle Verbesserungen erreicht werden können.

Auf dem 29. Deutschen Krebskongress 2010 in Berlin werden vom 24. Bis 27. Februar werden die Konzepte der Versorgungsstrukturen in der Krebsheilkunde diskutiert und weitere Möglichkeiten zur Verbesserung der Versorgungsqualität angestoßen und gemeinsam erarbeitet




Info: 29. Deutscher Krebskongress 2010
„Strukturen verändern – Heilung verbessern“

Alle zwei Jahre organisiert die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG) den Deutschen Krebskongress, das wichtigste onkologische Forum im deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus veranstaltet die DKG im Anschluss an das wissenschaftliche Kongressprogramm zusammen mit der Berliner Krebsgesellschaft e.V. den Krebsaktionstag – ein gemeinsames Forum für Betroffene, deren Angehörige, Interessierte und Experten. Der 29. Deutsche Krebskongress findet vom 24. bis 27. Februar 2010 im ICC und der Messe Berlin statt. Auf dem Kongress werden neue Forschungsergebnisse vorgestellt, aber auch strukturelle Rahmenbedingungen diskutiert. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Pressestelle der Deutschen Krebsgesellschaft oder unter www.krebsgesellschaft.de



André Franck
Pressestelle der DEUTSCHE KREBSGESELLSCHAFT E.V.
Tel.: (03643) 743749; Fax: (03643) 743536
E-mail: presse@krebsgesellschaft.de  

PM 10.2.2010
zurück

 



 

eMagazin gelb (BMS)
Kampagne Bauchspeicheldruesenkrebs
Darmkrebszentrale 2011
Suche
Suchbegriff


Wo wollen Sie suchen?


Suchen ->