Pressemeldung

16.03.2009 - Meilenstein der Krebsversorgung: Deutschlands erstes Onkologisches Zentrum öffnet für Patienten

Berliner Charité: Bündelung von Kompetenz soll die Erforschung und Behandlung von Krebs deutlich voranbringen
Berlin. Anläßlich des 15. Internationalen Kongresses der Abteilung Experimentelle Krebsforschung (AEK) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V., der vom 18. bis 20. März 2009 in Berlin stattfindet, wird im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung am 18. März mit der Berliner Charité das erste Onkologische Zentrum mit dem Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft ausgezeichnet. „Damit ist ein großer Schritt auf dem Weg zu einer umfassenden Versorgung der an Krebs erkrankten Menschen in Deutschland getan.“, sagt Prof. Werner Hohenberger, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, und ergänzt: „Betroffene, auch von seltenen Krebserkrankungen, können nun von der Expertise verschiedener Fachdisziplinen profitieren.


Übergabe des Zertifikats an Prof. Schlag für das erste Onkologische Zentrum: Prof. Dr. Reinhold Schäfer, Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Hohenberger, Prof. Dr. Dr. h.c. Peter M. Schlag, Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Henze (v.l.n.r.)

Unter dem Dach eines Onkologischen Zentrums werden die Strukturen für die Behandlung der verschiedenen Krebserkrankungen vereint. Einen großen Anteil haben dabei die bereits etablierten Organkrebszentren, in denen die Behandlung einzelner Tumorentitäten erfolgt. So gibt es deutschlandweit 180 Brust-, 74 Darm-, 20 Prostatakrebs- und 10 Gynäkologische Krebszentren, die zum Erhalt ihrer Zertifizierung hohe Qualitätsstandards erfüllen müssen. Lungenkrebs- und Hauttumorzentren befinden sich gegenwärtig in der Pilotphase des Verfahrens. Durch den Zusammenschluss der Kliniken zu einem Onkologischen Zentrum wird es möglich, die fachliche Expertise der einzelnen Spezialisierungen zu vereinen. Hier werden organübergreifend zentrale Aufgabenbereiche wie Tumordokumentation, Krebsregister, psychosoziale Versorgung ebenso gebündelt wie der Einsatz der supportiven Therapie, ein entsprechendes Studienmanagement, qualifizierte Aus-, Fort- und Weiterbildung. Allen Patienten wird somit eine an hohen Qualitätsmaßstäben orientierte und vor allem umfas-sende Versorgung zuteil.

Die übergreifende Organisation der einzelnen Bereiche führt zu organisatorischen und ökonomischen Synergieeffekten bei der Betreuung der Tumorpatienten, die angesichts der begrenzten finanziellen Mittel im deutschen Gesundheitswesen dringend geboten sind. Prof. Michael Bamberg, Vorsitzender der Zertifizierungskommission der Deutschen Krebsgesellschaft e. V., erläutert die vielfältigen Anforderungen, die die gegenwärtige Situation stellt: „Gerade vor dem Hintergrund der immer knapper werdenden Ressourcen im Gesundheits-system müssen jetzt Strukturen geschaffen werden, die auch in Zukunft eine optimale Versorgung aller Patienten sicherstellen. Es gilt nicht nur, Fortschritte zu erzielen, sondern diese auch breitenwirksam anwendbar zu machen.“ Tumorerkrankungen gehören dabei quantitativ und qualitativ zu den Her-ausforderungen des deutschen Gesundheitssystems: quantitativ, weil die weite Verbreitung mit hoher Inzidenz (436.000 Neuerkrankungen pro Jahr) und Mortalität (208.000 Todesfälle pro Jahr) großen Bedarf an Therapieangeboten und -finanzierung schafft; qualitativ, weil die Komplexität der Ursachen, des Verlaufs und der daraus resultierenden Behandlungsoptionen von Tumorerkrankungen eine hohe Fachkompetenz des behandelnden medizinischen Personals erfordert.

Gerade auch aus der Sicht der Patienten bietet das Onkologische Zentrum eine verlässliche Anlaufstelle. Hierbei kommt es darauf an, dass ein Vertrauensverhältnis zwischen Behandelnden und Behandelten entsteht, sowohl im Hinblick auf die Tiefe des jeweils notwendigen Wissens als auch auf die Breite der Zusammenarbeit mit Experten angrenzender Bereiche. Für diese Sicherheit sorgt die im Grundkonzept verankerte Interdisziplinarität der Onkologischen Zentren.

„Die allein aufgrund der demographischen Entwicklung zu erwartende Zunahme der Erkrankungsraten zwingt uns zur Optimierung unserer Möglichkeiten“, resü-miert Prof. Bamberg und bringt den Ehrgeiz des Projektes auf den Punkt: „Onko-logische Zentren sind eine neue, den Erfordernissen angepasste Maßnahme, um aus der Optimierung auch etwas Optimismus zu gewinnen.“

Vom 18. bis 20. März 2009 findet in Berlin der 15. Internationale Krebskongress der Abteilung Experimentelle Krebsforschung (AEK) der Deutschen Krebsgesell-schaft statt, der in diesem Jahr erstmals in Zusammenarbeit mit der Deutschen Krebshilfe ausgerichtet wird. Unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhold Schäfer, Leiter der Arbeitsgruppe Molekulare Tumorpathologie in der Berliner Charité und Sprecher der AEK, wird sich der Kongress inhaltlich unter anderem mit Themen wie Kanzerogenese, Tumor-Virologie, Tumorstammzellen und epigenetischen Veränderungen befassen. Die Tagung findet im Henry-Ford-Bau auf dem Campus der Freien Universität in Berlin-Dahlem statt.

Einladung:
Die Verleihung des Zertifikats „Onkologisches Zentrum“ an die Charité erfolgt im Anschluss an die Vergabe der Deutschen Krebspreise im Rahmen der Festver-anstaltung des AEK-Krebskongresses. Wir laden Sie hierzu herzlich ein.
18. März, 18:00 Uhr:
Henry-Ford-Bau Berlin
Garystraße 35
D-14195 Berlin
Pressestelle der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
Tel.: 03643 - 743749
Fax: 03643 - 743536
E-mail: presse@krebsgesellschaft.de  

PM 16.03.2009
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