Pressemeldung

26.02.2009 - Darmkrebsmonat März: 15.000 Menschen könnten gerettet werden

Kostenexplosion in der Darmkrebstherapie - Experten raten zur Teilnahme an der gesetzlichen Früherkennung
Berlin. Experten schätzen, dass jedes Jahr rund 15.000 Menschen gerettet werden könnten, wenn die Maßnahmen zur gesetzlichen Darmkrebs-Früherkennung genutzt werden würden. „Wir haben bei kaum einer anderen Krebsart so effektive Früherkennungsmethoden. Früh erkannt ist Darmkrebs in fast 100 Prozent der Fälle heilbar“, erklärt Prof. Werner Hohenberger, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft. Bislang sind die Teilnahmeraten am Vorsorgeprogramm aber unbefriedigend: Die Krebsgesellschaft nimmt an, dass einschließlich aller diagnostischen Koloskopien etwa 40 Prozent der in Frage kommenden Frauen und Männer die Möglichkeiten zur Darmkrebs-Früherkennung nutzen. „Die Deutsche Krebsgesellschaft möchte auch in diesem Jahr den Darmkrebsmonat März nutz-en, um die Menschen zu mehr Selbstverantwortung aufzurufen und zur Darmkrebsfrüherkennung zu gehen“, so der Erlanger Klinikdirektor weiter.

Der Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft fordert Kostenträger, Politik und Ärzteschaft zum Schulterschluss auf: „Wir müssen gemeinsam für eine nachhaltige Akzeptanz der Darmspiegelung werben, damit wir die enormen Chancen, Leben zu retten, nicht verspielen“. Gerade angesichts der Kostenexplosion bei der medikamentösen Darmkrebstherapie, sollten die Ressourcen für eine kosteneffektive Früherkennung genutzt werden. Darüber hinaus erspare man auch den Menschen jede Menge Leid. Schon seit Jahren engagiert sich die Krebsgesellschaft im Rahmen ihrer Darmkrebsaktion für eine höhere Akzeptanz der Früherkennungsuntersuchungen. Hohenberger denkt deshalb auch an ein zentrales Einladungsverfahren der Bürgerinnen und Bürger, wie es sich bei der Mammographie zu bewähren scheint. Die Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung ist zudem ein zentrales Element des Nationalen Krebsplans, der derzeit von der Deutschen Krebsgesellschaft, dem Bundesministerium für Gesundheit und weiteren Partnern im Gesundheitswesen ausgearbeitet wird.

Jeder kann selbst auch aktiv zur Darmkrebsvermeidung beitragen. Experten empfehlen: eine Erhöhung der Ballaststoffaufnahme, zurückhaltender Verzehr von rotem bzw. verarbeitetem Fleisch, vermehrtes Essen von frischem Obst und Gemüse sowie eine Limitierung des Alkoholkonsums.

Darmkrebs ist mittlerweile für beide Geschlechter die zweithäufigste Krebserkrankung. Jährlich erkranken etwa 37.250 Männer und 36.000 Frauen an Darmkrebs. Darmkrebs ist darüber hinaus sowohl für Frauen als auch für Männer die zweithäufigste Krebstodesursache mit insgesamt knapp 28.000 Sterbefällen pro Jahr. Das Krebsfrüherkennungsprogramm hinsichtlich der Früherkennung von Darmkrebs wurde zum 1. Oktober 2002 erweitert. Im Rahmen der Krebsfrüherkennung können gesetzlich krankenversicherte Personen im Alter von 50 bis 54 Jahren jährlich einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl (Hämoccult) durchführen lassen. Ab dem Alter von 55 Jahren besteht ein Anspruch auf die Durchführung einer Darmspiegelung (Koloskopie), einschließlich einer Wiederholungsspiegelung nach zehn Jahren.

Weitere Informationen unter: www.krebsgesellschaft.de; www.darmkrebs-aktion.de

André Franck
Pressestelle der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.
Tel.: 03643 – 743749;
Fax: 03643 - 743536
e-Mail: presse@krebsgesellschaft.de
Internet: www.krebsgesellschaft.de

PM 26.2.2009
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