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Zu viel Sonne hat ihren Preis:
Hautkrebs auf dem Vormarsch
Jedes Jahr tummeln sich im Frühling und Sommer die Sonnenanbeter an den Stränden. Doch der Preis dafür kann hoch sein: Wird die Haut ungeschützt dem UV-Licht preisgegeben, drohen neben vorzeitiger Hautalterung auch Krebserkrankungen der Haut.
Jahr für Jahr warnen die Experten im Frühling und Frühsommer vor den Gefahren ungezügelten Sonnenbadens. Doch sobald sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, lockt es allen Warnungen zum Trotz unzählige Sonnenanbeter in Parks und an Strände. Gebräunt aus dem Wochenende oder dem Urlaub zurückzukehren, ist mittlerweile für Viele ein Muss. Prinzipiell ist gegen eine gesunde Hautbräune auch nichts einzuwenden. Doch die Grenze zum gefährlichen Sonnenbrand ist beim Sonnen ohne UV-Schutz schnell überschritten.
Zusammenhang von Sonne und Hautkrebs ist vielfach bestätigt
In zahlreichen Untersuchungen wurde der Zusammenhang von hoher UV-Belastung und der Entstehung von
Hautkrebs nachgewiesen. Sonnenlicht gilt mittlerweile als der bedeutendste Risikofaktor für sowohl
schwarzen Hautkrebs, das so genannte maligne Melanom, als auch nicht-melanozytären Hautkrebs (auch weißer oder heller Hautkrebs genannt), zu dem das
Basalzellkarzinom (auch Basaliom genannt) und das
Plattenepithelkarzinom (auch Spinaliom genannt) gehören. Ob es sich dabei um natürliches Sonnenlicht oder künstlich im Solarium erzeugte UV-Strahlung handelt, spielt keine Rolle, wie jüngste Untersuchungen belegen.
Stetig wachsende Zahl von Hautkrebserkrankungen
Hautkrebs ist weltweit die häufigste Krebserkrankung überhaupt. Wie viele Menschen tatsächlich daran erkranken, lässt sich nur schwer feststellen, weil vor allem nicht-melanozytärer Hautkrebs von den meisten Krebsdatenbanken nicht erfasst wird. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jedes Jahr weltweit zwei bis drei Millionen Fälle von nicht-melanozytärem Hautkrebs neu festgestellt werden. Hinzu kommen vermutlich 132.000 Fälle von schwarzem Hautkrebs. Jede dritte neu diagnostizierte Krebserkrankung betrifft inzwischen die Haut. Berechnungen der Skin Cancer Foundation (einer international tätigen, amerikanischen Stiftung zur Forschung und Bekämpfung von Hautkrebs) zufolge wird wahrscheinlich jeder fünfte Amerikaner im Laufe seines Lebens an Hautkrebs erkranken.
In Deutschland erkrankten allein im Jahr 2008 rund 135.000 Menschen an hellem oder schwarzem Hautkrebs. Inzwischen betrifft die Krankheit längst nicht mehr nur Personen im höheren Lebensalter. So liegt das durchschnittliche Erkrankungsalter bei schwarzem Hautkrebs unter 60 Jahren, Männer erkranken im Durchschnitt mit 56 Jahren, Frauen mit 58 Jahren.
Als Grund für die steigenden Erkrankungszahlen nennen Wissenschaftler in erster Linie ein verändertes Freizeitverhalten, zu dem u.a. häufiges Sonnenbaden gehört. Der Preis dafür kann jedoch hoch sein. Schwarzer Hautkrebs etwa breitet sich frühzeitig in andere Organe aus und ist dann kaum noch heilbar.
Frühe Entdeckung entscheidend für die Prognose
Vor allem beim schwarzen Hautkrebs ist frühzeitige Diagnose von entscheidender Bedeutung für die Prognose. Ist ein Melanom noch klein und wächst nur in der Oberhaut, bestehen gute Chancen, dass es durch eine Operation vollständig entfernt werden kann. Dringt der Tumor dagegen bis in die zweite Hautschicht, die so genannte Lederhaut, vor, bekommt er Zugang zu den Blut- und Lymphgefäßen und kann sich darüber im ganzen Körper ausbreiten. Die Krebszellen werden in diesem Fall in andere Organe (z.B. Lunge, Knochen, Leber, Gehirn) bzw. die Lymphknoten transportiert und siedeln dort Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen, ab. Durch eine Operation allein ist die Krankheit dann praktisch nicht mehr heilbar. Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 2.000 Menschen an schwarzem Hautkrebs. Neue Therapien wie die Immuntherapie oder die zielgerichtete Therapie befinden sich in der Erprobung und zeigen erste vielversprechende Ergebnisse.
Anders als schwarzer Hautkrebs neigt nicht-melanozytärer Hautkrebs seltener zur Ausbreitung in andere Organe. Allerdings wachsen diese Tumoren oftmals sehr tief ins Gewebe ein und können dadurch große Schäden anrichten.
Angebot zum Früherkennungsscreening
Die gesetzlichen Krankenkassen bieten in Deutschland für Personen ab dem 35. Lebensjahr ein Hautkrebsscreening an. Alle zwei Jahre können die Versicherten ihre Haut am gesamten Körper vom Hautarzt oder speziell geschulten Hausärzten auf schwarzen Hautkrebs und nicht-melanozytären Hautkrebs untersuchen lassen.
Weiterführende Links:
Quellen:
Rogers, HW et al.: Incidence Estimate of Nonmelanoma Skin Cancer in the United States, 2006. Archives of Dermatology 2010, 146(3):283-287
Lazovich, A. et al.: Indoor Tanning and Risk of Melanoma: A Case-Control Study in a Highly Exposed Population. Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention 2010, 19(6):1557-1568
„Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends“, Hrsg. v. Robert Koch-Institut und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V., 7. Ausgabe, Berlin, 2010
Informationen der Weltgesundheitsorganisation
(ks)
Aktualisiert am: 27.07.10 - 15:25