Sie befinden sich hier:  Thema des Monats
Angaben zu Autoren und Sponsoren finden Sie am Ende des Beitrags.

Der Verzicht auf Rauchen lohnt sich – das Aufhören ist nie zu spät!

Die Motivation ist ein zentraler Faktor, wenn man erfolgreich mit dem Rauchen aufhören möchte. Gründe gibt es genug: die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Familie. Der Artikel erläutert die zahlreichen positiven Effekte des Rauchverzichts und die vielen Hilfs- sowie Behandlungsangebote.

Nahezu jeder kennt Geschichten über das Aufhören mit dem Rauchen. Sie reichen von: „Eines Tages habe ich den Rest der Schachtel weggeschmissen und seither keine Zigarette mehr angerührt“ bis hin zu: „Bei beiden Schwangerschaften habe ich aufgehört, aber jedes Mal wieder angefangen“. Diese Extreme spiegeln die gesamte Bandbreite der Möglichkeiten wider. Eine zentrale Rolle spielt die Motivation. Einige Menschen merken beispielsweise aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung, dass sie so nicht weitermachen können: Früher waren sie gute Sportler, heute kommen sie kaum noch die Treppe hoch. Sie ziehen von einem Tag auf den anderen einen Schlussstrich und sagen sich: Es reicht. Andere wissen natürlich, dass Rauchen die Gesundheit gefährdet. Aus Vernunft versuchen sie daher, aufzuhören. Doch es fällt ihnen schwer, dies durchzuhalten: Der Alltag wird wieder stressiger, die Vorsätze werden vergessen, man gönnt sich ja sonst nichts....

In Deutschland raucht mehr als ein Viertel der über 14-Jährigen. Ein Drittel der Männer und ein Viertel der Frauen greifen regelmäßig zur Zigarette. Die Hälfte der rauchenden Männer und etwa ein Drittel der rauchenden Frauen konsumieren sogar mehr als 20 Zigaretten am Tag. Die überwältigende Mehrheit (80-90%) will mit dem Rauchen aufhören, doch nur rund 30% unternehmen innerhalb eines Jahres mindestens einen ernsthaften Versuch. Ein Grund für die Schwierigkeit, den Tabakkonsum zu beenden, ist das hohe Suchtpotenzial von Nikotin, das dem anderer („harter“) Drogen ähnelt. Etwa jeder zweite regelmäßige Raucher gilt als suchtkrank.

Das Aufhören lohnt sich!

 
Doch es gibt eine Vielzahl an Unterstützungsangeboten und der Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören, lohnt sich immer. Zum einen sind da natürlich die gesundheitlichen Aspekte. So verursacht Rauchen nicht nur bis zu 90% aller Lungenkrebsfälle, sondern erhöht auch für eine Reihe weiterer Krebserkrankungen das Risiko. Zu ihnen gehören unter anderen Krebserkrankungen der Nasennebenhöhle, der Mundhöhle, des Kehlkopfes, der Bauchspeicheldrüse, der Blase und der Nieren. Auch Lippenkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Leukämien werden durch Rauchen begünstigt. Darüber hinaus ist der Zigaretten-Konsum ein zentraler Risikofaktor für Herzkreislauf-Erkrankungen und chronisch entzündliche Atemwegserkrankungen. Eine Schwächung des Immunsystems mit erhöhter Infektanfälligkeit gehört ebenfalls zu möglichen Folgen. All diese Risiken nehmen durch die körperliche Erholung nach dem Verzicht aufs Rauchen ab und normalisieren sich mit der Zeit oft sogar.

Außerdem gibt es den Aspekt des Wohlbefindens, der für den ehemaligen Raucher sehr viel offensichtlicher ist: Geruchs- und Geschmackssinn verfeinern sich, die Atmung wird spürbar besser und der Raucherhusten nimmt deutlich ab. Man fühlt sich fitter, Sport fällt wieder leichter, das Treppensteigen bereitet keine Probleme mehr, Kleider und Möbel riechen nicht mehr nach kaltem Rauch und – last but not least – auf einmal bleibt Geld übrig, das für andere Dinge ausgegeben werden kann.

Darüber hinaus ist da noch die Familie: Sie muss sich keine Sorgen mehr um das ehemals rauchende Familienmitglied machen und ist selbst keiner gesundheitlichen Gefährdung mehr ausgesetzt. Denn Passivrauchen fördert beispielsweise bei jungen Frauen Brustkrebs und Atemwegserkrankungen. Und Kinder rauchender Eltern leiden zum Beispiel häufiger unter akuten sowie chronischen Atemwegserkrankungen und Mittelohrentzündungen.

Es gibt viele Hilfs- und Behandlungsangebote

 
Auch wenn es nicht leicht fällt, mit dem Rauchen aufzuhören: Es ist möglich! Mehr als elf Millionen Menschen in Deutschland sind ehemalige Raucherinnen oder Raucher. Da Tabakabhängigkeit heute als chronische Krankheit gilt, gibt es zahlreiche Hilfs- und Behandlungsangebote. Zu ihnen gehören Selbsthilfebücher, Broschüren, Telefon-Hotlines und interaktive Ausstiegsprogramme. Eine Befürchtung von vielen Rauchern ist es, durch den Verzicht auf die Zigaretten Entzugserscheinungen zu bekommen. Der Nikotinentzug kann tatsächlich zu Symptomen wie Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit, Depressivität, innerer Unruhe, Angstzuständen, Appetitsteigerung oder Konzentrationsstörungen führen. Diese halten allerdings meist nur vier bis acht Wochen an und lassen häufig bereits nach einigen Tagen spürbar nach.

 
Die Entzugssymptome lassen sie sich zudem unter Umständen durch den Einsatz von Nikotinersatzpräparaten in den ersten Wochen abmildern. Nikotinpflaster, -kaugummis und -lutschtabletten sind rezeptfrei erhältlich, Nikotinsprays müssen hingegen verschrieben werden. Außerdem gibt es zwei Medikamente, die die Entwöhnungsbehandlung unterstützen können. Sie sind ebenfalls verschreibungspflichtig. In allen Fällen der medikamentösen Unterstützung sollte vorher ein Arzt konsultiert werden.

Für Raucher mit besonders starker Nikotin-Abhängigkeit stellen Tabakentwöhnungsprogramme eine sinnvolle und effektive Möglichkeit dar. Sie kombinieren psychologische, ärztliche und medikamentöse Maßnahmen und werden in der Regel in mehreren Gruppensitzungen unter Leitung eines speziell ausgebildeten Experten angeboten. Viele Krankenkassen unterstützen ihre Versicherten bei der Zigarettenentwöhnung. Was genau sie anbieten und bezahlen, ist von Kasse zu Kasse unterschiedlich. Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, sollte sich an seine Krankenkasse wenden und dort nachfragen. Medikamente zur Rauchentwöhnung sind hingegen bislang aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen ausgeschlossen.

Weiterführende Links
(PE)





Quellen
Tabakentwöhnung bei COPD. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Mai 2008. www.awmf.org
Ja, ich werde rauchfrei. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). www.bzga.de
Ich rauche, Ich rauche nicht, ich werde … rauchfrei! Barmer GEK, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS). www.barmer-gek.de
Blauer Ratgeber „Lungenkrebs“. Deutsche Krebshilfe. www.krebshilfe.de
Gesundheitliche Folgen des Rauchens. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). www.tabakkontrolle.de
Statement: Viele Krankenkassen unterstützen bei der Zigarettenentwöhnung. GKV Spitenverband, Presseinformation 23.12.2009

Fotos:
PeJo, Leonid Nyshko, Franz Pfluegl © Fotolia






Aktualisiert am: 01.06.11 - 16:45



DKK 2014 vorher
Gesundheitsservice
Roche: Pankreas - aus der Mitte
Suche
Suchbegriff


Wo wollen Sie suchen?


Suchen ->