Auch wenn es nicht leicht fällt, mit dem Rauchen aufzuhören: Es ist möglich! Mehr als elf Millionen Menschen in Deutschland sind ehemalige Raucherinnen oder Raucher. Da Tabakabhängigkeit heute als chronische Krankheit gilt, gibt es zahlreiche
Hilfs- und Behandlungsangebote. Zu ihnen gehören Selbsthilfebücher, Broschüren, Telefon-Hotlines und interaktive Ausstiegsprogramme. Eine Befürchtung von vielen Rauchern ist es, durch den Verzicht auf die Zigaretten Entzugserscheinungen zu bekommen. Der Nikotinentzug kann tatsächlich zu Symptomen wie Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit, Depressivität, innerer Unruhe, Angstzuständen, Appetitsteigerung oder Konzentrationsstörungen führen. Diese halten allerdings meist nur vier bis acht Wochen an und lassen häufig bereits nach einigen Tagen spürbar nach.

Die Entzugssymptome lassen sie sich zudem unter Umständen durch den Einsatz von Nikotinersatzpräparaten in den ersten Wochen abmildern. Nikotinpflaster, -kaugummis und -lutschtabletten sind rezeptfrei erhältlich, Nikotinsprays müssen hingegen verschrieben werden. Außerdem gibt es zwei Medikamente, die die Entwöhnungsbehandlung unterstützen können. Sie sind ebenfalls verschreibungspflichtig. In allen Fällen der medikamentösen Unterstützung sollte vorher ein Arzt konsultiert werden.
Für Raucher mit besonders starker Nikotin-Abhängigkeit stellen Tabakentwöhnungsprogramme eine sinnvolle und effektive Möglichkeit dar. Sie kombinieren psychologische, ärztliche und medikamentöse Maßnahmen und werden in der Regel in mehreren Gruppensitzungen unter Leitung eines speziell ausgebildeten Experten angeboten. Viele Krankenkassen unterstützen ihre Versicherten bei der Zigarettenentwöhnung. Was genau sie anbieten und bezahlen, ist von Kasse zu Kasse unterschiedlich. Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, sollte sich an seine Krankenkasse wenden und dort nachfragen. Medikamente zur Rauchentwöhnung sind hingegen bislang aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen ausgeschlossen.
Weiterführende Links
(PE)
Quellen
Tabakentwöhnung bei COPD. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Mai 2008.
www.awmf.org Ja, ich werde rauchfrei. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
www.bzga.de Ich rauche, Ich rauche nicht, ich werde … rauchfrei! Barmer GEK, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS).
www.barmer-gek.de Blauer Ratgeber „Lungenkrebs“. Deutsche Krebshilfe.
www.krebshilfe.de Gesundheitliche Folgen des Rauchens. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ).
www.tabakkontrolle.de Statement: Viele Krankenkassen unterstützen bei der Zigarettenentwöhnung. GKV Spitenverband, Presseinformation 23.12.2009
Fotos:
PeJo, Leonid Nyshko, Franz Pfluegl © Fotolia