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Benigne und maligne Weichteiltumoren

Unter dem Begriff Weichteiltumoren werden Tumoren verschiedener Gewebe (Muskulatur, Fettgewebe, Bindegewebe, Nervengewebe) zusammengefasst. Sie können an nahezu jeder Stelle des menschlichen Körpers auftreten. Die überwiegende Mehrheit der Weichteiltumoren ist gutartig (benigne). Zu ihnen zählen die Fibrome, gutartige Tumoren des Bindegewebes, die Lipome, gutartige Tumoren des Fettgewebes oder die Myome, gutartige Tumoren des glatten Muskelgewebes.

Bösartige Weichteiltumoren, Weichteilsarkome
Die bösartigen Weichteiltumoren werden als Weichteilsarkome (Weichgewebssarkome oder maligne Weichteiltumoren) bezeichnet.
Mit dem Begriff Sarkom (von griech. sarx, sarkos = Fleisch) werden diese Tumoren von den Karzinomen, die aus Drüsengewebe hervorgehen, wie zum Beispiel der Lungen-, Brust- oder Darmkrebs abgegrenzt. Die genaue Bezeichnung der Sarkome besteht aus zwei Teilen, einem „Vornamen“, der das Gewebe nennt, von dem der Tumor abstammt, und dem „Familiennamen“ Sarkom. So stammen Leiomyosarkome aus glatter Muskulatur z. B. der Gefäße, der Gebärmutter oder des Darms und Fibro- oder Liposarkome aus Binde- oder Fettgewebe. Die Unterscheidung der einzelnen Weichteilsarkome – ca. 50 verschiedene Arten - erfolgt mit Hilfe feingeweblicher (histologischer) Untersuchungen. Ihr Wachstumsverhalten und ihre Heilungsaussichten sind sehr unterschiedlich.

Häufigkeit
Weichgewebssarkome sind sehr seltene Tumoren. Sie machen nur etwa 2% aller Krebsneuerkrankungen im Erwachsenenalter in Deutschland aus. Sie kommen bevorzugt in der zweiten Lebenshälfte vor. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Weichteiltumoren können grundsätzlich in jeder Körperregion vorkommen. Bei Erwachsenen entstehen sie mit 40% am häufigsten an den Beinen, gefolgt vom Körperstamm, der oberen Extremität und der Kopf-Hals-Region.

Bei Kindern machen Weichteilsarkome etwa 7-10% aller Krebserkrankungen aus. Der Rumpf sowie Arme und Beine sind am häufigsten betroffen. Das Rhabdomyosarkom ist der häufigste bösartige Weichteiltumor bei Kindern. Er entsteht in Muskeln, die die Knochen umgeben.

  
(red)



Quellen:
[1] R. Windhager, L. Hovy, T. Prietzel et al.: Weichteilsarkome, in: Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien, Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.), W. Zuckschwerdt Verlag 2008
[2] E. Koscielniak, J. Treuner: Weichteilsarkome (Kindesalter), in: Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien, Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.), W. Zuckschwerdt Verlag 2008
[3] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[4] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2012




Fachliche Beratung
PD Dr. med. Peter Reichardt
Klinik für Innere Medizin III m. S. Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin
HELIOS Klinikum Bad Saarow


Aktualisiert am: 16.10.13 - 13:02



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