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Speiseröhrenkrebs, Ösophaguskarzinom

Speiseröhrenkrebs – in der Fachsprache als Ösophaguskarzinom bezeichnet – kann überall in der Speiseröhre auftreten. Auch Karzinome, die am Übergang von der Speiseröhre in den Magen auftreten, werden als Speiseröhrenkrebs bezeichnet. Je nachdem, in welchem Gewebe der Tumor seinen Ursprung nimmt, werden zwei Hauptformen von Speiseröhrenkrebs unterschieden: die Plattenepithelkarzinome und die Adenokarzinome.

So genannte Plattenepithelkarzinome entwickeln sich in der oberen Schicht der Speiseröhrenschleimhaut, die auch als Plattenepithel bezeichnet wird. Sie machen knapp die Hälfte aller Tumoren der Speiseröhre aus und können entlang der gesamten Speiseröhre, auch im Halsbereich, auftreten. Meist liegen Plattenepithelkarzinome im oberen und mittleren Drittel der Speiseröhre.

Die von drüsigen Schleimhautzellen herrührenden Adenokarzinome sind vor allem im unteren Drittel der Speiseröhre und im Übergang zum Magen zu finden.

Häufigkeit
Speiseröhrenkrebs ist in Deutschland eine relativ seltene Tumorerkrankung. Pro Jahr erkranken etwa 4.800 Männer und 1.400 Frauen daran. Das entspricht einem Anteil von weniger als zwei Prozent aller bösartigen Tumorerkrankungen bei Männern und etwa 0,5 Prozent bei Frauen. Zum Vergleich: An Brustkrebs erkranken allein in Deutschland jährlich mehr als 71.700 Frauen, an Dickdarmkrebs jeweils rund 35.300 Männer und 30.000 Frauen.

Das Durchschnittsalter der Erkrankten beträgt bei Männern 66 Jahre und bei Frauen 70 Jahre.

Krebserkrankungen der Speiseröhre werden oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium festgestellt. Die Heilungsaussichten sind dann ungünstig. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verstarben 2006 in Deutschland 3.642 Männer und 1.074 Frauen an Speiseröhrenkrebs.

  
(red)



Quellen:
[1] R. Hofheinz, S. Frick, J. Claßen: Ösophaguskarzinom, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 204-207
[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[3] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2012



Fachliche Beratung
Prof. Dr. Michael Stahl
Klinik für intern. Onkologie und Hämatologie
Kliniken Essen-Mitte



Aktualisiert am: 12.03.12 - 14:21



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