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Prostatakrebs - Nachsorge und Rehabilitation

Wenn die medizinische Behandlung der Tumorerkrankung abgeschlossen ist, beginnt die Phase der Behandlung, die als Nachsorge bezeichnet wird. Die Tumornachsorge hat folgende Aufgaben:
  • ein Wiederauftreten der Krebskrankheit rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln
  • Begleiterkrankungen festzustellen, zu behandeln und gegebenenfalls zu lindern
  • dem Patienten bei seinen physischen, psychischen und sozialen Problemen behilflich zu sein.

Nachsorgeuntersuchungen

Ein wichtiger Bestandteil der Nachsorge sind die ärztlichen Untersuchungen. In den ersten zwei Jahren finden sie in Abständen von etwa drei Monaten statt. Die regelmäßige Kontrolle gibt die Sicherheit, dass gegen eine erneute Tumorbildung, aber auch gegen mögliche Begleit- und Folgeerkrankungen wie Knochenschmerzen, Störungen beim Wasserlassen, Schwellung der Unterschenkel, Thrombosen usw. schnell eingeschritten wird.

Nebenerkrankungen sind medikamentös meist gut zu behandeln. Im weiteren Verlauf werden die Zeitspannen zwischen den einzelnen Untersuchungen immer länger. Wie häufig der Arzt seinen Patienten sehen möchte, hängt von der individuellen Situation und dem Krankheitsverlauf ab. Oft ist nur eine Untersuchung pro Jahr erforderlich.

Aufwand und Umfang der einzelnen Nachsorgeuntersuchungen hängen davon ab, wie weit der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten war.

Folgende Untersuchungen können im Rahmen der Nachsorge durchgeführt werden:
  • gründliche und umfassende körperliche Untersuchung inklusive Tastuntersuchung
  • Blutuntersuchungen einschließlich Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA-Wert)
  • Gewebeentnahme (Prostatabiopsie)
  • Ultraschalluntersuchung
  • Röntgen- und computertomographische Untersuchungen
  • Skelettszintigraphie
Nach einer Operation oder Strahlenbehandlung soll vor allem der Erfolg der Behandlung, also die vollständige Entfernung des Karzinoms, überprüft werden. Beim fortgeschrittenem Prostatakarzinom dient die Nachsorge in erster Linie der Erkennung bzw. Vermeidung von Komplikationen, z. B. durch Knochenmetastasen oder durch Druck des Tumors auf umgebende Organe und Gewebe.

Bei Beschwerden, z. B. Knochenschmerzen oder „rheumatische“ Schmerzen, sollte auch außerhalb der Nachsorgetermine unbedingt der Arzt aufgesucht werden. Das Prostatakarzinom bildet nämlich im fortgeschrittenen Stadium häufig Metastasen im Skelett, die solche Beschwerden verursachen können. Neben den Schmerzen besteht auch die Gefahr von Knochenbrüchen, die im Bereich der Wirbelsäule zu Lähmungen führen können. Eine Strahlenbehandlung kann diesen Komplikationen effektiv entgegenwirken.

Nachbetreuung

Bei der Nachsorge geht es jedoch nicht nur um medizinische Untersuchungen, sondern auch um die Nachbetreuung des Patienten. Die meisten Menschen sind nach einer Krebsbehandlung körperlich und seelisch stark belastet. Die Nachbetreuung soll helfen, die Krankheit zu verarbeiten und die vielfältigen Probleme, die im Zusammenhang mit einer Tumorerkrankung auftreten, zu bewältigen.

Bereits in der Klinik besteht die Möglichkeit, sich mit Fragen und Problemen an den behandelnden Arzt oder an spezielle Fachkräfte zu wenden. Neben der eigentlichen Therapie gehört es zu den Aufgaben eines behandelnden Arztes, den Patienten zu begleiten und gemeinsam mit ihm Probleme zu lösen. In den meisten Krankenhäusern ist ein Sozialdienst eingerichtet, der Ihnen bei versorgungstechnischen und sozialen Fragen Unterstützung bieten und Sie auch an entsprechende Institutionen weitervermitteln kann. Auch die Möglichkeit einer psychologischen Beratung ist in vielen Krankenhäusern gegeben.

Für manche Patienten ist es darüber hinaus hilfreich, sich über einen gewissen Zeitraum auch Unterstützung bei einer Beratungsstelle zu holen. Auch der Kontakt zu ebenfalls Betroffenen, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe, kann eine große Hilfe sein, da diese Menschen die Probleme aus eigener Erfahrung kennen und mit Rat und Tat helfen können.

Rehabilitation

Häufig wird nach der Entlassung aus dem Krankenhaus eine Anschlussheilbehandlung oder eine Kur empfohlen, um den Erholungs- und Genesungsprozess zu beschleunigen. Dafür gibt es speziell eingerichtete Nachsorgekliniken, in denen Patienten wieder zu Kräften kommen können und in denen ganz gezielt auf ihre Situation eingegangen wird. Dort wird auch Hilfestellung gegeben im Umgang mit zum Teil unvermeidbaren körperlichen Folgeerscheinungen der Krebsbehandlung – wie Harninkontinenz oder Impotenz –, sowie bei der Bewältigung psychischer oder sozialer Probleme.

 
(red)



Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Urologie (Hrsg.): Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms, http://www.urologenportal.de/index.php?id=113&frame=awmf, Stand August 2009
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung
Prof. Dr. Kurt Miller
Klinik für Urologie,
Charité - Universitätsmedizin Berlin


Aktualisiert am: 04.05.11 - 12:30



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