Bei langsam wachsenden niedrigmalignen Non-Hodgkin-Lymphomen wird oftmals eine abwartende Beobachtungsstrategie ("Wait-and-See-Strategie") verfolgt, bei der die Patienten regelmäßig untersucht, aber zunächst nicht behandelt werden. Erfahrungen haben gezeigt, dass eine früh einsetzende Behandlung bei einigen Non-Hodgkin-Lymphomen die Lebensqualität der Patienten verschlechtert, ohne einen wirklichen Überlebensvorteil zu bringen. Eine Behandlung wird deshalb oft erst dann eingeleitet, wenn Symptome auftreten und die Erkrankung deutlich zunimmt.
Eine wichtige Behandlungsmethode in frühen Stadien niedrigmaligner Non-Hodgkin-Lymphome ist die
Strahlentherapie. Sie kann in manchen Fällen zu einer Heilung führen. Bestrahlt werden die befallenen und angrenzenden Lymphknotenregionen oder aber alle Lymphknotenregionen des Körpers.
Ist eine Bestrahlung nicht möglich, kann alternativ eine
Chemotherapie erfolgen.
Auch in fortgeschrittenen Krankheitsstadien ist eine abwartende Haltung („Wait-and-See-Strategie“) möglich, wenn die Erkrankung nur sehr langsam fortschreitet und keine oder nur geringe Beschwerden verursacht. Eine Behandlung in fortgeschrittenen Stadien hat das Ziel, den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen, die Symptome zu bekämpfen und Komplikationen zu vermeiden (palliative Therapie). Eine Heilung ist meist nicht mehr möglich. Die Behandlung besteht zunächst aus einer
Chemotherapie zur Verringerung der Tumorzellmasse. Durch eine anschließende
Immuntherapie mit Interferon lässt sich das erneute Fortschreiten der Erkrankung verzögern. Interferone sind Botenstoffe, mit denen sich die körpereigenen Abwehrzellen untereinander verständigen. Sie können das Wachstum bösartiger Zellen hemmen. Weitere Medikamente, wie zum Beispiel Kortison, können ergänzend zum Einsatz kommen.
Bei Patienten unter 60 Jahren wird derzeit geprüft, ob durch eine Hochdosischemotherapie in Kombination mit einer Ganzkörperbestrahlung und anschließender
Blutstammzell- oder Knochenmarktransplantation die Erkrankung auch in fortgeschrittenen Stadien besser bekämpft und möglicherweise geheilt werden kann.
Einige Lymphomformen, deren Zellen ein bestimmtes Merkmal auf der Oberfläche tragen, können im Falle eines Krankheitsrückfalls auch mit monoklonalen Antikörpern behandelt werden. Diese Antikörper binden sich gezielt an die Lymphomzellen und machen sie damit für die körpereigenen Abwehrzellen erkennbar. Bei einem Teil der Patienten kann die Erkrankung durch den Einsatz von Antikörpern erneut zur Rückbildung gebracht werden. Zugelassen ist der Antikörper Rituximab bei Follikulärem Lymphom und Alemtuzumab bei chronisch lymphatischer Leukämie. Ob monoklonale Antikörper auch bei anderen Non-Hodgkin-Lymphomen wirksam sind, wird derzeit in wissenschaftlichen Studien geprüft.
(red)