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Nierenkrebs - Erkrankungsverlauf

Nierenkrebs geht in der Mehrheit der Fälle (zu etwa 95 Prozent) von Zellen des Tubulussystems der Niere aus, jenem Gewebe also, das für die Urinbildung zuständig ist. Sehr viel seltener entstehen bösartige Tumoren im Nierenbecken.

Zunächst ist der Tumor auf die Niere beschränkt. Wird die Geschwulst größer, so kann sie jedoch die Bindegewebshülle der Niere durchbrechen und nahegelegenes Gewebe, Lymphknoten oder Organe in der Umgebung befallen. Der Tumor kann auch in das Nierenbeckenhohlsystem einbrechen. Blutabsonderungen des Tumors können dann im Urin des Patienten festgestellt werden.

Über Blutbahnen und Lymphgefäße können einzelne Krebszellen auch in entferntere Organe gelangen. Dort können sie sich ansiedeln und erneut vermehren; es entstehen Tochtergeschwülste (Metastasen). Metastasen treten beim Nierenzellkarzinom am häufigsten in der Lunge, im Skelettsystem und in den Lymphknoten, seltener im Gehirn und in der Leber auf.

Stadieneinteilung beim Nierenkrebs
Das Ausbreitungsstadium des Tumors ist ein wichtiges Kriterium bei der Wahl der für den Patienten am besten geeigneten Behandlungsmethode. Um den Tumor genauer zu charakterisieren, wird er daher – je nach Ausdehnung – in verschiedene Stadien unterteilt. Die Einteilung erfolgt nach bestimmten Kategorien, für die hauptsächlich drei Gesichtspunkte Maß gebend sind:
  • die Größe des Tumors (T)
  • die Beteiligung der Lymphknoten (N)
  • das Vorhandensein von Metastasen (M).
Man verwendet deshalb auch den Begriff TNM-Klassifikation.
Ziffern hinter den Buchstaben geben genauere Hinweise auf Größe und Ausdehnung des Tumors (T1-4), Zahl und Lage der befallenen Lymphknoten (N0 oder N1) und das Vorhandensein oder Fehlen von entfernten Metastasen (M0 oder M1). T1 N0 M0 würde in diesem Fall also bedeuten, dass es sich um einen kleinen, auf die Niere begrenzten Tumor ohne Lymphknotenbefall und Fernmetastasen handelt.
Eine exakte Beurteilung des TNM-Stadiums ist häufig erst nach der operativen Entfernung des Tumors möglich.

Ein weiterer Punkt, der bei der Charakterisierung des Tumors eine Rolle spielt, ist die Beschaffenheit des Krebsgewebes (Grading). Sie wird bei der mikroskopischen Untersuchung des entnommenen Gewebes untersucht und gibt Hinweise auf die Aggressivität des Tumors. Mit Hilfe der mikroskopischen Untersuchung lässt sich auch bestimmen, um welche Art von Nierenkrebs es sich handelt.

Die Bestimmung der Tumorausbreitung und das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung helfen dem Arzt bei der Planung der Behandlungsschritte.

Krankheitsrückfall (Rezidiv)
Bei spät entdeckten Nierentumoren kann es nach zunächst erfolgreicher Behandlung zu einem Rückfall kommen. Das bedeutet, dass der Tumor in der Niere (soweit noch vorhanden) bzw. im ehemaligen Tumorbett, aber auch in anderen Körperregionen erneut auftreten kann (Rezidiv).

(red)


 
Quellen:
C. Fischer, R. Oberneder: Nierenzellkarzinom, in: Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien, Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.), W. Zuckschwerdt Verlag 2008, S. 103-112 
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung
Prof. Dr. Claus Fischer
Urologische Klinik
Krankenhaus Hohe Warte
Bayreuth


Aktualisiert am: 14.04.11 - 22:47



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