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Lungenkrebs, Bronchialkarzinom - Früherkennung, Vorsorge
Warnzeichen
Ein Bronchialkarzinom entwickelt sich meist im Verborgenen, der Betroffene bemerkt zunächst keine Symptome. Erst wenn ein fortgeschrittenes Stadium erreicht ist, treten unspezifische Krankheitsbilder auf, die für den Patienten Anlass zur sofortigen ärztlichen Untersuchung sein sollten:
- neu einsetzender Husten, der sich trotz einer Behandlung mit Antibiotika über 2-3 Wochen hartnäckig hält
- chronischer Husten, der seinen Charakter verändert
- blutiger und unblutiger Auswurf
- pfeifende Atmung, Atemnot
- Fieberschübe
- Abgeschlagenheit
- ungewollter Gewichtsverlust
- Heiserkeit
- Schmerzen im Brustbereich
- Schwellungen im Gesicht und am Hals
Wenn Sie solche Beschwerden bemerken, heißt das noch nicht, dass Sie an einer Tumorerkrankung leiden. Es kann sich auch, insbesondere bei starken Rauchern, um eine chronische Bronchitis oder eine Lungenentzündung handeln. Dennoch sollten Sie die Beschwerden ernst nehmen und unbedingt zum Arzt gehen! Je früher ein Bronchialkarzinom entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen! Ärztliche Hilfe kann in frühen Stadien heilen und bei fortgeschrittenen Tumorleiden dazu beitragen, die verbleibende Lebensspanne möglichst erträglich und lebenswert zu gestalten. Wenn bösartige Lungentumore in einem frühen Stadium erkannt werden, so geschieht dies in aller Regel durch Zufall, z.B. durch Röntgenuntersuchungen aus einem anderem Anlass. Befriedigende Möglichkeiten zur Früherkennung eines Bronchialkarzinoms, die auch für Patienten ohne Anzeichen auf eine Lungenerkrankung sinnvoll sind, gibt es bis heute nicht. Umso wichtiger ist es, die Risikofaktoren so weit wie möglich zu meiden.
Was tut Ihr Arzt
Wenn Sie auf Grund der oben beschriebenen Symptome einen Arzt aufsuchen, wird dieser Sie zunächst ausführlich über Ihre Beschwerden und Lebensgewohnheiten befragen und Ihren allgemeinen Gesundheitszustand untersuchen. Dem Arzt stehen verschiedene diagnostische Verfahren für die Tumordiagnostik zur Verfügung:
Eines der wichtigsten ist die röntgenologische Untersuchung. Tumoren ab einer Größe von einem Zentimeter Durchmesser sind auf dem Röntgenbild zu erkennen. Allerdings gehört viel Erfahrung auf Seiten des Mediziners dazu, die Bilder richtig zu interpretieren.
Tumoren, die im Lungeninneren liegen, kann man mit Hilfe der Computertomographie (CT) auf die Spur kommen; dabei wird die Lunge in Schnittbildern dargestellt. Auf diese Weise werden Tumoren ab einer Größe von 0,5 Zentimeter sichtbar. Um die Ausbreitung eines Lungenkrebses zu ermitteln, ist die Computertomographie unverzichtbar.
Die Frage nach der Bösartigkeit des Tumors lässt sich häufig durch die mikroskopische Untersuchung des Auswurfs (Sputum) beantworten. Anhand der im Sputum enthaltenen Zellen können Rückschlüsse auf die Art des Karzinoms gezogen werden. Enthält der Auswurf keine Krebszellen, kann keine Entwarnung gegeben werden, da durch Zufall nur gesunde Zellen ausgeworfen worden sein können.
Abnorme Zellen in der Lunge lassen sich auch durch eine Bronchoskopie aufspüren. Dabei wird dem Patienten unter örtlicher Betäubung ein nur wenige Millimeter dicker, flexibler Schlauch durch Nase oder Mund in die Luftröhre und weiter in die Bronchien eingeführt. Auf diese Weise kann der Arzt kleinste Gewebeproben entnehmen, die auf Krebszellen untersucht werden. Wie bei der Untersuchung des Auswurfs gilt auch hier: Werden keine entarteten Zellen gefunden, muss das nicht zwingend heißen, dass keine vorhanden sind. Allerdings führen mehr als 70 Prozent der Bronchoskopien zu einer Diagnose.
Sollte das Ergebnis der Bronchoskopie jedoch nicht aussagekräftig sein, kann die so genannte Feinnadelbiopsie zum Einsatz kommen. Dabei schiebt der Arzt unter computertomographischer Kontrolle von außen eine dünne Nadel durch die Brustwand in den verdächtigen Bereich der Lunge und entnimmt dort kleine Gewebeproben. Bereiche, die man mit der Bronchoskopie nicht erreichen kann, sind häufig einer transbronchialen Biopsie zugänglich.
(red)
Quellen: Goeckenjan G. et al. Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms. Interdisziplinäre S3-Leitlinie, in: Pneumologie 2010; Bd. 64 (Suppl. 2): S 23-155. H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006 Fachliche Beratung
Dr. Karl Matthias Deppermann 1. Medizinische Klinik, Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin HELIOS Klinikum Erfurt
Aktualisiert am: 13.04.11 - 14:46
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