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Lidtumor

Der Begriff Lidtumor umfasst eine Vielzahl von gut- oder bösartigen Hautumoren, die sich am Ober- oder Unterlid des Auges befinden. Bösartigen Krebsarten fällt dabei eine größere Bedeutung zu.

90 Prozent aller bösartigen Lidtumoren sind Basalzellkarzinome (Basaliom). Sie gehören in Mitteleuropa zu den häufigsten bösartigen Tumoren überhaupt. In Deutschland erkranken pro Jahr ca. 100 pro 100.000 Einwohner daran, Männer und Frauen sind etwa gleichermaßen betroffen. Das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren, wobei zunehmend auch Jüngere erkranken.

Erheblich seltener kommen Plattenepithelkarzinome (Spinaliom), Talgdrüsenkarzinome oder schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) am Augenlid vor. Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem (z.B. HIV-Infizierte, Organtransplantierte) treten Kaposi-Sarkome auf.

Gutartige Tumoren am Augenlid sind Warzen, Blutschwämme (Hämangiome), Fettablagerungen (Xanthelasmen), Muttermale und Keratoakanthome (schnell wachsende Tumoren mit großem Hornpfropf).

Ursachen und Risikofaktoren

Die bedeutendste Ursache für einen Lidtumor ist UV-Strahlung. Sie begünstigt die Entstehung von Basaliomen, Plattenepithelkarzinomen und Melanomen. Obwohl diese Tumorarten sich überall auf der Haut bilden können, ist das Auge durch seine Lage besonders betroffen. Bei schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) spielen erbliche Faktoren eine Rolle.

Symptome

Lidtumore können hautfarben oder braun bis schwarz pigmentiert sein. Die auftretenden Hauterscheinungen unterscheiden sich je nach Tumorart. Am häufigsten finden sich Lidtumoren am inneren Lidwinkel und am Unterlid.

Eine schwerwiegende Komplikation bösartiger Tumoren am Augenlid ist der Verlust des Augenlichts, da möglicherweise Bindehaut oder Tränengänge angegriffen werden. Außerdem fallen häufig die Wimpern aus.

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose stellt sich durch das Gespräch (Anamnese) und die Hautuntersuchung. Dafür nutzt der Arzt das so genannte Dermatoskop, ein Vergrößerungsglas mit Lichtquelle, das ein genaueres Inspizieren auffälliger Hautareale erlaubt. Sicherheit gibt die mikroskopische Untersuchung von Gewebe aus dem verdächtigen Bereich. Liegt beispielsweise schwarzer Hautkrebs vor, schließen sich weitere Untersuchungen an. Sie lassen erkennen, ob der Krebs Tochtergeschwülste in anderen Organen gebildet hat. Zum Einsatz kommen Röntgenuntersuchungen, Ultraschall (Sonographie), Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT).

Therapie

Die Therapie hängt von der Art des Tumors, seiner Lage und Ausbreitung sowie vom Alter und Allgemeinzustand des Patienten ab. Normalerweise wird die operative Entfernung des Tumors angestrebt. Hierbei wird das Krebsgeschwür zusammen mit einem je nach Tumorart variierenden Sicherheitsabstand vollständig entfernt.

Alternativ können bei einigen Hautkrebsarten (Basaliome, Plattenepithelkarzinome) nicht operative, oberflächlich zerstörende Verfahren angewendet werden: photodynamische Therapie (PDT), Strahlentherapie, Herausschaben (Kürettage), Kältebehandlung (Kryotherapie) oder Lasertherapie. Auch lokale Chemotherapie (5-Fluorouracil-Creme), lokale Immuntherapie (Imiquimod-Creme) und Strahlentherapie können bei bestimmten Tumorarten eingesetzt werden.

Chemotherapie ist bei fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen möglich. Schwarzer Hautkrebs und Plattenepithelkarzinome können zudem im fortgeschrittenen Stadium mit einer Immuntherapie mit Interferon alpha behandelt werden.

Nachsorge

Nach erfolgreicher Behandlung sollten die Betroffenen regelmäßig ihre Haut kontrollieren bzw. durch einen Hautarzt untersuchen lassen. Um der Bildung weiterer Hauttumoren vorzubeugen, sollte eine zu starke Sonnenbelastung vermieden werden.

(red)



Quellen:
Patzelt Johannes: Basics Augenheilkunde, Urban und Fischer Verlag 2009


Aktualisiert am: 13.04.11 - 14:50



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