Patienten, die an chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) erkrankt sind, fühlen sich häufig über lange Zeiträume völlig wohl, Krankheitszeichen fehlen. Aufgrund des langsamen Fortschreitens dieser Krankheit ist es durchaus möglich, dass der Patient anfangs noch gar nicht behandelt wird ("Watch and Wait"-Strategie). Eine Behandlung wird erst dann notwendig, wenn sich die Blutwerte verschlechtern oder krankheitsbedingte Beschwerden auftreten.
Standardtherapie bei der CLL ist die
Chemotherapie in Form von Tabletten oder Spritzen/Infusionen. Ergänzend wird oft ein Kortisonpräparat verabreicht, da Kortison bei Lymphomzellen außerordentlich wirksam ist.
Patienten mit chronisch lymphatischer Leukämie vom B-Zell-Typ (B-CLL), bei denen eine Chemotherapie nicht in Frage kommt oder die nicht ausreichend auf eine Chemotherapie ansprechen, können mit dem
monoklonalen Antikörper Alemtuzumab behandelt werden. Alemtuzumab richtet sich gezielt gegen Bestandteile, die nur auf der Oberfläche der krankhaften Lymphozyten vorkommen, und leitet das Absterben der Zellen ein. Durch die Behandlung kann das Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten werden. Darüber hinaus wird in Studien die Wirksamkeit des
Antikörpers Rituximab in Kombination mit Chemotherapie getestet.
Die Behandlung der CLL erfolgt über viele Jahre hinweg ambulant bei regelmäßiger Kontrolle durch den behandelnden Arzt. Oft lassen sich jahrelange beschwerdefreie Zeiten erreichen. Eine vollständige Heilung ist durch diese Behandlung allerdings nicht möglich.
Bei jüngeren Patienten wird derzeit untersucht, ob eine Hochdosischemotherapie mit anschließender
Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantation zu einer Heilung führen kann.
Menschen mit CLL sind häufig aufgrund ihrer schlechten Immunabwehr stark infektionsgefährdet und müssen deshalb oft Antibiotika einnehmen. Manchmal erhalten Sie zusätzlich eine Behandlung mit Abwehrstoffen, so genannten Immunglobulinen.