Die Chemotherapie schädigt nicht nur Krebszellen, sondern auch gesunde Zellen, die sich häufig und schnell teilen. Dadurch kommt es im Laufe der Behandlung zu Nebenwirkungen, die je nach Art und Dosierung der Medikamente unterschiedlich stark sind.
Häufigste Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall. Auch die Funktion der Eierstöcke bei Frauen und der Hoden bei Männern wird durch die Chemotherapie beeinträchtigt.
Zytostatika beeinträchtigen auch die Bildung gesunder Blutkörperchen und Blutplättchen. Dadurch bestehen während der Behandlungszeit eine akute Infektionsgefahr sowie erhöhte Blutungsneigung und Blutarmut. Um Komplikationen zu vermeiden, sind verschiedene Vorsorgemaßnahmen notwendig. Treten während der ambulanten Behandlungsphase Zeichen einer Infektionen, Blutarmut oder Blutung auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Infektionskrankheiten können für Patienten unter Chemotherapie eine lebensgefährliche Bedrohung sein, da der Körper über zu wenig gesunde weiße Blutkörperchen und Abwehrstoffe verfügt. Kontakt mit Personen, die ansteckende Krankheiten haben, sollte nach Möglichkeit vermieden werden.
Auch Mikroorganismen, die für einen gesunden Menschen harmlos sind, können für den abwehrgeschwächten Leukämiepatienten gefährlich werden. Besondere Sorgfalt ist daher z.B. bei der Auswahl, Aufbewahrung und Zubereitung von Nahrungsmitteln geboten.
Zurückhaltung im Umgang mit (Haus-)Tieren ist wichtig, da diese oft Krankheitserreger tragen können. Auch Blumenwasser und Erde sind bevorzugte Aufenthaltsorte von Bakterien und Pilzen. Es ist daher ratsam, auf Schnittblumen und Topfpflanzen im Zimmer sowie auf Gartenarbeit zu verzichten.
Ein Blutplättchenmangel fördert die Neigung zu Blutungen. Verletzungsgefahren im Alltag sollten daher möglichst vermieden werden. Kommt es trotz aller Vorsicht zu Blutungen und können diese nicht gestoppt werden, muss der Arzt konsultiert werden.
Die Nebenwirkungen verschwinden in der Regel mit Beendigung der Chemotherapie. Das Knochenmark erholt sich nach Chemotherapien innerhalb von etwa drei bis vier Wochen. Ein Teil der Nebenwirkungen lässt sich durch geeignete Maßnahmen bzw. Medikamente (
Supportivtherapie) verhindern oder lindern.