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Leberzellkrebs - Vorbeugung

Häufigste Ursache ist hierzulande eine andauernde Schädigung des Lebergewebes durch eine chronische Hepatitis C- oder B-Infektion oder ein langjähriger, übermäßiger Alkoholgenuss. Um die Belastung der Leber möglichst gering zu halten, wird eine ausgewogene, fettarme Ernährung, allenfalls mit mäßigem Alkoholgenuss empfohlen. Besonders wichtig sind viel frisches Obst und Gemüse zur Deckung des Vitaminbedarfs sowie Getreide und Vollwertprodukte, die reichlich Ballaststoffe enthalten. Übergewicht und das sog. Wohlstandssyndrom sollen vermieden werden.

Regelmäßige körperliche Aktivität (mindestens 30 Minuten pro Tag) dient nicht nur der Vorbeugung von Herzkreislauferkrankungen, sondern auch der Verringerung des Krebsrisikos.

Seit mehr als 10 Jahren werden in Deutschland alle Kinder gegen Hepatitis B geimpft; diese Impfung schützt sehr effektiv gegen Hepatitis B-verursachten Leberzellkrebs. Die Hepatitis B-Schutzimpfung wird zudem Erwachsenen mit chronischer Lebererkrankung (anderer Ursache) angeraten.
Die generelle Impfung gegen Hepatitis B, insbesondere in den Endemiegebieten Afrikas und Asiens bietet einen langanhaltenden Schutz; die Impfung wird in den nächsten Jahrzehnten weltweit zu einer dramatischen Abnahme der chronischen Lebererkrankungen und des hepatozellulären Karzinoms führen.

Menschen mit Leberzirrhose oder einer chronischen Hepatitis B-Infektion wird zur Früherkennung des Leberzellkrebs eine Ultraschalluntersuchung der Leber (alle 6 Monate) empfohlen. Die Überwachung mittels Ultraschall ist sehr effektiv; so werden z.B. in Südkorea mittels Ultraschall mehr als 50% der Leberzellkarzinome in beschwerdefreien frühen und damit gut behandelbaren (heilbaren) Stadien festgestellt. Die alleinige AFP-Bestimmung eignet sich hingegen nicht für die Früherkennung des Leberzellkrebs.

(red)



Quellen:
G. Folprecht, S. Frick: Leberkarzinom, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 145-147
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006

Fachliche Beratung
Prof. Dr. med. Hans Scherübl
Klinik für Innere Medizin - Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie und Infektiologie
Vivantes Klinikum Am Urban
Berlin


Aktualisiert am: 06.04.11 - 13:17



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