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Leberzellkrebs - Früherkennung und Vorsorge
Warnzeichen
Häufig merkt der Patient nichts. Kleine Geschwülste der Leber werden i.d.R. nur im Rahmen von Ultraschall- oder speziellen Röntgenuntersuchungen gefunden.
Wenn Sie folgende Symptome an sich beobachten, sollten Sie sich unbedingt von ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin untersuchen lassen:
- Druckschmerz im Oberbauch
- tastbare Schwellung unter dem rechten Rippenbogen
- Appetitlosigkeit, Übelkeit oder erhöhte Temperatur ungeklärter Ursache
- Schwäche, Leistungsminderung
- ungewollte Gewichtsabnahme
- Verdacht auf Gelbsucht
Wenn Sie derartige Symptome an sich beobachten, heißt das noch nicht, dass Sie an einer Tumorerkrankung leiden. Alle diese Beschwerden können auch vergleichsweise harmlose Ursachen haben. Sie können aber auch Hinweis auf eine Krebserkrankung sein. Klären Sie deshalb die Ursache solcher Beschwerden schnellstmöglich ab und schieben Sie den Arztbesuch keinesfalls vor sich her!
Denn: Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung der Krankheit ist eine rechtzeitige Diagnose. In frühen Stadien kann das Leberzellkarzinom (HCC) durch eine Operation entfernt oder durch eine Radiofrequenzablation „verkocht“ und die Krankheit geheilt werden. Leider ist bei vielen Betroffenen die Krebserkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose schon so weit fortgeschritten, dass eine Heilung kaum noch möglich ist. Aber auch bei fortgeschrittenem Tumorleiden kann eine rasche Diagnose dazu beitragen, die Überlebenschance zu erhöhen und die verbleibende Lebensspanne erträglich und lebenswert zu gestalten.
Was tut Ihr Arzt?
Bei Verdacht auf Leberzellkrebs muss sich der Patient umgehend einer gründlichen Untersuchung unterziehen. Im Blut lässt sich bei einem Teil der Betroffenen ein erhöhter „Tumormarker“ (Alpha1-Fetoprotein = AFP) oder eine Hepatitis-Infektion nachweisen, und mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung kann der Arzt einen Tumor erkennen. Weitere diagnostische Methoden sind die Computertomographie und die Kernspintomographie. Bei beiden wird vor der Untersuchung ein Kontrastmittel in die Vene gespritzt, das sich vorwiegend im Krebsgewebe anreichert. Auf diese Weise wird ein Karzinom auf den Aufnahmen sichtbar. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert weniger als eine halbe Stunde.
(red)
Quellen:
G. Folprecht, S. Frick: Leberkarzinom, in: W. Dornoff, F.-G. Hagemann, J. Preiß, A. Schmieder (Hrsg.): Taschenbuch Onkologie 2010: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2010/2011, Zuckschwerdt Verlag 2010, S. 145-147
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
Fachliche Beratung
Prof. Dr. med. Hans Scherübl
Klinik für Innere Medizin - Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie und Infektiologie
Vivantes Klinikum Am Urban
Berlin
Aktualisiert am: 06.04.11 - 13:21