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Knochenkrebs, Bösartige Knochentumoren, Sarkome

Bösartige Tumoren des Knochens können überall im menschlichen Skelett auftreten. Es handelt sich entweder um so genannte primäre bösartige Knochentumoren, Sarkome, die sich direkt vom Knochengewebe ableiten oder sie entstehen als Absiedelungen (Metastasen) eines bösartigen Tumors eines anderen Organs.

Primär bösartige Knochentumoren: Sarkome
Primäre Tumoren entwickeln sich aus den im Knochen vorkommenden Zellen. Abhängig von der Art des Ausgangsgewebes werden sie in Knochen-, Knorpel- und Knochenmarkstumoren eingeteilt. Zu den Knochentumoren zählt z.B. das Osteosarkom und zu den Knochenmarkstumoren das Ewing-Sarkom. Der häufigste bösartige Knorpeltumor ist das Chondrosarkom.

Häufigkeit
Generell ist primärer Knochenkrebs selten. In Deutschland erkranken jährlich etwa 700 Patienten neu, das männliche Geschlecht ist etwas häufiger betroffen. Das Osteosarkom ist bei zwei bis drei Neuerkrankungen pro 1 Million Einwohner pro Jahr mit 40% unter den Knochentumoren am häufigsten, gefolgt von den Chondrosarkomen mit etwa 20%. Ewing-Sarkome sind mit 0,6 Neuerkrankungen pro 1 Million Einwohner pro Jahr sehr selten.

Bei Erwachsenen machen primäre Knochentumoren nur etwa ein Prozent aller bösartigen Tumorerkrankungen aus. Knochenmetastasen hingegen sind um ein Vielfaches häufiger. Bei Kindern und Jugendlichen sind etwa 5% aller Tumorerkrankungen bösartige Knochentumoren. Für das Osteosarkom ist mit etwa 150 Neuerkrankungen pro Jahr zu rechnen. Jungen erkranken häufiger als Mädchen. Die Tumoren der Ewing-Sarkom-Gruppe kommen im Kindes- und Jugendalter in ihrer Häufigkeit direkt nach dem Osteosarkom. Sie haben ihren Gipfel im Alter zwischen 10 und 15 Jahren, jenseits des 20. Lebensjahres sind sie selten. Weniger als 20% der Fälle treten im Erwachsenenalter auf. Chondrosarkome treten überwiegend in der 4. bis 6. Lebensdekade auf.

Ursachen
Die Ursachen für den primären Knochenkrebs sind weitgehend ungeklärt. Man findet sie auch bei Menschen, die sich in ihrer Vorgeschichte einer Chemo- oder Strahlentherapie unterziehen mussten.

Sekundär bösartige Knochentumoren: Metastasen
Bei sekundären Knochentumoren handelt es sich um Tochtergeschwülste anderer bösartiger Tumorarten im Knochen. Vor allem Lungenkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs, Nierenkrebs und Schilddrüsenkrebs können Absiedelungen in den Knochen machen. Diese Metastasen können schon nachweisbar sein, wenn der eigentliche Tumor noch gar keine Symptome verursacht.
Aufgrund der Altersverteilung der Ursprungstumoren kommen sie vor allem in der zweiten Lebenshälfte vor.

 
(red)



Quellen:
[1] T. Prietzel, G. von Salis Soglio: Osteosarkom, in: Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.): Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien, W. Zuckschwerdt Verlag 2008, Beilage-CD
[2] T. Prietzel, G. von Salis Soglio: Diagnostik muskuloskelettaler Malignome, in: Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.): Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien, W. Zuckschwerdt Verlag 2008, Beilage-CD
[3] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[4] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2010




Fachliche Beratung
PD Dr. med. Peter Reichardt
Klinik für Innere Medizin III m. S. Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin
HELIOS Klinikum Bad Saarow


Aktualisiert am: 16.10.13 - 12:56



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