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Hodenkrebs

Hodenkrebs ist eine bösartige Erkrankung, die in einem der beiden Hoden beginnt und im weiteren Verlauf auch Nebenhoden und Samenleiter erfassen kann. Bei den meisten Patienten kann Hodenkrebs geheilt werden.
HINWEIS: Fordern Sie Ihren Arzt auf, bei dem Projekt “Zweitmeinung Hodentumoren“ internetbasiert eine Zweitmeinung bei einem Hodenkrebsspezialisten für die Behandlung Ihrer Erkrankung einzuholen (www.zm-hodentumor.de).
Die Hoden enthalten unterschiedliche Zelltypen, aus denen sich jeweils eine bösartige Geschwulst entwickeln kann. Etwa 90 Prozent aller bösartigen Tumoren des Hodens gehen von Keimzellen aus. Man spricht daher auch von Keimzelltumoren. Keimzelltumoren werden in zwei etwa gleich häufig auftretende Hauptgruppen unterteilt: die Seminome und die Nicht-Seminome. Nicht-Seminome können unterschiedliche Gewebetypen ausbilden (Embryonalzellkarzinome,Teratome, Dottersacktumoren, Chorionkarzinome und auch Seminomanteile). Außerdem gibt es die seltenen – von Testosteron produzierenden Zellen und dem Stützgewebe des Hodens ausgehenden – Leydig- und Sertoli-Zelltumoren. Auch Tochtergeschwülste (Metastasen) von Tumoren anderer Organe können in den Hoden auftreten.

Um welche Art von Tumor es sich handelt, lässt sich nur durch die feingewebliche (histologische) Untersuchung des Krebsgewebes feststellen. Der Zellursprung ist für die Behandlung und die Heilungsaussichten von Bedeutung.

Bei 95 Prozent der Männer tritt Hodenkrebs nur an einem der beiden Hoden auf. Entsteht die Erkrankung aus versprengtem Hodengewebe außerhalb des Hodens, so dass die Hoden selbst nicht betroffen sind, spricht man von extragonadalen Keimzelltumoren.

Häufigkeit
Hodenkrebs ist mit einem Anteil von etwa 1,6 Prozent aller Krebsneuerkrankungen eine eher seltene Tumorerkrankung. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken jedes Jahr rund 4.000 Männer an einem bösartigen Hodentumor. Zum Vergleich: Bei Dickdarmkrebs sind es pro Jahr rund 35.400 Männer, bei Lungenkrebs etwa 34.000.

Trotz dieser Seltenheit ist der Hodentumor bedeutsam, weil er vor allem junge Männer zwischen 20 und 40 Jahren betrifft. In dieser Altersstufe ist er – mit 20 bis 30 Prozent aller Krebsfälle – die häufigste Tumorneuerkrankung des Mannes. Seltener können auch jüngere oder ältere Menschen erkranken. Das Durchschnittsalter der an Hodenkrebs erkrankten Männer liegt bei 28 Jahren bzw. 35 Jahren für Patienten, die an einem Nichtseminom bzw. Seminom erkranken.

In den letzten Jahren ist in Deutschland bzw. ganz Europa eine Zunahme der Neuerkrankungen festzustellen. Über die Ursachen dieser Zunahme wird spekuliert. Am stärksten ist die Zunahme in Dänemark, Schweden und Norwegen. Neben genetischen Faktoren spielt möglicherweise auch die Ernährung eine wichtige Rolle.

Im Frühstadium wird Hodenkrebs praktisch immer geheilt. Selbst in fortgeschrittenen Stadien besteht eine gute Heilungschance. Über 90 Prozent der erkrankten Männer werden wieder gesund und können ihrer Arbeit nachgehen. Tumoren der Hoden sind daher eine außerordentlich seltene Todesursache. Im Jahr 2008 verstarben in Deutschland laut International Agency for Research on Cancer (IARC) 210 Männer an Hodenkrebs. Die Erkrankung verursacht hierzulande etwa 0,2 Prozent aller Todesfälle durch Krebs bei Männern.

 
(red)



Quellen:
[1] P. Albers, S. Krege, C. Bokemeyer et al.: Hodentumoren, in: Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien, Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.), W. Zuckschwerdt Verlag 2008
[2] H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
[3] Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2007/2008. Häufigkeiten und Trends, Berlin 2012




Fachliche Beratung
Prof. Dr. Mark Schrader
Klinik für Urologie und Kinderurologie
Universitätsklinikum Ulm



Aktualisiert am: 23.08.12 - 14:04



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