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Hodenkrebs - Aufbau und Funktion
Die Hoden sind etwa pflaumengroße Organe, die im Hodensack (Skrotum) untergebracht sind. Sie gehören, gemeinsam mit den benachbarten Nebenhoden, zu den inneren Fortpflanzungsorganen des Mannes. Die Hauptfunktion der Hoden besteht darin, die männlichen Geschlechtshormone und die Samenzellen (Spermien) zu produzieren.
Mit Eintritt der Pubertät werden täglich etwa 200 Millionen Spermien gebildet; jede benötigt zu ihrer Reifung etwa zwei Monate. Die Entwicklung reifer, befruchtungsfähiger Spermien aus unreifen Vorstufen wird auch Spermatogenese genannt und hormonell gesteuert.
Die reifen Samenzellen werden im Nebenhoden (Epididymis) gespeichert, einem ca. 5 cm langen, stark gewundenen Gang, der dem Hoden kappenartig aufliegt. Hoden und Nebenhoden sind durch den Hodensack hindurch tastbar. Von den Nebenhoden geht der Samenleiter (Ductus deferens) ab, ein 35-45 cm langer Gang, der den Hoden mit der Harnröhre in der Prostata verbindet. Während eines Samenergusses (Ejakulation) werden die Spermien gemeinsam mit der in Prostata und Samenblasen gebildeten Samenflüssigkeit über die Harnröhre ausgestoßen.
Der Aufbau der Hoden
Jeder Hoden ist von einer derben Bindegewebshülle (Tunica albuginea) umgeben und in seinem Inneren durch bindegewebige Scheidewände in ungefähr 200 kleine Hodenläppchen unterteilt. Diese Hodenläppchen enthalten vielfach gewundene Hodenkanälchen, die im hinteren Teil des Hodens in ein verzweigtes System von Ausführungsgängen münden, das Hodennetz (Rete testis).
Die Hodenkanälchen bestehen aus einer bindegewebigen Hülle und dem Keimepithel. Das Keimepithel setzt sich aus den Keimzellen bzw. deren Vorstufen und den Sertoli-Stützzellen zusammen. Aus den Keimzellvorstufen entstehen die männlichen Keimzellen, die Spermien. Die Sertoli-Stützzellen sind für den Ablauf der Spermienbildung (Spermatogenese) wichtig. Zwischen den Hodenkanälchen liegen Gruppen von Zellen, die man als Leydig-Zwischenzellen bezeichnet. Sie produzieren das männliche Geschlechtshormon Testosteron.
(red)
Quellen:
P. Albers, S. Krege, C. Bokemeyer et al.: Hodentumoren, in: Kurzgefasste interdisziplinäre Leitlinien, Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg.), W. Zuckschwerdt Verlag 2008
H.-J. Schmoll. K. Höffken, K. Possinger (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie, Springer Verlag 2006
Fachliche Beratung
Prof. Dr. Mark Schrader
Klinik für Urologie und Kinderurologie
Universitätsklinikum Ulm
Aktualisiert am: 01.04.11 - 10:16