Offene Operation Bei der Operation mit der Navigationsunterstützung muss der Patient entweder am Vorabend oder am Tag der Operation, wenn der Operationssaal ein CT- oder MR- Gerät hat, diese radiologische Untersuchung mit den normalerweise 5 Markern, die an die Kopfhaut in der Nähe des Tumors angeklebt werden, erhalten.
Diese digitalen Daten werden an den Computer des Neuronavigationssystem übertragen. Es erfolgen die computergestützte Volumen-, Zielpunkt- und Zugangsberechnung und die dreidimensionale Rekonstruktion. Man kann die verschiedenen Daten wie CT, PET, funktionelles MRT usw. fusionieren, so dass der Operateur genaue Information über die Lage des Tumors in Beziehung zur knöchernen Struktur, zum Gehirn sowie zu den funktionellen Arealen erhalten kann.
In Vollnarkose (gelegentlich auch in örtlicher Betäubung, wenn es sich um eine Operation in der Nähe des Sprachzentrums handelt) wird der Kopf entsprechend der Lage des Tumors gelagert und in einer Drei-Punkt-Kopfklemme fixiert. Nach einem geraden oder bogenförmigen Hautschnitt wird der Knochendeckel meistens mit dem Hochdruckbohrsystem ausgesägt. Die harte Hirnhaut wird eröffnet.
Mit der Navigationsführung wird der Tumor angepeilt. Dieser wird unter mikrochirurgischen Bedingungen entfernt. Als Hilfsinstrument wird bei größeren Tumoren gerne der Ultraschallsauger, seltener der Laser benutzt. Der Ausmaß der Tumorentfernung hängt von den benachbarten funktionellen Arealen ab, die nicht beschädigt werden sollen. Bei Operationen in der Nähe der wichtigen funktionellen Zentren wird ein intraoperatives neurophysiologisches Monitoring durchgeführt, in dem die Funktion der sensiblen und motorischen Bahnen sowie auch der Hörbahn und anderer Hirnnerven wie die für Gesicht-, Zungen-, Schultermuskulatur etc. während der Operation überwacht werden. Das gleiche gilt für die Überwachung der Sprachfunktion in örtlicher Betäubung.
Nach kompletter Blutstillung und ggf. intraoperativer Bildgebungskontrolle (CT oder MR) werden die harte Hirnhaut sowie die Wunde verschlossen. Der Patient wird in die neurochirurgische Intensivstation verlegt, wo er aufwacht. Normalerweise erfolgt eine MR- oder CT-Kontrolle am nächsten Tag oder spätestens 48 Stunden nach der Operation, um das Ergebnis der Operation festzustellen. Der Patient geht am 1. Tag nach der Operation bei komplikationslosem Verlauf auf die Allgemeinstation zurück und kann mit Unterstützung der Physiotherapie schrittweise mobilisiert werden, so dass der Patient nach etwa 7 bis 10 Tage die Klinik wieder verlassen kann (nach Hause, Heimatkrankenhaus, Rehaklinik etc.).